Der Bürgermeister lädt zur Demo gegen Massenlager ein. Letztendlich sind die Bürger erfolgreich.Foto: Screenshot/Facebook

Österreich: Bruckneudorfer Bürgerproteste gegen Asyl-Massenlager erfolgreich

Epoch Times22. Dezember 2015 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:05

Der neue Flüchtlingskoordinator Österreichs, Christian Konrad wählte im Zusammenhang mit dem Innen- und dem Verteidigungsministerium aus 27 vorgeschlagenen Kasernen des Bundesheeres acht für Asylunterkünfte aus. Die neue Verordnung trat am 19. Dezember in Kraft und gilt vorerst für sechs Monate.

Auch auf dem Gelände der Benedek-Kaserne im burgenländischen Bruckneudorf sollen jetzt Wohncontainer auf dem Truppenübungsplatz entstehen, allerdings in geringerem Umfang, als ursprünglich geplant.

Damit wurde ein von den Bürgern und dem Bürgermeister erkämpfter Kompromiss umgesetzt.

Zusammenhalt: Bürger und Bürgermeister

Der Bruckneudorfer Putztrupp mit Bürgermeister Dreiszker (rechts) richtet das alte Schloss Königshof im September 2015 für Asylbewerber her.Der Bruckneudorfer Putztrupp mit Bürgermeister Dreiszker (rechts) richtet das alte Schloss Königshof im September 2015 für Asylbewerber her.Foto: Screenshot/Facebook

Das von den Einwohnern befürchtete Massenquartier für 450 Migranten ist endgültig vom Tisch. Damit hatten die Proteste von Hunderten Bürgern der 3.000-Seelen-Gemeinde endlich Erfolg. Unter dem Motto: "Ja zum Helfen, Nein zum Massenlager!" versammelten sich in den letzten zweieinhalb Wochen die Bruckneudorfer insgesamt sechs Mal, um gegen die Pläne des Innenministeriums, in ihrem Ort ein Asyl-Massenlager zu errichten, zu demonstrieren, meldete ORF Burgenland.

Sie fanden dabei nicht nur bei ihrem Bürgermeister Unterstützung, sondern auch bei ihrem Landeshauptmann, der für eine menschenwürdige und integrierbare Lösung eintrat und sich dem Druck aus Wien entgegenstellte.

An der Spitze der Bürger stand immer ihr Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SPÖ): "Ich danke insbesondere Brucks Bürgermeister Richard Hemmer und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad für die konstruktiven Gespräche, sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Demos und der burgenländischen Landesregierung, namentlich Landeshauptmann Hans Niessl und Soziallandesrat Norbert Darabos, die sich gemeinsam mit uns gegen dieses Massenlager eingesetzt haben!“, so Dreiszker zu CCM-TV.

Am 16.12. dann war es soweit, statt der geplanten Demo, dankte der Bürgermeister den Bürgern für den Zusammenhalt und das gelungene Ergebnis.

Die Einigung sieht vor, dass die Gemeinde zusätzlich zu den bereits aufgenommenen 50 Migranten, mit denen sie ihre Aufnahmequote bereits erfüllt hat, weitere 50 in Containern als Notlösung für ein halbes Jahr aufnehmen wird. Damit wird auch das gefürchtete "Containerdorf" mit 80 Containern a 5 bis 6 Personen nicht entstehen. Schon im September hatte die Gemeinde die Aufnahmequote erfüllt. [Video]

Containerdorf in der Praxis

Die Nachbargemeinde Potzneusiedl hat Erfahrungen mit einem Containerdorf. Allerdings wurden hier die Menschen nicht so eng eingepfercht, wie es für das Massenlager in Bruckneudorf geplant gewesen wäre. Hier im Ort sind 80 Personen auf 50 Container verteilt.

Das Leben läuft geregelt ab, es gibt Kontakte zur Bevölkerung: "Ich spiele Tag für Tag mit meinen Freunden Karten und wir plaudern. Und es kommen Menschen her, die mit meiner Frau, meinen Kindern und mir Deutsch lernen", sagte einer der Männer aus dem Containerdorf im ORF Burgenland. Die Einrichtung wird vom Arbeitersamariterbund betreut. Hier gibt es Bastestunden mit anderen Kindern aus der Bevölkerung. Die Reinigungsarbeiten in den Containern werden von den Bewohnern selbst übernommen.

Manchmal mussten die männlichen Asylbewerber erst davon überzeugt werden, so Veronika Handler von den Samaritern Burgenland: "Wir reden mit ihnen und erklären ihnen, dass sie nicht auf Urlaub hier sind, sondern um Asyl angesucht haben und sich auch an unsere Regeln halten müssen. Das funktioniert – mehr oder weniger." Die meisten, die hier wohnen, sind Familien aus Syrien, Afghanistan, Somalia und dem Libanon.

Natürlich gibt es auch Gegner, die meisten der 554 Einwohner im Ort seien eigentlich dagegen, gesteht Bürgermeister Franz Werdenich (ÖVP). "Auf der anderen Seite werden wir nicht sehr tangiert. Es kommen eher vereinzelt Flüchtlinge in die Ortschaft hinein, auch aus dem Grund, weil hier mehrheitlich Familien sind und es nicht gegeben ist, dass die Leute einzeln herumlaufen", relativiert der Ortsvorsteher. Bis Mai sollen die Asylbewerber in feste Unterkünfte gebracht und die Container abgebaut werden. 

Acht Kasernen werden Asylunterkünfte

Neben der Kaserne in Bruckneudorf/Burgenland wurden sieben weitere ausgewählt. In Kärnten etwa wird die Henselkaserne in Villach zur Zeltstadt für Migranten. Hier können 350 Asylbewerber in winterfesten Zelten untergebracht werden. Auch die Türk-Kaserne in Spittal an der Drau ist betroffen. Die Grazer Kirchner-Kaserne steht zwar eigentlich zum Verkauf, bis sich aber ein Interessent für das 57.000 Quadratmeter große Areal findet, wird hier eine Containersiedlung entstehen. 

Die weiteren Standorte sind: Fliegerhorst Brunowski (Tulln/Niederösterreich), Hessen-Kaserne (Wels, Oberösterreich), Wintersteller-Kaserne (St. Johann/Tirol) Wallenstein-Kaserne (Götzendorf an der Leitha/Niederösterreich). Dies schrieb die "Krone" mit Verweis auf eine Meldung des Innenministerium am Dienstag. (sm)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN