Medienfreiheit in Gefahr: Snowden, Rushdie und Walesa unterzeichnen Aufruf für „Le Monde“

Epoch Times13. September 2019 Aktualisiert: 13. September 2019 17:46
In einer Zeit, in der Fakten in Frage gestellt würden, seien "die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse wichtiger denn je", hieß es in dem offenen Brief von 500 internationalen Künstlern und Aktivisten.

Rund 500 internationale Künstler und Aktivisten setzen sich für die Unabhängigkeit der renommierten französischen Tageszeitung „Le Monde“ ein: Zu den Unterzeichnern eines am Freitag in Paris veröffentlichten Aufrufs gehören unter anderem der Schriftsteller Salman Rushdie, der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden und der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.

In einer Zeit, in der Fakten in Frage gestellt würden, seien „die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse wichtiger denn je“, hieß es in dem offenen Brief. Die Mitarbeiter von „Le Monde“ sind in Sorge, seitdem im vergangenen Jahr der tschechische Milliardär und Energieunternehmer Daniel Kretinsky 49 Prozent der Anteile an einer Gesellschaft übernommen hatte, die dem französischen Geschäftsmann Matthieu Pigasse gehört, einem der größten Eigner von „Le Monde“.

Befürchtet wird unter anderem, Kretinsky könne Einfluss auf die Umwelt-Berichterstattung bei dem Blatt nehmen, das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Die Redaktion hat dem Unternehmer eine Frist bis Dienstag gesetzt, eine Vereinbarung für die Unabhängigkeit der Zeitung zu unterschreiben. Kretinsky hat sein Vermögen unter anderem mit Braunkohle gemacht.

Der Tscheche ist auch in Deutschland kein Unbekannter: Kretinsky kontrolliert Teile des Düsseldorfer Großhändlers Metro. Pläne für eine Übernahme scheiterten Anfang August. In Frankreich ist er bei der Supermarktkette Casino eingestiegen und hat sich auch bei der Zeitschrift „Marianne“ eingekauft. (afp/sua)

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