Blick vom Balkon einer ausgebrannten Suite des Taj Mahal-Hotels in Mumbai, Indien. (AP Photo/Mumbai Fire Brigade, PD Karguppikar, HO)

London gegen Terroranschlag schlecht gerüstet

Von 9. Dezember 2008 Aktualisiert: 9. Dezember 2008 15:01
Weltuntergangs-Szenario im Stile von Mumbai dürfte in London Hunderte Todesopfer fordern, folgert der MI5

MI5-Analysten sind der gleichen Meinung wie zwei der Top-Anti-Terrorexperten Großbritanniens. Das Land ist nicht vorbereitet für einen Terroranschlag im Stile Mumbais und „Hunderte Zivilisten würden bei so einem Anschlag sterben“.

Die Warnung kam zeitgleich von Peter Clarke, dem früheren Kopf der Anti-Terror-Abteilung des Scotland Yard, und dem früheren Chef des SAS. Beide gingen kürzlich in Pension, sind aber immer noch eng damit befasst, wie sich Großbritannien vor einer anhaltenden Terrorattacke schützen kann.

Der SAS-Mitarbeiter, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden kann, vertritt seine Sichtweise am energischsten. Er umschrieb den Mumbai-Anschlag als „das Weltuntergangs-Szenario, welches Peter Clarke und ich beide als das herausforderndste betrachten.“

Der SAS-Leiter, ein hochdekorierter Veteran für führende SAS-Geheimoperationen, schied voriges Jahr aus der Eliteeinheit aus. Es halten sich hartnäckige Gerüchte, er ging, weil sich der SAS nicht nur im Irak und in Afghanistan übernommen hatte, sondern auch den Sicherheitsdienst im eigenen Land nicht verstärkt hatte durch eine komplett ausgestattete Polizei. „Unsere unbewaffnete Polizei könnte bei einem Anschlag im Stile Mumbais nur wenig tun, außer zu berichten“.

Und Peter Clarke, der die Jagd nach den Londoner Bombenattentätern 2005 anführte, sagte: „Das einzige wahrzunehmende Fazit ist, Terrorismus wird zunehmen. Unsere Verteidigung ist gut, aber nicht undurchdringbar. Die Wahrheit ist, Mumbai ist der Beginn einer weiteren Phase eines dauerhaften globalen Terrorkrieges, der sich in Natur und Qualität von allem unterscheidet, was vorher war. Auch wenn wir die Lektionen, die wir beim Kampf gegen die IRA gelernt haben, nicht vergessen dürfen, das, mit dem wir jetzt konfrontiert sind, ist etwas ganz anderes.“

„Für jene unter uns, die bei der Terrorabwehr in New York, Bali, Istanbul, Jakarta, Sham el Sheikh, Casablanca, Madrid und London mitgearbeitet haben, ist Mumbai nicht nur das jüngste, sondern auch das gefährlichste Beispiel von sinnlosem, wiederholtem Gemetzel.“

Clarkes vorsichtig kalkulierte Warnung – ausgegeben mit der stillen Zustimmung Großbritanniens gegenwärtiger Sicherheitschefs – ist vom früheren SAS-Leiter, der große Erfahrung im Kampf gegen Al Kaida im Irak und in Afghanistan vorzuweisen hat, deutlicher ausgesprochen worden.

„Die Untergangs-Szenarien in Planung, die wir für Londong aufzeigten, sahen mehrfache und mobile Einsätze von bewaffneten Selbstmordattentätern vor. Genauso wie wir es jetzt in Mumbai erlebt haben. Es waren immer die Untergangs-Szenarien, die wir gefürchtet haben.“

Sowohl der MI5, als auch der MI6 haben erfahrene Mitarbeiter nach Indien geschickt. Sie sollen herausfinden, wie sich die Taktiken, die in Mumbai angewendet wurden, auf London übertragen lassen. Schlüsselfragen, die sie beantwortet haben wollen sind: Könnten die Terroristen über die Themse in die Hauptstadt segeln bis zu den Houses of Parliament oder eines der klassischen Hotels in der City, dem Savoy?

Es war die Taktik, auf die Indiens Terrorabwehr nicht vorbereitet war. Sie hatten keinen Angriff vom Meer aus erwartet.

An Londons Themse patrouilliert die Flusspolizei. Aber sie ist unbewaffnet. Der SAS-Leiter sagte: „Es würde stundenlanges Chaos herrschen, bis die Polizei, unterstützt von militärischen Terrorabwehr-Teams, in der Lage wäre, die terroristische Betrohung einzudämmen. geschweige denn zu neutralisieren.“

In Mumbai konnten „mindestens“ zwei gut bewaffnete Terroristen flüchten. MI5-Mitarbeiter gehen davon aus, dass sie in sicheren Häusern unterkriechen konnten. „London, das wissen wir, hat viele Al Kaida-Sympatisanten. Was wir nicht wissen ist, wie viele in Alarmbereitschaft versetzt sind, bei einem neuerlichen Terroranschlag einen Schlupfwinkel zur Verfügung zu stellen“, sagte eine Geheimdienstquelle.

 

© G-2 Bulletin, Washington D.C./USA and Gordon Thomas

Gordon Thomas ist ein international anerkannter Geheimdienstspezialist und Autor des Buches „Secrets & Lies: A History of CIA Mind Control and Germ Warfare“ (Octavo Editions, USA). Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Internet im G2 Bulletin.

 

 



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