Österreich: Winter-Tourismus vor Desaster, Hofer streut Lockdown-Gerüchte, Grüne stürzen ab

Von 1. Oktober 2020 Aktualisiert: 5. Oktober 2020 7:23
In Österreich zittern vor allem die Gastronomen vor einer möglichen Katastrophe im Winter-Tourismus. Auch politisch schlägt die Corona-Krise Wellen: Die Grünen verlieren deutlich an Zuspruch, die FPÖ schürt Lockdown-Ängste und HC Strache wäre im Nationalrat.

Die Wintersaison in Österreichs Tourismus hat noch gar nicht begonnen, doch Gastronomen und Hoteliers befürchten jetzt schon, dass die Corona-Krise in den kommenden Monaten zu einer katastrophalen Bilanz führen könnte. Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte jüngst erklärt, es werde im kommenden Winter „Skivergnügen, aber ohne Après-Ski“ geben, um ein zweites Ischgl zu vermeiden. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass auch das Skivergnügen weithin ausbleiben wird.

Infektionszahlen auf dem Level des Frühjahrs

Wie „oe24“ berichtet, haben die Reisewarnungen der deutschen Bundesregierungen für Wien, Tirol und Vorarlberg jetzt schon zu Massenstornierungen geführt. Schließlich müssten deutsche Touristen, die aus diesen Gebieten zurückkehren, an der Grenze einen maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorweisen, widrigenfalls die Quarantäne droht. Da die Rückreise über Salzburg oder Oberösterreich mit langen Staus verbunden wäre und die vor allem für Westösterreich-Urlauber aufwändige potenzielle Ausweichstrecke über Tschechien ebenfalls nicht mehr in Betracht kommt, entscheiden sich viele Urlauber dazu, auf den Wintersport in Österreich diesmal komplett zu verzichten.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Alpenrepublik hat zwar bis dato noch nicht wieder den Rekordwert vom 26. März erreicht, wo innerhalb von 24 Stunden 1.321 diagnostiziert worden waren. Klammert man diesen Tag aus, bewegt sich die Entwicklung der diagnostizierten Corona-Infektionen seit Anfang September jedoch stabil auf jenem Level, das bereits in den Monaten März und April zu verzeichnen war. Die Zahl der Toten ist hingegen deutlich niedriger als im Frühjahr.

In manchen Fällen, so „oe24“, werden anreisewillige Urlauber sogar trotz aufrechter Buchung ausgesperrt. Eine Schweizerin berichtet, ihr Hotel habe angerufen und angekündigt, im Winter gar nicht erst zu öffnen. Auch Tourismusunternehmer Christian Harisch erklärte gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“, viele Hotels würden angesichts der durchwachsenen Erwartungen gar nicht erst aufsperren.

Viele Hotels öffnen im Winter gar nicht 

Auch in Wien macht sich die Reisewarnung aus Deutschland bemerkbar. Vier von fünf Hotels der Schick-Gruppe, sonst bei Städtetouristen außerordentlich beliebt, bleiben geschlossen, weil die Zahl der Gäste so deutlich nachgelassen hat. In Kitzbühel meldet die Betreiberin von „Rosis Sonnbergstuben“, erstmals in 52 Jahren des Betriebes hätten sämtliche deutschen Gäste ihre Urlaubsarrangements storniert.

Zähneknirschend erklären sich Gastronomen in Anbetracht der Entwicklung bereit, das Konzept der Gästelisten zu unterstützen, das es bislang in Wiener Gaststätten gibt und das die Bundesregierung nun auf alle Bundesländer ausdehnen will.

Bundesgesundheitsminister Rudolf Anschober hatte bis dato aus Datenschutzerwägungen Bedenken gegen eine solche Lösung, und Gastronomen waren abwartend, weil sie die Verantwortung dafür trügen, die Identität der Gäste korrekt zu erfassen. Sie befürchteten, dass die Pflicht, die eigenen Daten zu hinterlassen, viele dazu veranlassen könnte, zu Hause zu bleiben – obwohl sie ja auch bei Lieferdiensten ihre Daten hinterlegen würden.

Tourismus-Unternehmen freunden sich mit Registrierungspflicht an

Nun signalisieren auch Gaststättenbetreiber und Verbände in Niederösterreich und in westösterreichischen Skigebieten Zustimmung zu dem Konzept, weil sie hoffen, die dadurch bedingte schnellere Nachvollziehbarkeit möglicher Infektionsketten könnte zumindest dazu führen, dass weniger Touristen von sich aus Corona-angstbedingt ihren Urlaub stornieren.

Verfassungsjurist Christian Funk spricht gegenüber „oe24“ von rechtlichen Bedenken, die gegen die Registrierungspflicht sprächen. Im Kampf gegen eine Pandemie sei sie dennoch „durchaus sinnvoll“ – zudem seien die Daten sicher, weil die Aufbewahrungsfrist begrenzt sei und zudem nur Bezirksverwaltungsbehörden im Covid-Verdachtsfall deren Herausgabe verlangen könnten.

Der Wiederanstieg der Corona-Fälle, die Restriktionen und die von Unwägbarkeiten begleitete Ampel-Regelung, die im September für Österreich eingeführt wurde, haben einen Rückgang der Zustimmung zur Politik der türkis-grünen Regierungskoalition in der Bevölkerung bewirkt. Eine aktuelle Umfrage von Research Affairs weist aus, dass nur noch 14 Prozent sehr zufrieden mit der Arbeit der Regierung sind und 44 Prozent eher zufrieden. Insgesamt seien das drei Prozent weniger als in der Vorwoche.

Grüne nur noch gleichauf mit der FPÖ

Immerhin halten 64 Prozent der Befragten aktuelle Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für angemessen und zeigen sich über die neuerliche Zunahme der Infektionszahlen besorgt. Die Corona-Ampel halten lediglich 46 Prozent für sinnvoll.

Die sinkende Zustimmung bezüglich der Regierungspolitik trifft jedoch nur einen Koalitionspartner. Während die ÖVP von Kanzler Kurz weiterhin mit 42 Prozent der Stimmen unangefochten an der Spitze der Wählergunst bleibt, verlieren die Grünen weiter an Boden und befinden sich mit 12 Prozent nur noch auf dem Level der FPÖ, deren Vorsitzender Norbert Hofer jüngst behauptete, „wohlinformierte Kreise im Umfeld der Kabinette“ hätten ihm zugetragen, die Regierung bereite für 23. Oktober einen neuerlichen Lockdown für Österreich vor. Die Regierung weist die Darstellung kategorisch zurück.

Die SPÖ bleibt mit 19 Prozent als zweitstärkste Kraft weiterhin deutlich unter den Ergebnissen der Zeit vor der Übernahme der Partei durch Pamela Rendi-Wagner, die linksliberalen NEOS liegen bei neun Prozent. Das Team HC Strache des früheren FPÖ-Chefs und Vizekanzlers, das bislang nur in Wien flächendeckend organisiert ist, würde, wären am kommenden Sonntag Nationalratswahlen, mit fünf Prozent auf Anhieb den Parlamentseinzug schaffen.

Gelingt Strache Top-Ergebnis in Wien, wird sein Team bundesweit Fuß fassen

Sollte Strache, der zurzeit ein offensives Wahlkampffinish in der Bundeshauptstadt hinlegt, am 11. Oktober auf Anhieb ein Überraschungserfolg bei der Landtagswahl gelingen, würde er dies unweigerlich zum Anlass nehmen, sein neues politisches Projekt auf ganz Österreich auszudehnen. Neben der FPÖ gilt das Team HC als der vehementeste Gegner der Aufrechterhaltung der Pandemie-Maßnahmen.

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