„Nicht Vergessen, Chronik der kommunistischen Inquisition“

Epoch Times10. November 2005 Aktualisiert: 10. November 2005 16:10
Ukrainischen Vereinigung Memorial der Stadt Kiew

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich Sie herzlich grüßen im Namen der Ukrainischen Vereinigung Memorial der Stadt Kiew und im Namen der Bürger der Hauptstadt der Ukraine Kiew.  Entsprechend dem Erlass des Präsidenten der Ukraine wurde der 26. Oktober zum staatlichen Gedenktag der Opfer der großen Hungersnot und der politischen Repressalien erklärt.  Nur Dank seiner wieder erlangten Unabhängigkeit im Jahre 1991 hat das ukrainische Volk das Recht bekommen der Millionen Opfer zu gedenken. Bis dahin hatte nur die Ukrainer im Ausland sowie Wissenschaftler und Forscher aus  demokratischen Ländern über die Verbrechen der Besetzer gegenüber unserem Volk  berichtet.

Die größte Zerstörung und physische Ausrottung erlebte unsere Nation im 20. Jahrhundert.

Von den ersten Tagen an während der Zeit der Okkupation durch das kommunistische Regime aus Moskau war die Ukraine eine der Republiken, die den größten Widerstand dagegen leisteten, sie zum Versuchsfeld  für die „Diktatur des Proletariats“ zu machen, um viele Arten von Repressalien zu erproben.

Von 1917 bis 1991 erlebte die Ukraine 3 Hungersnöte, 4 Perioden der Massendeportation, Völkermord und physischen und moralischen Terror. Im Lauf der Zeit entwickelten die kommunistischen Ideologen komplizierte Methoden, um alle ihre Verbrechen vor der Welt zu verbergen. Auch bis jetzt sind diese Methoden des Versteckens noch nicht ganz aufgedeckt und erforscht. Erst jetzt nach der Orangen Revolution macht die Ukraine die ersten wirklichen Schritte, die Verbrechen der kommunistischen Vergangenheit aufzuarbeiten und neu zu bewerten. Gemäß dem Erlas № 1087/2005 von 11. Juli 2005 des ukrainischen. Präsidenten Juwtschenko wird in der Ukraine ein Institut des nationalen Erinnerung Gedenkens eingerichtet.

Da die letzten beiden Präsidenten der Ukraine ehemalige Sekretäre der Kommunistischen Partei waren, wurde nur der Anschein eine Aufarbeitung und Neubewertung der kommunistischen Vergangenheit erzeugt. Und das erfolgte nur auf Druck der ukrainischen Diaspora.

Zum 70. Gedenktag der „großen Hungersnot von 1932-33  hat die Forschungsabteilung der Vereinigung Memorial der Stadt Kiew eine Ausstellung zum Thema „Nicht Vergessen, Chronik der kommunistischen Inquisition“ eingerichtet. Das war eine große Leistung auf Basis der gesammelten Dokumente und Forschungsbemühungen über kommunistische Verbrechen in der Ukraine von 1917 bis 1991.

Unsere Ausstellung besteht aus 12 Teilen. Der größte Wert besteht im chronologischen Aufbau historischer Tatsachen: von den ersten Dekreten Lenins und Entscheidungen vom Plenum und der Partei-Zusammenkunft bis die Ukraine unabhängig wurde.

Als Beispiel möchte ich einige statistische Daten für die Folgen der Repressionen aufzeigen:

Während der ersten Hungernot 1921-23 sind in zentralen und westlichen Regionen 3 Millionen Menschen verhungert. In diesen Regionen sind 75% der Neugeborenen verstorben. 1921-22 betrug das Defizit von Getreide in Regionen der Ukraine 35Millionen Zentner, gleichzeitig wurden 27 Millionen Zentner Getreide aus der Ukraine nach Russland verfrachtet. Lenin schrieb: „Jetzt und gerade jetzt, wenn in der Hungergegenden Menschen gegessen werden, und auf der Straßen hunderte wenn nicht tausende verstorbene Menschen liegen, sollen wir die kirchlichen Schätze enteignen und jeglichen Widerstand ersticken.“

Die Große Hungersnot von 1932-33 kostete 10 Millionen Leben. Wobei eine enorme Menge von Getreide den ukrainischen Bauern entwendet wurde.

1932 beschloss der Kreml, dass die Ukraine 360 Millionen Zentner Weizen abliefern muss. Wobei die Ukraine nur 70% davon produzieren konnte.

Diese beiden Hungernöte wurden durch Moskau initiiert als Strafe für die häufigen Bauernaufstände in der Ukraine.

Man kann noch reichhaltige Statistiken über die Opfer der Kollektivierung anführen. Die größte Zahl an  Repressionen ereignete sich zur Zeit des großen Terrors. Nach wissenschaftl. Schätzungen wurden 4,5 bis 5 Millionen Menschen verfolgt.

Nur zwischen 1945 bis 1953 wurden wegen antisowjetischer politischer Vergehen in der Ukraine 43.379 junge Menschen unter 25 Jahren verhaftet.

Zwischen 1944-54 wurden in der Westukraine 500.000 Menschen verfolgt, von denen 134.000 verhaftet, 153.000 ermordet und 203.000 aus der Ukraine deportiert wurden. 

Leider leben wir in der Welt der Doppelstandards. Die Versuche der Ukraine bei UNO, die Hungersnot von 1932-33 als Völkermord anerkennen zu lassen, sind misslungen. Nur 5 Staaten haben bis jetzt diese Hungersnot als Völkermord anerkannt. Wir sind der tiefsten Überzeugung, dass ohne Gerechtigkeit kein stabiler Frieden möglich ist. Es ist nur Frieden möglich, solange die Wege zur militärischen Aggression,  zum Völkermord und Verbrechen gegen Menschlichkeit verschlossen sind und diese Verbrechen, falls sie geschehen, mit ganzer Härte bestraft werden.

In der ganzen Welt wurden Faschismus und Nationalsozialismus (Nazi) als verbrecherische Ideologien verurteilt. Verbrecherisch ist auch der Kommunismus und seine Ideologie. Kommunistische Regime ermordeten mehr als 120 Millionen Menschen auf der Welt. Jedoch bis jetzt wurden sie durch Weltpolitik und die Weltöffentlichkeit nicht verurteilt.

Nach dem Unterschreiben vom Ribbentrop–Molotow-Pakt sagte Churchill: So eine gegen die Natur gerichtete Änderung der russischen Politik kann nur eine Metamorphose sein, die durch ein totalitäres Regime verursacht wird. Heute behält Russland ihre imperialistischen Ambitionen gegenüber den von ihr eroberten Völkern. Wir beobachten die Annäherung zwischen Russland und China. China zieht eine ökonomische Maske über seine kommunistische Ideologie. Während Russland die demokratische Maske darüber zieht.

Die Welt soll sich vereinigen im Kampf gegen der kommunistische Ideologie. Denn die Staaten, die die kommunistische Ideologie und totalitäre Regierungsformen propagieren, besitzen Massenvernichtungswaffen und somit stellen sie eine Gefahr für die ganze Menschheit dar.

Kruzik, Vorsitzender der Vereinigung, 9.11.2005



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