Anschlag in einem Flüchtlingslager im nigerianischen Maiduguri im Juli. Eine Serie von Anschlägen erschüttert aktuell das Land.Foto: Makama Sule/Archiv/dpa

Mindestens 44 Tote und über 160 Verletzte nach Anschlägen in Nigeria

Epoch Times16. August 2017 Aktualisiert: 16. August 2017 16:06
Mehrere Bombenexplosionen erschütterten heute Nigeria. Selbstmordattentäter sprengten sich in verschiedenen Teilen einer Stadt in die Luft. Mindestens 44 Menschen wurden getötet und über 160 verletzt.

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen in Nigeria sind am Dienstag nach ersten Medienberichten mehrere Dutzend Menschen getötet worden.

In Konduga im Nordosten des Landes hatten zwei Selbstmordattentäter ihre Sprengstoffwesten auf einem belebten Markt gezündet. Dabei wurden 16 Menschen getötet und 82 verletzt, teilte der zuständige regionale Polizeikommissar Damian Chukwu mit. Einige davon befanden sich in kritischem Zustand.

An anderer Stelle am Stadtrand von Konduga wurde dann ein weiterer Sprengsatz von einem Selbstmordattentäter gezündet, der beim Eindringen in ein Flüchtlingslager von Sicherheitspersonal festgehalten wurde. Mindestens 28 Menschen wurden getötet und über 80 weitere verletzt.

Mitarbeiter des Zivilschutzes: „Alles war voll Blut“

Ein Mitarbeiter des Zivilschutzes, der am Abend mit einem Armeekonvoi aus dem nahe gelegenen Maiduguri nach Konduga fuhr, beschrieb die Lage als „noch schlimmer als befürchtet“.

„Alles war voll Blut“, sagte Helfer Satomi Shamed der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochmorgen. Der Armeekonvoi sei noch während der Fahrt angegriffen worden.

Terrormiliz Boko Haram tötete seit 2009 mindestens 20.000 Menschen

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Die Region wird von der Terrormiliz Boko Haram kontrolliert, der auch zwei Angriffe auf die Dörfer Muduvu und Nyibango im Bundesstaat Adamawa zugeschrieben wurden.

Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Terrorgruppe sind seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet worden, rund zwei Millionen Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen. Boko Haram will in Teilen von Nigeria und in angrenzenden Gebieten einen Gottesstaat errichten.

Gewalt von Boko Haram nimmt zu: Auch Frauen und Kinder als Selbstmordattentäter eingesetzt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt davor, die radikal-islamistische Gruppe Boko Haram in Nigeria zu unterschätzen und vorschnell ihre Zerschlagung zu verkünden.

„Der Terror der islamistischen Kämpfer hält auf hohem Niveau noch immer an; so wurden seit Juli 2017 mindestens 327 Menschen im Nordosten Nigerias im Boko-Haram-Konflikt getötet“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

Obwohl sich die Organisation in zwei Flügel gespalten habe, nehme die Gewalt der Terrorbewegung noch zu.

Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker sieht Boko Haram noch nicht zerschlagen. Die Gruppe setze zunehmend Frauen und Kinder als Selbstmordattentäter ein. 2017 seien mindestens 83 Frauen bei solchen Anschlägen ums Leben gekommen. (dpa)

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