Israelische Soldaten.Foto: Uriel Sinai/Getty Images

KI-Drohnen: Wie die Türkei und Israel die Kriegsführung revolutionieren

Von 4. Juni 2021 Aktualisiert: 4. Juni 2021 10:49
Maximale Effektivität, minimierte Kollateralschäden: Mit KI-gestützten autonomen Waffensystemen haben die Türkei und Israel in den letzten Monaten die Kriegsführung der Zukunft skizziert. Die neuen Drohnen bedürfen keiner stetigen Steuerung durch Menschen.

Die Jahre 2020 und 2021 könnten den Beginn einer neuen Ära in der Kriegsführung markieren. Immer mehr erhärten sich die Anhaltspunkte dafür, dass in den bewaffneten Konflikten in Libyen, Bergkarabach und Gaza Waffensysteme eine entscheidende Rolle gespielt haben, die nicht mehr allein aufgrund menschlicher Steuerung, sondern zumindest teilweise autonom auf der Basis Künstlicher Intelligenz (KI) funktionieren. Die Entwicklung hat neben Israel auch die Türkei in die erste Liga der weltweiten Drohnen-Produzenten katapultiert.

Bewährungsprobe der KI-Drohnen im Krieg in Libyen

Einen ersten Meilenstein im Einsatz KI-gesteuerter militärischer Drohnentechnologie bildete der Einsatz von Waffensystemen des Typs „Bayraktar TB-2“ im Libyenkonflikt während des Jahres 2020. Die Drohnen, die erstmals 2014 in den Bestand der türkischen Streitkräfte aufgenommen worden waren, nachdem sich Ankara von den Nato-Partnern in Sachen „Patriot“-Luftabwehrsysteme im Stich gelassen fühlte, spielten eine entscheidende Rolle beim Stopp des Vormarsches der Truppen von Warlord Chalifa Haftar. Dieser wird in dem Konflikt unter anderem von der Russischen Föderation, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt.

Sogar ein UNO-Bericht zur Lage im Bürgerkriegsland erwähnt Schwärme von „tödlichen autonomen Waffensystemen“, die sich an die Fersen von Kämpfern der Milizen des Generals geheftet hätten. Dass es Haftars Truppen am Ende nicht mehr möglich war, ihren Vormarsch fortzusetzen, hatte am Ende zur Folge, dass der Warlord sich mit an den Verhandlungstisch setzte und seit Ende November 2020 ein „Dialogforum“ gebildet wurde, das die Zukunft Libyens aushandeln soll.

Polen erwarb als erstes Nato-Land Bayraktar-Drohnen

Im selben Jahr waren es Bayraktar-Drohnen, die der Armee von Aserbaidschan den entscheidenden Vorteil bei der Rückeroberung weiter Teile der zuvor jahrelang von armenischen Truppen kontrollierten Region Bergkarabach verschafften.

Die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Bayraktar-Drohnen sprach sich schon bald weit über die Grenzen der Konfliktgebiete hinaus herum – mit der Folge, dass Großbritannien öffentlich Interesse an einer möglichen Nutzung der Drohnentechnologie bekundete. Vor wenigen Tagen war es dann Polen, das als erster Nato-Partner offiziell mit Ankara einen Liefervertrag über vorerst 24 Bayraktar-Drohnen abschloss.

KI-Algorithmus kombiniert mehrere Formen der Geheimdienst-Information

Aber nicht nur die Türkei ist auf den Geschmack der militärischen Nutzung von KI gekommen, auch Israel griff bei seinem jüngsten Antiterroreinsatz gegen Ziele von Hamas und „Islamischem Dschihad“ (PIJ) in Gaza auf autonome Waffensysteme zurück. Ein ranghoher Offizier der israelischen Streitkräfte (IDF) sprach gegenüber der „Jerusalem Post“ jüngst von der „ersten Kampagne ihrer Art“ für die Armee.

Die neuen Operationsmethoden und technologischen Entwicklungen hätten die Effektivität des Einsatzes gegen Infrastruktur und Personal der terroristischen Vereinigungen in entscheidender Weise gesteigert. In den elf Tagen des Kampfes gelang es unter anderem mithilfe der Vereinigung von Signal-Informationen (SIGINT), visuellen Informationen (VISINT), menschlicher Intelligenz (HUMINT) und geografischen Daten (GEOINT), die erforderlichen Daten zusammenzufügen, um terroristische Ziele zielsicher aufspüren und ins Visier nehmen zu können. Betraut waren mit der Ausführung der Operationen die Soldaten der „Einheit 8200“, die spezielle Algorithmen zur Verfügung hatten, die auf ursprünglichen zivilen Nutzungen beruhten und anschließend für militärische Zwecke aufbereitet worden seien.

Tunnel-Versteck in Wohnviertel zerstört – ohne zivile Opfer

Zu den genutzten Programmen gehörten unter anderem die neu entwickelten Anwendungen „Gospel“, „Alchemist“ oder „Depht of Wisdom“. Satelliten der „Einheit 9900“ und deren GPS-Daten trugen ihr Übriges dazu bei, Echtzeitinformationen beizusteuern, die es ermöglichten, Stellungen und Aufenthaltsorte von Hamas- und PIJ-Einheiten zu identifizieren.

Die Schläge, die diese Systeme ermöglichten, waren so präzise, dass es beispielsweise gelang, den Hamas-Offizier Bassem Issa in einem Tunnelsystem auszuschalten, das sich unterhalb einer Siedlung mit sechs Schulen, einem Hochhaus und einer Klinik befand – ohne dass Zivilisten zu Schaden gekommen wären.

In Summe konnten einer Bilanz der IDF zufolge so wichtige und entscheidende Waffentransportrouten und militärische Infrastruktur-Komponenten der Hamas zerstört werden, dass die Organisation Jahre brauchen könnte, um Ähnliches wieder aufzubauen. Darüber hinaus seien mehr als 100 führende militärische Kader der Terroristen eliminiert worden.

Dass zivile Opfer dabei erfolgreich minimiert werden konnten, bestätigte jüngst sogar der Vorsitzende der UNRWA in Gaza, Matthias Schmale – woraufhin er von der Hamas zum Verlassen des Küstenstreifens gezwungen wurde.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion