Neue Biografie über US-Präsident Andrew Jackson: „Wider den Krieg gegen die eigene Geschichte“

Von 24. Oktober 2018 Aktualisiert: 24. Oktober 2018 14:58
Brian Kilmeade vom bekannten TV-Sender Fox News hat ein neues Buch auf den Markt gebracht. Dieses beschäftigt sich mit dem siebenten Präsidenten der USA, Andrew Jackson. Als Militär hatte er erfolgreich einer mächtigen englischen Streitmacht getrotzt. Heute wird er hingegen oft für seine unnachsichtige Politik gegenüber Ureinwohnern verurteilt.

Der populäre „Fox News“-Moderator Brian Kilmeade hat mit einer Biografie des siebenten Präsidenten der USA und Mitgründer der Demokratischen Partei, Andrew Jackson, sein mittlerweile fünftes Buch veröffentlicht. In einem Beitrag auf der Webseite des Senders erklärte er, auf diese Weise dem „Krieg gegen die eigene Geschichte“ entgegentreten zu wollen, den progressive Kreise den USA aufzuzwingen versuchten.

„Ich habe das Privileg genossen, mit den patriotischesten Amerikanern auf dem Planeten sprechen zu dürfen“, erklärte Kilmeade. „Doch gleichzeitig habe ich eine Generation heranwachsen sehen, die es nicht wertschätzt, was Amerika bedeutet und wie wir zu dieser großen Nation geworden sind. Statt die Vergangenheit zu feiern, beurteilen viele sie lediglich auf der Basis ihrer eigenen modernen Wertvorstellungen und verleumden unsere Helden.“

Ein solcher sei in jedem Fall auch Andrew Jackson gewesen. Als 13-jähriges Waisenkind habe der am 15. März 1767 in den Waxhaws zwischen North und South Carolina geborene Jackson bereits im Revolutionskrieg gekämpft. Am Ende wurde er im Britisch-Amerikanischen Krieg zum Oberkommandierenden der amerikanischen Truppen, denen es am 8. Januar 1815 in der Schlacht von New Orleans gelang, den Ansturm einer zahlenmäßig weit überlegenen britischen Armee abzuwehren. Wenig später endete der Krieg durch den Friedensschluss von Gent.

Der militärische Erfolg Jacksons gilt als so sensationell, dass Militärhochschulen heute noch den Schlachtverlauf und die Taktik der Amerikaner studieren.

Beim ersten Wahlantritt ohne Mehrheit im Electoral College

„Obwohl er schwer krank war“, erläutert Brian Kilmeade, „ist es ihm gelungen, eine Armee, die Menschen unterschiedlichster Glaubenssysteme und Hautfarben aufwies, zu vereinigen und diese zu einer Kampfmaschine umzuwandeln, der es gelang, die mächtigste Armee der Welt zu bezwingen. Jackson ist es zu verdanken, dass sich die Vereinigten Staaten heute von der Pazifik- bis zur Atlantikküste erstrecken.“

Nach einem Scheitern am Electoral College im Jahr 1824 gelang es Jackson vier Jahre später, sich die erforderliche Mehrheit für die Präsidentschaft zu sichern, 1832 wurde er wiedergewählt. In die Zeit seiner Präsidentschaft fielen unter anderem weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, die Auflösung der Nationalbank und die „Marktrevolution“, die eine Anbindung der USA an den Weltmarkt zur Folge hatte.

Kilmeade will die umstrittene Rolle Jacksons in den Indianerkriegen seiner Zeit nicht leugnen und sonstige Unzulänglichkeiten, die in der Amtszeit Barack Obamas zu Bestrebungen führten, sein Konterfei von der 20-Dollar-Note zu entfernen. Mit Beginn der Präsidentschaft Donald Trumps liegt dieses Vorhaben nun bis auf Weiteres auf Eis.

„Ja, er hatte Sklaven. Ja, er bekämpfte amerikanische Ureinwohner und ja, es ist richtig, dass er auch beim Pfad der Tränen [Vertreibung mehrerer Indianerstämme vom Südstaaten-Waldland nach Oklahoma nach 1830 mit vielen Todesopfern infolge von Krankheiten und Versorgungsmängeln; d. Red.] eine Rolle spielte“, betont Kilmeade.

„Ich möchte diese Tatsachen nicht verschweigen; Jackson war ein komplexer und fehlerbehafteter Mann und wir sollten aus seinen Verfehlungen lernen. Was wir trotzdem nie tun sollten, ist, zuzulassen, dass diese Fehler seine Erfolge zudecken, denn wenn wir das tun, werden wir unsere Geschichte verlieren.“

Wie Trump vom politischen Establishment abgelehnt

Spätere Präsidenten sahen in Jackson und dessen Wirken eine Inspiration. Theodore Roosevelt schrieb ein Buch über dessen Führungsqualitäten, Franklin D. Roosevelt besuchte Jacksons Domizil, um sich vor dem Zweiten Weltkrieg Inspiration zu holen. Auch Ronald Reagan würdigte ihn als Vorbild. Mit Donald Trump hat Jackson gemeinsam, dass auch er ein Mann des einfachen Volkes war, den das bestehende Establishment zurückgewiesen hatte.

„Jackson war nicht fehlerlos, ebenso wenig wie Amerika es war, trotz des Beispiels von Freiheit und Demokratie, das Millionen Menschen in der Welt inspiriert hat“, schreibt Kilmeade. „Wir tragen den Schandfleck der Sklaverei und des allzu oft herzlosen Verhaltens gegenüber unseren Ureinwohnern mit auf unserer Bilanz. Diese traurigen Tatsachen sollen jedoch nicht das überragen, was wir geworden sind oder uns davon ablenken, was wir den Männern und Frauen verdanken, die vor uns kamen.“

Es solle Schluss damit sein, die Amerikaner von gestern mit den Maßstäben von heute zu messen. Wie auch die heutige wären auch damalige Generationen durch den Horizont ihrer Zeit beschränkt gewesen, und sie hätten von uns auch erwartet, das, was sie begonnen hatten, weiterzuführen, und sich nicht damit zufrieden zu geben.

Kannibalismus an der eigenen Geschichte

„Während Amerika nie perfekt war“, schließt Kilmeade seine Ausführungen, „versuchen wir, es zu sein, und das ist es, was uns groß macht.“

Kilmeades Buch hat zwar einen historischen Stoff zum Thema, schlägt aber auch Brücken in die heutige Zeit. Vor allem kritisiert der Autor das progressive Geschichtsbild, das bereits Dinesh D’Souza in seinem Werk „America – Imagine a world without her“ analysiert hat und das offenbar die 1960er Jahre mit ihrer Kulturrevolution als den eigentlichen Gründungsakt Amerikas betrachtet. Demgegenüber steht das traditionelle Amerika, das an den tatsächlichen Gründungsidealen von 1776 festhält und sich gegen den zunehmenden Kannibalismus an der eigenen Geschichte durch „Neueinordnung“ nach modernen Maßstäben zur Wehr setzt.

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