Moskau startet Manöver im Kaspischen Meer nördlich von Baku

Epoch Times16. Oktober 2020 Aktualisiert: 16. Oktober 2020 15:25

Inmitten der Krise um die Kaukasusregion Berg-Karabach hat Russland im Kaspischen Meer ein großangelegtes Militärmanöver begonnen. Die Übung finde nördlich der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku statt und sei keine Bedrohung für Anrainerstaaten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag mit. An dem Manöver nehmen demnach sechs Schiffe, sieben Flugzeuge und mehr als 400 Soldaten teil; neben Artillerie sollen auch Raketen zum Einsatz kommen.

Russland hat sich bisher weitgehend aus dem Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien um die Region Berg-Karabach herausgehalten. Moskau rief wiederholt zu einer Waffenruhe auf und bot seine Vermittlung an. Eine durch Russland vergangene Woche vermittelte Waffenruhe führte jedoch nicht zur Einstellung der seit Ende September andauernden erbitterten Kämpfe.

Russland ist eigentlich militärische Schutzmacht Armeniens, verkauft aber auch Waffen an Aserbaidschan. Dieses wird wiederum von der Türkei militärisch unterstützt, die auch hunderte Söldner aus Syrien geschickt haben soll.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias besuchte derweil Armenien und kritisierte dort die „Einmischung der Türkei in den Karabach-Konflikt“. Armenien und Griechenland hätten ein „gemeinsames Problem – die Türkei“, sagte Dendias in Eriwan. Griechenland hat seit langem enge Beziehungen zum christlichen Armenien, das mit der Türkei seit dem Massenmord an Armeniern im Osmanischen Reich verfeindet ist.

Zwischen Athen und Ankara hat sich in den vergangenen Monaten der Konflikt um reiche Gas-Vorkommen im östlichen Mittelmeer  hochgeschaukelt. Beide Nato-Länder entsandten Kriegsschiffe, um ihre Ansprüche zu untermauern.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. (afp)

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