Boris Nemzow im Jahr 2011Foto: ANDREY SMIRNOV/AFP/Getty Images

Russischer Oppositionspolitiker Boris Nemzow in Moskau erschossen

Epoch Times28. Februar 2015 Aktualisiert: 28. Februar 2015 7:30

Der russische Oppositionspolitiker und Putin-Kritiker Boris Nemzow ist russischen Medienberichten zufolge in Moskau erschossen worden. Unbekannte hätten vier Schüsse auf den ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten abgefeuert, berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf die Polizei. Der 55-Jährige sei daraufhin an seinen Verletzungen gestorben.

Die Opposition will an diesem Sonntag ihre erste große Demonstration dieses Jahres gegen die Politik von Putin organisieren. Der Mord an Boris Nemzow wird von vielen als Warnung an die liberalen Kräfte angesehen.

Noch lange bleib die Leiche von Boris Nemzow auf der Brücke nahe dem Krem  liegen.Noch lange bleib die Leiche von Boris Nemzow auf der Brücke nahe dem Krem liegen.Foto: DMITRY SEREBRYAKOV/AFP/Getty Images

Spiegel online berichtet: Die Ermittler gingen von einem Auftragsmord aus. Das Innenministerium teilte mit, die Schüsse seien aus einem fahrenden Auto abgefeuert worden, als Nemzow des Nachts zu Fuß eine Brücke vor dem Präsidentensitz überquerte. Die Schüsse des zunächst unbekannten Täters sollen ihn in den Rücken getroffen haben.

Die Hintergründe der Tat sind bisher nicht bekannt. Putin verurteilte den Mord an Nemzow. Er geht laut seinem Sprecher Dmitry Peskov von einem Auftragsmord aus und setzte einen Sonderermittler ein. 

Nemzow hatte drei Kinder.

Der letzte Eintrag in Wikipedia über seine politischen Aktivitäten, Zitat:

Am 10. März 2010 unterzeichnete Boris Nemzow ein Manifest der russischen Opposition mit dem Titel Putin muss gehen. Zusammen mit Wladimir Milow veröffentlichte er mehrere Oppositionspapiere, einschließlich Putin. Ergebnisse. Zehn Jahre.

Er war einer der Führer der Solidarnost-Bewegung, die ein breites linksliberales und sozialdemokratisches bis rechtsliberales Bündnis von Oppositionellen darstellt. Zu Solidarnost zählen unter anderem Garri Kasparow, Ilja Jaschin, Roman Dobrochotow und Lew Ponomarjow.

Nemzow war, als Vertreter für Solidarnost, Mitgründer und -vorsitzender der sich seit November 2010 im Aufbau befindenden Partei der Volksfreiheit. Diese Partei dient als ein Sammelbecken vier unterschiedlicher oppositioneller Bewegungen (unter anderem Solidarnost) und soll nach ihrer Registrierung an den Dumawahlen 2011 teilnehmen.

„Putin begun the war with Ukraine because he was scared of a repetition of the Maidan in Moscow, to show that a revolution is ended with chaos and that people cannot remove authorities in such a way.“

– Boris Nemtsov: 28. Juni 2014 –

(rls / dts Nachrichtenagentur)



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