In Kürze:
- Zwischen Japan und China knirscht es.
- Peking verhängte einen Reiseboykott gegen Japan.
- Japans Verteidigungsminister will auf der Insel Yonaguni, 110 Kilometer vor Taiwan, Boden-Luft-Raketen stationieren.
- Japans neue Premierministerin telefoniert mit US-Präsident Trump.
US-Präsident Donald Trump und die japanische Premierministerin Sanae Takaichi telefonierten am Abend des 24. November. Derzeit sind die Beziehungen zwischen Tokio und Peking
wegen Taiwan angespannt.
„Präsident Trump gab eine kurze Erklärung zur aktuellen Lage der Beziehungen zwischen den USA und China ab“, sagte Takaichi nach ihrem Gespräch mit Trump am 25. November gegenüber Reportern. Sie nannte keine weiteren Details,
berichtete die „Japan Times“.
Das Weiße Haus reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zu dem Telefonat.
Wie sind die diplomatischen Spannungen zwischen Japan und China entstanden?
Anfang November erklärte Takaichi bei der Beantwortung einer Frage im Parlament, dass ein hypothetischer chinesischer Angriff auf Taiwan eine „existenzielle Bedrohung“ für Japan darstellen könnte, die eine militärische Reaktion erforderlich machen würde.
Die Äußerungen erzürnten
Peking. China sieht die selbstverwaltete demokratische Insel als sein eigenes Territorium an, obwohl es sie nie beherrscht hat. Das kommunistische Regime hat nicht ausgeschlossen, die Insel mit Gewalt unter seine Kontrolle zu bringen.
Als Reaktion auf Takaichis Äußerungen verhängte China einen Reiseboykott gegen Japan.
Takaichi sagt zu dem Telefonat mit dem Weißen Haus: „Präsident Trump erwähnte, dass er und ich sehr gute Freunde seien und dass er sich jederzeit über einen Anruf von mir freuen würde.“ Ihr Anruf sei auf Wunsch des US-Präsidenten erfolgt – einen Tag, nachdem Trump seinerseits mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping
telefoniert hatte.
Worüber sprachen Trump und Xi?
Laut dem chinesischen Außenministerium
sagte Xi gegenüber Trump, dass die „Wiedervereinigung Taiwans“ ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg sei, und forderte die USA auf, zur „Sicherung des Sieges“ des Krieges beizutragen.
In einem Beitrag auf
Truth Social erklärte Trump, dass sie eine Reihe von Themen besprochen hätten, darunter den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, Fentanyl und Sojabohnen – Taiwan habe er jedoch nicht erwähnt.
Was fordert Peking von Tokio?
Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) hat Takaichi aufgefordert, ihre Äußerungen zurückzunehmen, wonach eine mögliche militärische Aktion Chinas gegen Taiwan eine Bedrohung für Japan darstellen könnte.
Takaichi verteidigte ihre Äußerungen und
sagte am 10. November, sie basierten auf der Annahme eines „Worst-Case-Szenarios“.
Wie reagiert Japan?
Der japanische Kabinettschef Minoru Kihara erklärte am 25. November, dass die Stabilität der Beziehungen zwischen den USA und China für die internationale Gemeinschaft, einschließlich Japan, „äußerst wichtig“ sei.
Kihara merkte außerdem an, dass Japan weiterhin Druck auf China ausüben werde, „seine Rolle entsprechend seiner Verantwortung wahrzunehmen“, wie die lokale Nachrichtenagentur „Kyodo News“
meldete.
Die KP China hat in den letzten Wochen
bewaffnete Küstenwachschiffe in die Gewässer nahe den von Japan verwalteten Inseln im Ostchinesischen Meer entsandt. Für Peking heißen diese Inseln Diaoyu, für Tokio Senkaku. Peking behauptet, die Patrouillen dienten der Wahrung der „Rechte und Interessen“ Chinas.
Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi will auf der Insel Yonaguni, 110 Kilometer vor der Ostküste Taiwans, Boden-Luft-Raketen stationieren lassen. Er
bezeichnete es als defensive Maßnahme. Peking kritisierte diesen Schritt und warnte, dass er zu regionalen Spannungen führen würde.
Wie reagieren die USA?
Das US-Außenministerium
bekräftigte sein Engagement für die Verteidigung Japans. Jegliche Versuche, den Status quo in der Taiwanstraße und im Ostchinesischen Meer mit Gewalt zu ändern, würden abgelehnt.
„Die Allianz zwischen den USA und Japan bleibt der Grundstein für Frieden und Sicherheit im indopazifischen Raum”, erklärte Tommy Pigott, Sprecher des Außenministeriums, in
einem Beitrag auf X vom 20. November.