Die havarierte Fähre "Lisco Gloria" lag am Sonntag noch unter Qualm vor der Insel Langeland (Dänemark) auf der Ostsee.Foto: Philipp Guelland/dapd

„Lisco Gloria“: Keine Hinweise auf einen Anschlag

Epoch Times11. Oktober 2010 Aktualisiert: 11. Oktober 2010 12:30

Bei der am Samstag in Brand geratenen Ostseefähre „Lisco Gloria“ gibt es keinen Hinweis auf einen Anschlag, so ein Sprecher des Havarie-Kommandos Cuxhaven, das gemeinsam mit dänischen Behörden zunächst die Einsatzleitung hatte. Die Auto- und Personenfähre war auf dem Weg von Kiel ins litauische Klaipeda, als es Samstagnacht zu einer Explosion auf dem Oberdeck kam. Das Kieler Innenministerium geht momentan von einem defekten Aggregat an einem Lastwagen aus. Da sämtliche Löschversuche an dem LKW vergeblich waren, löste der Kapitän gegen Mitternacht Alarm aus. Die Fähre brannte schließlich in einem 24-stündigen Inferno – trotz pausenloser Löscharbeiten von herbeigeeilten Löschbooten – vollständig aus bis das Feuer am Sonntag zum Erliegen kam. Zuvor wurden alle 236 Passagiere und die Besatzung von der unter litauischer Flagge fahrenden Fähre in Sicherheit gebracht.

Aufgrund der nachwievor hohen Temperaturen an Bord, kann aber erst heute im Verlaufe des Tages die Feuerwehr an Bord gehen, um mit dem Abpumpen des Wassers zu beginnen. Brandexperten müssen prüfen, ob es noch weitere Brände im Schiff gibt. Die Schlagseite der „Lisco Gloria“ hatte am Wochenende abgenommen. Laut Experten ist die Situation trotz schwerer Schäden labil. Öl sei nicht ausgetreten. Laut Focus wollen Experten eines Bergungsunternehmens die Ostseefähre sobald wie möglich begutachten und ein Abschleppen vorbereiten. Über den Zeitpunkt soll am heutigen Montag beraten werden. (mcd)

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