Neun festgenommene „Cumhuriyet“-Mitarbeiter bleiben in Untersuchungshaft

Epoch Times5. November 2016 Aktualisiert: 5. November 2016 9:31
Neun Mitarbeiter der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet", die Anfang der Woche festgenommen worden waren, bleiben in Haft. Ein Gericht in Istanbul ordnete am Samstag an, dass sie bis zu ihrem Prozess in Untersuchungshaft bleiben.

Neun Mitarbeiter der türkischen Oppositionszeitung „Cumhuriyet“, die Anfang der Woche festgenommen worden waren, bleiben in Haft. Ein Gericht in Istanbul ordnete am Samstag an, dass sie bis zu ihrem Prozess in Untersuchungshaft bleiben. Unter den Festgenommenen sind der Chefredakteur des Blattes, Murat Sabuncu, der Karikaturist Musa Kart und der Kolumnist Kadri Gürsel.

Die türkische Justiz hatte die Mitarbeiter der Zeitung am Montag festgenommen. Sie wirft ihnen Verbindungen zu kurdischen Aufständischen vor sowie zu den Verantwortlichen des gescheiterten Militärputschs von Mitte Juli.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Vorgehen Ankaras gegen die Oppositionszeitung als „in höchstem Maße alarmierend“ verurteilt. Das „hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit“ werde in der Türkei „immer wieder aufs Neue eingeschränkt“, sagte sie am Mittwoch.

Zuvor hatte der frühere Chefredakteur von „Cumhuriyet“, Can Dündar, im Zusammenhang mit den Festnahmen die Haltung Berlins kritisiert. Die Reaktion der Bundesregierung sei „wirklich schwach“ gewesen, sagte er der Zeitung „Die Welt“. Die Bundesregierung hatte zunächst ihre „Sorge“ über die Verhaftungswelle ausgedrückt und erklärt, die Pressefreiheit sei ein „hohes Gut“.

Im Zuge ihres massiven Vorgehens gegen Oppositionelle nahmen die türkischen Behörden in der Nacht zum Freitag zudem die beiden Vorsitzenden der prokurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag, sowie mehrere HDP-Abgeordnete fest.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte dem „Donaukurier“ (Samstagsausgabe), der Umgang der türkischen Regierung mit der Opposition sei „völlig inakzeptabel“. „Da werden Grundwerte der EU mit Füßen getreten“, sagte er. (AFP)

 

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