Attentat auf Charlie Hebdo in ParisFoto: Getty Images

Nach Charlie Hebdo-Attentat in Paris: 5000 Polizisten schützen jüdische Schulen in Frankreich

Epoch Times12. Januar 2015 Aktualisiert: 12. Januar 2015 11:01

Innenminister Bernard Cazeneuve verkündete am Montag in Montrouge bei Paris, dass nun fast 5000 Polizisten ab sofort die jüdischen Schulen in Frankreich schützen werden. Es werden 4700 Polizisten und Gendarmen für die 717 jüdischen Schulen des Landes bereitgestellt.

In Frankreich herrscht weiterhin die höchste Terrorwarnstufe, so Premierminister Manuel Valls, berichtet Focus Online. 

Französische Juden wandern nach Israel aus

Philippe Braham wollte in dem koscheren Supermarkt in Paris noch schnell Lebensmittel für den jüdischen Sabbat kaufen. Doch tragischerweise wurde es sein letzter Einkauf.

Die Nachricht von Brahams Tod bei dem blutigen Geiseldrama in dem Geschäft ereilte seinen 14-jährigen Sohn in Israel. Gemeinsam mit seiner Mutter ist Refael im vergangen Sommer in den jüdischen Staat ausgewandert. „Wenn ich nicht nach Israel gekommen wäre, wäre ich vielleicht mit meinem Vater in dem Geschäft gewesen und jetzt tot“, sagte er der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ am Sonntag.

Für viele Europäer mag es absurd erscheinen – doch eine wachsende Zahl von Juden fühlt sich inzwischen in dem Konfliktland Israel – wo es auch ständig Anschläge gibt – sicherer als im Zentrum Europas.

Wie Refael und seine Mutter Carole ist im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von fast 7000 französischen Juden nach Israel auswandert. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr 2013. Angesichts der neuen Terrorwelle in Paris hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Juden in Frankreich massiv zur Auswanderung aufgerufen. Man werde jeden von ihnen „mit offenen Armen empfangen“, sagte der Regierungschef am Sonntag vor seiner Abreise nach Paris.

Unter den Auslösern für die Auswanderungswelle französischer Juden sind ein Anstieg antisemitischer Vorfälle und Angst vor Anschlägen. „Es herrscht dort viel Judenhass, alle sollten nach Israel kommen“, meint Refaels Mutter Carole, die Ex-Frau von Braham. „Mein Sohn und ich fühlen uns hier am sichersten.“ Den Ausschlag hätten anti-israelische Demonstrationen muslimischer Nachbarn während des Gaza-Kriegs gegeben, sagte sie.

Professor Esther Schely-Newman von der Hebräischen Universität sieht die Furcht vor Anschlägen radikaler Islamisten als einen „Katalysator für die Auswanderung nach Israel, aber keinesfalls als einzigen Grund“. Ein Großteil der Juden in Frankreich stamme aus Nordafrika und sehe Israel als seine Heimat, sagte die Expertin der Deutschen Presse-Agentur. Viele seien religiös und wollten ihre Religion offen leben können. „In Israel ist es okay, Jude zu sein, man muss keine Angst haben, mit Kipa auf die Straße zu gehen.“ (so/dpa)

{GA:1213821}


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion