Karte von Saudi-Arabien.Foto: iStock

Mysteriöser Tod zweier junger Saudi-Frauen in New York – wenige Wochen nach Asylantrag

Von 1. November 2018 Aktualisiert: 1. November 2018 15:34
Auch nach der weitgehenden Beilegung diplomatischer Verstimmungen zwischen Washington und Riad infolge der Khashoggi-Affäre kommt die Golfmonarchie nicht aus den Schlagzeilen. In New York ertranken jüngst zwei junge Bürgerinnen des Landes unter ungeklärten Umständen im Hudson River. Sie sollen wenige Wochen zuvor Asyl in den USA beantragt haben.

Ein weiterer mysteriöser Todesfall droht die Beziehungen zwischen dem Königreich Saudi-Arabien und den USA weiter zu belasten. Erst jüngst war es Regierungen von US-Präsident Donald Trump und des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman nur mühevoll gelungen, eine diplomatische Krise infolge der mutmaßlichen Ermordung des radikal-islamischen Regierungsgegners Jamal al-Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul zu vermeiden.

Am 24. Oktober sind nun jedoch auch die Leichen zweier saudischer Schwestern am Ufer des Hudson River in New York aufgefunden worden – und die Polizei behandelt die Angelegenheit als einen verdächtigen Todesfall. Wie die „New York Times“ berichtete, waren die Geschwister Rotana Farea (22) und Tala Farea (16) voll bekleidet und mit Klebeband aneinandergefesselt aufgefunden worden.

Beide sollen erst kürzlich politisches Asyl in den USA beantragt haben. Die Mutter der beiden Schwestern lebt in Fairfax, Virginia. Rotana soll Berichten zufolge zuletzt im New York gelebt haben. Die Familie, die zuvor in Jeddah wohnhaft war, ist im Jahr 2015 in die USA gekommen.

Der „New York Times“ zufolge sei die Mutter der beiden Mädchen vonseiten der saudischen Botschaft darüber unterrichtet worden, dass ihre Töchter zu Beginn des Vormonats Asyl in den USA beantragt hätten. Ein Bericht der Gratiszeitung „AM New York“ spricht davon, dass die Familie zurück nach Saudi-Arabien beordert worden wäre und die jungen Frauen eine Bestrafung im Fall einer Rückkehr befürchtet hätten.

Weder Selbstmord noch Mord bislang ausgeschlossen

Am Samstag meldete das New York Police Department (NYPD), dass die Leichen der gefundenen Frauen als jene der Farea-Geschwister identifiziert werden konnten. Zuvor hatte sich das NYPD mithilfe eines Phantombildes an die Öffentlichkeit gewandt.

Die Gerichtsmedizin hat noch keine endgültige Aussage über die Todesursache gemacht. Die Polizeibehörden betrachten sowohl Selbstmord als auch Mord als denkbare Möglichkeiten. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Frauen nahe der George-Washington-Brücke – freiwillig oder unfreiwillig – ins Wasser gelangt wären. Dass keine traumatischen Erschütterungen an den Leichen zu entdecken waren, würde einen gemeinsamen Sprung ins Wasser wahrscheinlich erscheinen lassen. Allerdings ließ die Auswertung der dortigen Überwachungskameras nicht erkennen, dass die beiden saudischen Staatsbürgerinnen die Brücke betreten hätten.

Die saudische Botschaft hat erklärt, den Verlauf der Untersuchung verfolgen zu wollen. Die Geschwister hatten vor etwa zwei Wochen erstmals seit längerer Zeit wieder Kontakt zu ihrer Mutter. Im Dezember 2017 waren sie bereits einmal als vermisst gemeldet worden. Als man sie fand, baten sie um Polizeischutz und wurden in einem Obdachlosenasyl untergebracht.

Die jüngere Schwester Tala wurde im August dieses Jahres erneut als vermisst gemeldet, diesmal vom Nationalen Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder. Sie wurde später zusammen mit ihrer älteren Schwester in New York aufgegriffen, die Suche wurde damit beendet. Zurück zu ihrer Familie kamen die Geschwister seit ihrer ersten Abgängigkeit nicht mehr.

Kinder lebten nicht mehr bei ihrer Mutter

Anfang Oktober galten sie wiederum als vermisst. Die Virginia State Police suchte sie mithilfe von Fahndungsplakaten, die sie nach dem Auffinden der Leichen vor einigen Tagen wieder abhängen ließ.

Unterdessen hat die saudische Botschaft gegenüber der Zeitung „Arab News“ explizit erklärt, dass es in dem Gespräch mit der Mutter der beiden jungen Frauen nie um deren Asylantrag gegangen sei. Die Mutter hatte einem AP-Bericht zufolge einen Anruf von der saudischen Botschaft erhalten, in dem Offizielle der Golfmonarchie die Familie infolge des Asylantrags dazu aufgerufen hätten, die USA zu verlassen.

Auf Nachfrage durch Arab News erklärte der Pressesprecher des NYPD, der Beamte, der mit dem Fall befasst war, habe keinerlei Informationen bezüglich eines angeblichen Asylantrages an die Öffentlichkeit weitergegeben. Die Mutter der Aufgefundenen hat eine Nachfrage der saudischen Zeitung unbeantwortet gelassen mit der Begründung, sich nicht dazu in der Lage zu sehen, mit Medien zu sprechen.

Ein Cousin der beiden Schwestern erklärte hingegen, er halte es für „sehr unwahrscheinlich“, dass deren Mutter eine solche Erklärung, wie sie ihr mit Blick auf den angeblichen Anruf aus der Botschaft zugeschrieben wird, gegenüber der Polizei abgegeben hätte. Die Untersuchung des Falls geht unterdessen weiter.


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