Ein Weißkopfseeadler am Himmel Nordamerikas.Foto: iStock

Klassik des Tages: Die Sinfonie aus der Neuen Welt

Epoch Times29. September 2020 Aktualisiert: 4. Juli 2021 18:43
Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Antonín Dvořák (1841-1904) war ein tschechischer Komponist. Er schrieb während seiner Arbeit in den USA von 1892 bis 1895 u.a. die Sinfonie Nr. 9 in E Minor „Aus der Neuen Welt“, Op. 95, B.178. Hier in einer Aufnahme mit den Münchner Philharmonikern unter Leitung von Sergiu Celibidache (von 1991):

  1. Adagio – Allegro molto (0:54)
  2. Largo (12:56)
  3. Scherzo. Molto vivace (29:55)
  4. Allegro con fuoco (39:22)

Dvořák ging 1892 nach New York und wurde Direktor des National Conservatory of Music. Mit einem Jahreslohn von 15.000 Dollar war dies eine finanziell attraktive Stelle, seine Familie begleitete ihn nur teilweise. Die Präsidentin Jeannette Thurber wollte Amerika zu dieser Zeit von der alles beherrschenden europäischen Kunstmusik lösen und nationale Musik fördern.

Der tschechische Komponist fand diese Idee anregend und studierte Spirituals der schwarzen Plantagenarbeiter und Indianermelodien, die für ihn die Basis einer amerikanischen Musik darstellten. Er erklärt:

„Ich studierte sorgfältig eine gewisse Zahl indianischer Melodien, die mir ein Freund gab, und wurde gänzlich durchtränkt von ihren Eigenschaften – vielmehr ihrem Geiste. Diesen Geist habe ich in meiner neuen Sinfonie zu reproduzieren versucht, ohne die Melodien tatsächlich zu verwenden. Ich habe schlichtweg originäre Themen geschrieben, welche die Eigenheiten der indianischen Musik verkörpern, und mit den Mitteln moderner Rhythmen, Harmonie, Kontrapunkt und orchestraler Farbe entwickelt. […] Nun, ich stellte fest, dass die Musik der Neger und die der Indianer praktisch identisch war.“ (Dvořák on his New World. In: New York Herald, 15. Dezember 1893; abgedruckt in Clapham: Dvořák, S. 201 ff.)

Im April 1895 reiste er wieder nach Prag zurück, obwohl sein Vertrag noch bis 1896 lief. Er gab als Grund seine Familie an – obwohl es auch finanzielle Schwierigkeiten bei Jeannette Thurber im Rahmen der Wirtschaftskrise gab.

Die Honorare aus Amerika ermöglichten Dvořák den Kauf eines Palais an der Kateřinská in der Prager Neustadt, seiner „Villa Amerika“.



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