Nach einem russischen Drohnenangriff am 17. Oktober 2022 sind über der Hauptstadt Kiew Rauchwolken zu sehen.Foto: YASUYOSHI CHIBA/AFP via Getty Images

Mehrere Explosionen erschüttern Kiew und weitere Regionen

Epoch Times17. Oktober 2022
Russland setzt seine Angriffe auf die Ukraine fort. Mehrere Regionen des Landes wurden in der Nacht beschossen. Auch über der Hauptstadt Kiew stiegen Rauchwolken auf. Derweil wächst die Sorge, dass der Krieg auf die slawische Ex-Sowjetrepublik Belarus übergreift.

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Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Montagmorgen erneut von Explosionen erschüttert worden. Genau eine Woche nach schweren russischen Luftangriffen waren in der Stadt mehrere heftige Explosionen zu hören. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko wurde der Innenstadtbezirk Schewtschenkiwskyj getroffen. Weitere Berichte über Explosionen gab aus den Gebieten Sumy, Dnipropetrowsk und Odessa.

Die Explosionsserie begann gegen 06.35 Uhr (Ortszeit, 05.35 Uhr MESZ). Kurz zuvor hatten die Sirenen vor Luftangriffen gewarnt. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko rief die Menschen auf, unbedingt in den Schutzbunkern zu bleiben. Er sprach von einem Drohnenangriff auf Kiew – und veröffentlichte dazu auch ein Foto von Resten einer Drohne in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram.

Betroffen war demnach das Zentrum der Hauptstadt. Ein Brand sei in einem Gebäude ausgebrochen, die Feuerwehr sei im Einsatz. Zudem seien mehrere Wohnhäuser beschädigt worden. Krankenwagen seien an Ort und Stelle. Es war zunächst unklar, ob es Opfer gab.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie eine der Angriffsdrohnen auf ein Gebäude niederging, während Polizisten versuchten, die Drohne abzuschießen.

Belarus bewaffnet seinen Zivilschutz

In Belarus steigen unterdessen die eigenen militärischen Aktivitäten. „Jetzt haben wir alle Waffen vom Verteidigungsministerium erhalten, die wir bekommen sollten, und haben sie in den Waffenkammern gelagert“, teilte der Chef des belarussischen Zivilschutzes, Wadim Sinjawski, im Staatsfernsehen mit. Es seien zugleich Einheiten gebildet worden, die zusammen mit dem Militär „zur Verteidigung des Vaterlands“ herangezogen werden könnten.

Der ranghohe Beamte sprach zugleich von rund 5000 unterirdischen Anlagen, die in Belarus als Bombenschutzkeller verwendet werden könnten. Der belarussische Grenzschutz teilte derweil mit, seine Einheiten an der Grenze „wegen der verstärkten Aufklärungstätigkeit der Ukraine“ verstärkt zu haben.

Erste russische Soldaten für gemeinsame Truppe in Belarus

Derweil schickte Russland erste Soldaten für eine gemeinsame Truppe mit Belarus in das Nachbarland. „Die ersten Truppenzüge mit russischen Soldaten (…) kamen in Belarus an“, zitierte die russische Agentur Tass einen Sprecher des Verteidigungsministeriums in Minsk. „Die Verlegung wird mehrere Tage dauern. Die Gesamtzahl wird etwas weniger als 9000 Menschen betragen“, hieß es.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte am vergangenen Montag die Aufstellung einer gemeinsamen regionalen Truppe mit Russland bekannt gegeben. Sie solle angesichts der steigenden Spannungen die belarussische Grenze schützen. Lukaschenko dementiert, dass sein Land selbst am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine teilnehmen werde.

Lambrecht: Ausbildung ukrainischer Soldaten ist keine Kriegsbeteiligung

Die Außenminister der EU-Staaten beraten heute in Luxemburg unter anderem über die weitere Unterstützung der Ukraine. Bei dem Treffen sollen ein Ausbildungseinsatz für die ukrainischen Streitkräfte sowie der Einsatz von weiteren 500 Millionen Euro für den Kauf von Waffen und Ausrüstung beschlossen werden.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat angekündigt, dass sich Deutschland in größerem Umfang an der geplanten EU-Ausbildungsmission für die Ukraine beteiligen wird. Nach den Plänen der EU sollen im Rahmen des Programms rund 15.000 ukrainischen Soldaten geschult werden. Die neue Mission EUMAM Ukraine ist vorerst auf zwei Jahre angelegt. Deutschland will dem Vernehmen nach rund 5.000 Soldaten ausbilden.

Nach Angaben Lambrechts sollen die ukrainischen Soldaten unter anderem in einem Gefechtsübungszentrum und Simulatoren ausgebildet werden. „Wir werden diese Fähigkeiten, die wir haben, jetzt noch erhöht einbringen“, sagte sie.

Die Bundesverteidigungsministerin widersprach zugleich der Auffassung, dass die Ausbildung ukrainischer Soldaten bereits als eine Kriegsbeteiligung Deutschlands eingeordnet werden könne. Es sei wichtig zu beachten, dass es sich um eine EU-Ausbildungsmission handle. „Wir als Bundesrepublik werden keine Kriegspartei“, sagte Lambrecht.

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Russland beginnt die Nato ihre jährlichen Manöver zur Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets mit Atomwaffen. An der Übung „Steadfast Noon“ werden nach Nato-Angaben neben Deutschland 13 weitere Staaten beteiligt sein. Schauplatz ist insbesondere der Luftraum über Belgien, Großbritannien und der Nordsee. (afp/dpa/dl)



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