Der NRW-Ministerpräsident und CDU-Landeschef Laschet steht zwar naturgemäß nicht auf dem Stimmzettel. Dennoch könnte ein schlechtes Abschneiden der Landes-CDU am Sonntag als Rückschlag für Laschet gewertet werden.Foto: Andreas Rentz/Getty Images

NRW wählt am Sonntag mit Maske – Berlin schaut mit Spannung zu

Epoch Times9. September 2020 Aktualisiert: 9. September 2020 9:50
Am kommenden Sonntag stehen in NRW die Kommunalwahlen an. Mit Spannung wird das Abschneiden der CDU im Heimatland des potenziellen Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet erwartet.

Mit rund 14 Millionen Wahlberechtigten sind die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am Sonntag der größte Urnengang des Jahres – doch nicht nur deshalb dürfte die Wahl der Ratsmitglieder und Verwaltungschefs an Rhein und Ruhr diesmal besondere bundespolitische Beachtung finden: Mit Spannung wird das Abschneiden der CDU im Heimatland des potenziellen Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet erwartet, außerdem ist die NRW-Kommunalwahl die erste unter umfassenden Corona-Auflagen.

Zwar lächeln in den Städten des einwohnerstärksten Bundeslands wie gewohnt die Kandidaten von Wahlplakaten an nahezu jedem Laternenpfahl, doch pandemiebedingt mussten die Parteien diesmal auf große öffentliche Wahlkampfveranstaltungen verzichten. Auch in den Wahlkabinen gelten am Sonntag wegen Corona neue Regeln: In den NRW-Wahllokalen herrscht Maskenpflicht, Wähler sollen darüber hinaus zum Ankreuzen ihren eigenen Stift mitbringen.

Zahl der Briefwähler soll steigen

Wegen der Corona-Pandemie dürfte zudem die Zahl der Briefwähler bei der NRW-Kommunalwahl deutlich steigen. Die Millionenstadt Köln beispielsweise bereitet sich auf eine Rekordbriefwahl vor: Bislang gingen mehr als 230.000 entsprechende Anträge bei der Stadt ein – das entspricht rund einem Viertel aller Kölner Wahlberechtigten. In der Domstadt wird die Briefwahl in zwei eigens dafür vorbereiteten Messehallen ausgezählt.

Auf welche Partei bei den NRW-Kommunalwahlen die meisten Kreuze entfallen, dürften die Spitzen der Bundesparteien diesmal besonders aufmerksam beobachten. Der NRW-Ministerpräsident und CDU-Landeschef Laschet steht zwar naturgemäß nicht auf dem Stimmzettel. Dennoch könnte ein schlechtes Abschneiden der Landes-CDU am Sonntag als Rückschlag für Laschet gewertet werden, der als aussichtsreicher Bewerber um den CDU-Bundesvorsitz und möglicher Unionskanzlerkandidat gilt.

Bei der NRW-Kommunalwahl 2014 hatte die CDU 37,5 Prozent erreicht und damit klar besser abgeschnitten als die SPD mit 31,4 Prozent. Platz drei belegten damals die Grünen mit 11,7 Prozent. Laut einer Infratest-dimap-Umfrage des Westdeutschen Rundfunks und mehrerer Lokalzeitungen in elf der 30 NRW-Großstädte dürften die Grünen nun ihre Position deutlich ausbauen, während CDU und SPD am Sonntag Verluste drohen.

SPD muss sich auf schlechtere Ergebnisse einstellen

Die SPD muss sich demnach in allen elf Großstädten auf schlechtere Ergebnisse einstellen. Nur noch in den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Duisburg liegt die Partei laut Umfrage klar vorn und hat damit gute Chancen, stärkste Kraft im Stadtrat zu werden. Die CDU liegt immerhin in Düsseldorf, Essen, Münster und Siegen im Rennen um die stärkste Ratsfraktion deutlich vorn. Die Grünen könnten hingegen in Aachen und Bonn zur stärksten Kraft werden.

Neben den Stadt- und Gemeinderäten sowie Kreistagen werden in Nordrhein-Westfalen auch Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte neu gewählt. Ausgerechnet in Laschets Heimatstadt Aachen liegt der Umfrage zufolge die Grünen-Kommunalpolitikerin Sibylle Keupen mit 35 Prozent vor dem CDU-Bewerber Harald Baal mit 26 Prozent und dem SPD-Kandidaten Mathias Dopatka mit 24 Prozent. Bislang regiert in Aachen der CDU-Politiker Marcel Philipp, der nicht mehr antritt.

In Köln hat laut Infratest dimap die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker beste Chancen auf eine Wiederwahl. Die von CDU und Grünen unterstützte Reker liegt in der Umfrage bei 61 Prozent und damit weit vor ihrem SPD-Herausforderer Andreas Kossiski mit 22 Prozent.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Düsseldorf könnte sich dagegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) und seinem CDU-Konkurrenten Stephan Keller abzeichnen – beide liegen bei 31 Prozent.

In Düsseldorf wie in vielen anderen NRW-Städten könnte damit die Entscheidung über das Stadtoberhaupt erst in einer Stichwahl am 27. September fallen. Zwar hatte die schwarz-gelbe Landesregierung die Abschaffung der Stichwahlen beschlossen, der NRW-Verfassungsgerichtshof erklärte dies jedoch im vergangenen Dezember für verfassungswidrig. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion