Lehrerin bleibt trotz „Geiselhaft durch die Parteipolitik“ dabei: Wiener Schulen haben ein Problem mit muslimischen Schülern

Epoch Times25. März 2018 Aktualisiert: 26. März 2018 13:51
„Ich halte diese Geiselhaft mit der Parteipolitik nicht mehr aus“, sagt Susanne Wiesinger, Lehrerin in Wien, die öffentlich machte, dass Wien ein Probleme mit muslimischen Schülern hat. Sie will nicht mehr die Augen vor den Problemen an den Schulen verschließen müssen, weil es nicht zur Parteilinie passt.

„Ich halte diese Geiselhaft mit der Parteipolitik nicht mehr aus“, sagt Susanne Wiesinger in einem Interview der Reportageplattform „addendum“.

Susanne Wiesinger, Personalvertreterin der sozialdemokratischen Lehrergewerkschaft und Lehrerin an einer Wiener Brennpunktschule sprach vor Kurzem öffentlich aus, dass der Einfluss des Islam an Wiener Schulen wächst und das die Integration versagt habe.

Siehe auch: Wiener „Brennpunkt“-Lehrerin warnt: Unterschied zwischen ihrer und unserer Welt ist zu groß

Dafür erhielt sie viel Zuspruch. Allerdings hagelte es auch Kritik und das in erster Linie aus den eigenen Gewerkschaftsreihen, besonders vom Zentralverein der Wiener Lehrer, einer Art Vorfeldorganisation der Wiener SPÖ.

Rote Gewerkschafter kennen die Probleme mit muslimischen Schülern – aber schweigen

„Gewalt von Schülern oder auch Probleme mit muslimischen Schülern, darüber sind sich viele rote Gewerkschafter oder Personalvertreter ganz klar, dass das stimmt, dass das wirklich so ist.“ Aber dadurch, dass die FPÖ/ÖVP regiert, „kann man es so nicht sagen.“ Wiesinger weiter,

Das war ja eben mein Tabubruch, weil ich es gesagt habe.“

Wiesinger warnt:

Wenn man nicht endlich damit aufhört sich so an Parteipolitik, sich so sehr an der Partei zu halten – beide Fraktionen – sehe ich für diese Gewerkschaft nicht viel Zukunft.“

Eigentlich ist Wiesinger eine überzeugte Gewerkschafterin, doch in diesem System sieht sie für sich keine Zukunft. „Ich werde zurücktreten. Ich mach das auch nicht mehr mit. Ich hab das auch gesagt, dass ich diese Geiselhaft mit der Parteipolitik wirklich nicht mehr aushalte, körperlich auch nicht mehr aushalte. „Man muss so viel wegstecken und so viel runterschlucken.“

Wo ist der Wille was zu ändern?

Wiesinger macht deutlich, dass es in vielen Diskussionen gar nicht um das Wesentliche geht, sondern das man sich um so viele Nichtigkeiten kümmert.

„Wir sind so ein durch reglementiertes System. 100.000 Erlässe, so viele Kann-, Soll-, Vielleicht-, Mussbestimmungen – aber das wirklich Wichtige, nämlich Integration, Deutsch, Brennpunktschulen, Restklassen, damit beschäftigen wir uns nicht. (…) Statt dessen beschäftigen wir uns damit auf welchem Papier die Semesterzeugnisse gedruckt werden (…) stundenlang (…) ich halt das nicht aus (…) es geht doch um was ganz anderes.“

Wiesinger vermisst vor allem den Willen, über die wirklichen Herausforderungen zu diskutieren – viele Schüler seien gesprächsbereiter als einige Politiker und Funktionäre.

Muslimische Schüler leben in einem ständigen Konflikt

In ihrer Klasse hat sie nach ihrem öffentlichen Auftreten sehr gute Gespräche gehabt. „Sie haben es verstanden, dass ich nur ihre Situation geschildert habe, in welcher Zerrissenheit sie leben.“ Dass Schüler einerseits sich zu Hause sehr an die Gesetze ihrer Religion orientieren, aber an der Schule andere Werte vermittelt werden.

Dabei hat sie das, was zwei türkisch-stämmige Schüler in der Klasse betonten, besonders berührt: „und außerdem kann jeder seine Meinung sagen und das ist das Wichtigste“, äußerten die Schüler.

Einerseits war sie gerührt, auf der anderen Seite traurig.

Wie kann es sein, das 13-jährige Schüler, die nicht gerade demokratisch erzogen wurden, verstehen, dass man seine Meinung sagen – kann aber mein Dienstgeber nicht.“

Verzahnung zwischen Partei und Gewerkschaft ist das Kernproblem

Für Wiesinger besteht das größte Problem in der engen Verzahnung zwischen Partei und Gewerkschaften – personell und inhaltlich. Und das dürfe auf keinen Fall in Frage gestellt werden.

Sie macht deutlich, das man mehrfach versucht hat sie wieder auf eine sozialdemokratische „Parteilinie“ zu bringen.

Aber genau mit dieser Parteipolitik will sie nichts mehr zu tun haben. Wiesinger will nicht mehr die Augen vor den Problemen an den Schulen verschließen müssen, weil es nicht zur Parteilinie passt.

Dass es an Wiener Schulen ein Problem mit muslimischen Schülern gibt, wird sie immer wieder sagen, egal wem und in welcher Position. (er)

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