Maas sagt Afghanistans Nachbarländern 500 Millionen Euro für Flüchtlingshilfe zu

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) in Berlin, 26. August 2021.Foto: ANNEGRET HILSE/POOL/AFP via Getty Images
Epoch Times30. August 2021

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat weitere Soforthilfen in Millionenhöhe für Geflüchtete aus Afghanistan zugesagt.

Zusätzlich zu den bereits zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro für Hilfsorganisationen, die Geflüchtete in den Nachbarländern unterstützen, sollen weitere 500 Millionen Euro an die betroffenen Nachbarstaaten gehen, sagte Maas am Montag auf einer Pressekonferenz mit seinem tadschikischen Kollegen Sirojiddin Muhriddin in der Hauptstadt Duschanbe.

Zugleich sagte Maas Tadschikistan weitere Unterstützung bei der Entwicklung seiner Wirtschaft zu, darunter vor allem im Energie- und Gesundheitsbereich sowie bei der Infrastruktur.

Mass: Ausreise auf dem Landweg eher schwierig

Maas bekräftigte, dass er bei der weiteren Evakuierung von Deutschen, afghanischen Ortskräfte und anderen Schutzbedürftigen aus Afghanistan vor allem auf den Luftweg setze. In erster Linie gehe es nun darum, den stark beschädigten Flughafen von Kabul wieder soweit Instand zu setzen, dass alle Ausreisewilligen mit entsprechenden Dokumenten mithilfe von zivilen Chartermaschinen ausgeflogen werden können, sagte er.

Weiterhin teilte der Bundesaußenminister mit, Usbekistan sei bereit, seine Grenzen für Deutsche, afghanische Ortskräfte und andere Schutzbedürftige aus Afghanistan zu öffnen. Es gehe dabei um eine „von uns definierte Personengruppe“, darüber hinaus habe Berlin keine Anfrage gestellt, sagte Maas am Montag nach Gesprächen in Taschkent. Die Betroffenen sollen anschließend nach Deutschland ausgeflogen werden.

Ausreisen auf dem Landweg seien hingegen deutlich schwieriger, sagte der Minister. Voraussetzung dafür sei, in Afghanistan selbst sichere Wege zu gestalten, und dafür seien weitere Gespräche mit den Taliban notwendig.

Bisherige Evakuierung

Nach Angaben der Bundesregierung wurden bei den bisherigen Evakuierungsflügen 138 afghanische Ortskräfte sowie 496 Familienangehörige nach Deutschland gebracht. Damit reisten 634 Menschen „mit Ortskräfte-Bezug“ ein, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte.

Die Regierung kalkuliert inzwischen mit weitaus mehr Schutzsuchenden aus dieser Gruppe. Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass die Gesamtzahl der Menschen mit Bezug zu Ortskräften bei mehr als 40.000 liegt.

Der Sprecher verwies darauf, dass das Innenministerium vor Beginn der Evakuierungen Kenntnis von 174 Ortskräften gehabt habe. Zusammen mit Familienangehörigen seien dies 886 Menschen gewesen.

Insgesamt kamen bei den Evakuierungsflügen 4.587 Menschen nach Deutschland, darunter waren 3.849 afghanische Staatsangehörige. (afp/dl)



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