Das Hauptquartier der "New York Times" in New York City.Foto: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images

Menschenrechtsgruppen werfen „New York Times“ in Bezug auf Falun Gong Heuchelei vor

Von 24. Juli 2020 Aktualisiert: 24. Juli 2020 17:13
Menschenrechtsgruppen in den USA beklagen die negative Berichterstattung über Entwickler, die Software zur Umgehung der chinesischen Internet-Firewall herstellen und Falun Gong praktizieren.

Zwei Menschenrechtsgruppen werfen der „New York Times“ (NYT) Heuchelei vor. Der Grund: Ein Bericht über die spirituelle Gruppe Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, die in China schwer verfolgt wird.

Konkret kritisiert die in den USA ansässige gemeinnützige Lantos Foundation und die Organisation 21Wilberforce einen am 4. Juli von der „New York Times“ veröffentlichten Bericht. Darin geht es um die Entwickler der Software Ultrasurf, die zur Umgehung der Internet-Firewall verwendet werden kann.

Die Softwareentwickler wären, so die Menschenrechtsgruppen, „unfairerweise“ wegen ihres Glaubens an Falun Gong in dem Bericht herausgegriffen worden. Falun Gong-Praktizierende werden wegen ihres Glaubens seit 21 Jahren von der kommunistischen Partei in China verfolgt.

Der NYT-Bericht hob einen kürzlich erfolgten Führungswechsel bei der Internetvereinigung Offene Technologiefonds (OTF) hervor. Die Gruppe wird von der US-Agentur für globale Medien (USAGM) beaufsichtigt. USAGM ist eine Bundesbehörde, die auch staatlich finanzierte Medien wie „Voice of America“ beaufsichtigt. Unter Berufung auf Experten schrieb die „New York Times“: Software – wie Ultrasurf – die zur Umgehung der Internet-Firewall verwendet werden kann, wäre für eine Finanzierung durch den OTF nicht qualifiziert.

„Bei der Berichterstattung über die Software, die zur Umgehung der Internet-Firewall in diktatorischen Ländern eingesetzt wird, weisen die Reporter nicht weniger als neunmal auf die persönlichen Überzeugungen und religiösen Praktiken zweier Entwickler hin“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Menschenrechtsgruppen. „Obwohl auch über mehrere andere Technologieunternehmen, NGOs und andere Einzelpersonen geschrieben wurde, wurde aber keine ihrer religiösen Zugehörigkeiten erwähnt.“

Die gemeinnützigen Organisationen betonen: Wenn in dem NYT-Bericht andere Entwickler, wie beispielsweise katholische, muslimische oder jüdische dementsprechend erwähnt worden wären „hätte es einen Aufschrei gegeben, und das zu Recht“.

„Die verunglimpfende Berichterstattung der Times über Falun Gong ist aber nichts anderes und sollte in gleicher Weise verurteilt werden“, so die Menschenrechtsorganisationen. „Die Wahl einer kleinen, verfolgten Religion, die man extra hervorhebt, macht die Bigotterie nicht besser.“

Die Art und Weise wie der Artikel formuliert sei, impliziere, dass der Glaube der Entwickler an Falun Gong „einen direkten Einfluss auf die Legitimität der von ihnen entwickelten Software habe. Zudem wird bezweifelt, dass diese Leute zu jenen gehören, die es verdienen Gelder von der US-Regierung zu erhalten“, beklagen die Gruppen.

Weiter heißt es: Eine offene Debatte über die Vorzüge der Technologie zur Förderung der Internetfreiheit sei zwar begrüßenswert, aber es sei „völlig inakzeptabel und offen gesagt unamerikanisch, eine Person oder ein Produkt weitgehend aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihres Glaubens abzutun oder zu disqualifizieren oder auch nur herauszugreifen“.

„Wir hätten uns einen solchen Lapsus in der journalistischen Ethik von Amerikas selbsternanntem ‚Leitmedium‘ niemals vorstellen können“, heißt es in der Erklärung.

Beide gemeinnützigen Organisationen setzen sich dafür ein, dass Chinas „Große Firewall“ umgangen werden kann, sodass chinesische Bürger ungefilterte Informationen über die Korruption der KP Chinas erhalten können. Die Technologie der „Großen Firewall von China“ ist ein massiver Internetzensurapparat des KP-Regimes.

Katrina Lantos Swett, die Präsidentin der Lantos Foundation, schlug Anfang Juni in einem Brief an das Büro für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit des US-Außenministeriums vor, den Zensurumgehungsinitiativen ‚Freegate‘, ‚Lantern‘, ‚Psiphon‘ und ‚Ultrasurf‘ 20 Millionen US-Dollar an Bundesmitteln zur Verfügung zu stellen.

Swett ist auch Mitverfasserin des Briefs an die „New York Times“. Das Schreiben wurde am 20. Juli – zeitgleich mit dem 21. Jahrestag des Beginns der Verfolgung von Falun Gong durch die KP Chinas – veröffentlicht.

Die „New York Times“ reagierte nicht umgehend auf die Bitte um Stellungnahme.

Seit Beginn der brutalen Unterdrückung in China wurden nach Schätzungen des Falun Dafa-Informationszentrums Millionen Praktizierende in chinesischen Arbeitslagern, Gefängnissen und Gehirnwäsche-Zentren inhaftiert. In diesen Einrichtungen werden die Praktizierenden demnach gefoltert und misshandelt. Damit sollen sie zur Aufgabe ihres Glaubens gezwungen werden. Laut der Website Minghui.org, einer Online-Stelle für Informationen über die Verfolgung von Falun Gong, gibt es 4.000 bestätigte Fälle von Falun Gong-Praktizierenden, die der Folter zum Opfer gefallen sind. Die Dunkelziffer liegt angesichts der strengen Informationskontrollen in China vermutlich um ein Vielfaches höher.

Die USA forderten am 20. Juli ein sofortiges Ende der Verfolgung von Falun Gong durch das chinesische Regime. Sowie die bedingungslose Freilassung aller zu Unrecht inhaftierten Praktizierenden. Damit schloss sich die US-Regierung Hunderten Politikern aus Dutzenden Ländern an, die die menschenrechtsverletzenden Handlungen des KP-Regimes in China auf das Schärfste verurteilten.

Die gemeinnützigen Organisationen betonten auch, dass der „New York Times“-Bericht kein Einzelfall sei, in dem Falun-Gong-Praktizierende verunglimpft wurden.

„In jüngsten Interviews mit mehreren Reportern über die Zukunft des Offenen Technologiefonds wurden immer wieder dieselben unangemessenen Fragen über die religiösen Überzeugungen der Entwickler gestellt – obwohl gelegentlich ein starker Rückschlag gegen solch eine Scheinheiligkeit die Journalisten dazu bewogen hat, diesen Aspekt nicht in ihre Berichterstattung einzubeziehen“, so die Menschenrechtsgruppen. „Dies ist eindeutig schon zu etwas geworden, das in der gesamten journalistischen Welt vorangetrieben und verbreitet wird“.

Im Laufe der Jahre wären auch „abfällige Bemerkungen über die religiöse Zugehörigkeit bestimmter Entwickler“ von US-Beamten gemacht worden, heißt es seitens der Menschenrechtler. Diese Beamten würden auch die Finanzierung von Initiativen gegen die Internetzensur kontrollieren.

Die Menschenrechtsgruppen forderten Politiker, sowie Redakteure und andere politische Entscheidungsträger, dazu auf, „einen unerschütterlichen Standpunkt gegen diese Form der Intoleranz einzunehmen“.

„Es zuzulassen, dass solche Vorurteile gegenüber einer kleinen und verfolgten spirituellen Bewegung fortbestehen, wird das langjährige Engagement dieser Nation untergraben, dafür zu sorgen, dass die religiösen Überzeugungen einer Person nicht als Rechtfertigung dafür benutzt werden können, sie zu delegitimieren oder ihr Chancen zu verwehren“, heißt es in der Erklärung.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bemühungen, das Internet weltweit zu öffnen, durch religiöse Diskriminierung in unseren Ländern beeinträchtigt werden“.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalartikel: Rights Groups Denounce NY Times Report for ‘Open Display of Religious Bigotry’


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