Der Verteidigungsminister von Österreich, Gerald Klug (SPÖ), erhielt ein denkwürdiges Schreiben von den "Liberalen Muslimen Österreichs".Foto: ALEXANDER KLEIN/AFP/Getty Images

Österreichs Liberale Muslime warnen Verteidigungsminister vor Unterwanderung des Heeres

Epoch Times30. September 2015 Aktualisiert: 30. September 2015 17:27
Die Initiative Liberaler Muslime Österreichs (ILMÖ) wendet sich in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Gerald Klug: Sie warnt vor der dringenden Gefahr der Unterwanderung des Heeres durch „radikale Muslimbrüder oder IS-Sympathisanten“.

Seit dem 16. Juni 2015 hat Österreichs Bundesheer einen "Militärimam", auch in der Deutschen Bundeswehr zeichnet sich die Einrichtung solch eines Amtes ab. Jetzt schickte die Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) einen offenen Brief an Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und forderte die sofortige Absetzung des Imams.

In ihrem „Offenen Brief“ weist die Vereinigung unter anderem auf folgende Punkte hin: 

– Eine solche Funktion gibt es sonst nirgends, mit Ausnahme weniger Länder, die nach dem Scharia-Recht beherrscht werden.

– Es gibt keine Hierarchie und Priestertum im Islam, weil der Glaube Privatsache ist und es zwischen Mensch und Gott keinen Vermittler gibt. Im Islam sind "Geistliche" unbekannt.

– Es gibt auch keine Seelsorger im Islam. Bei einer aktuellen Angelobung neuer Soldaten sprach dieser "Militärimam" einen Segen. Auch das gibt es nicht im Islam.

Nach diesen Aussagen stellt sich die Frage, welche noch verbleibenden Aufgaben dann ein Militärimam im Heer ausüben soll. Im Koran hat der Imam die ursprüngliche Bedeutung von „Vorsteher, Vorbild, Richtschnur, Anführer“, so Wikipedia. 

Liberale Muslime warnen vor radikalen Randgruppen

Die liberale österreichische Muslimvereinigung schreibt weiter in ihrem Brief: „Es scheint, das Bundesministerium für Landesverteidigung ist hier einer groß angelegten Täuschung aufgesessen, mit der die politischen Interessen einiger konservativer fundamentalistische Randgruppen gefördert werden sollen. Als österreichische Muslime können wir das weder nachvollziehen noch begrüßen.

Zusammenfassend zeigt sich ein Unverständnis gegenüber dem Sinn der Einführung eines Militärimam in Österreich: „Warum man nun unter BM Klug diesen skandalösen Schritt nun doch machte, ist uns schleierhaft und stärkt den politischen Islam und die Muslimbrüder weiter. Wir empfehlen Ihnen dringend, diese unislamischen und nur von radikalen Islamisten betriebenen Umtriebe wieder abzustellen und die Trennung zwischen Staat und Religion zu achten.

Ein Detail mit möglichen Folgen

Doch wie immer, zeigen sich mögliche Hinweise manchmal in winzigen Details, Details, die leicht als unbedeutend übersehen werden könnten. Im Brief wird auf eines dieser Details hingewiesen:

In diesem Zusammenhang ist auch aufgekommen, dass "streng gläubige" Muslime im Bundesheer von der Rasur befreit sind. Eine Bewertung, ob jemand "streng" oder "weniger" gläubig ist, gibt es weder im Koran noch sonstwo im Islam. Entweder jemand bekennt sich als Muslim oder nicht. Die Rasur-Befreiung wird anscheinend mit einer Bescheinigung der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) gewährt. Auch das ist nicht verständlich. Die IGGiÖ ist ein Dachverband für Vereine. Sie übt keine religiöse Funktion aus und nimmt keine einzelnen Muslime als Mitglieder auf. Die IGGiÖ kann daher nicht einmal feststellen, ob eine Person Muslim ist oder nicht. Schon gar nicht vertritt die IGGiÖ daher alle Muslime.

Warum stellt eine nicht vertretungsberechtigte islamische Organisation eine „Rasur-Befreiung“ für muslimische Soldaten aus, die scheinbar vom Heer anerkannt wird? Sollen hier zukünftige Wege für strenggläubige Bruderschaften geschaffen werden? 

2008 verhindert: falscher Mufti & Imam der Muslimbruderschaft

Schon 2008 konnte die Initiative Liberaler Muslime Österreichs durch ihre Intervention und Aufdeckung von Hintergründen beim vormaligen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) verhindern, dass Österreich einen Mufti (Gelehrter des islamischen Rechts) und einen Imam für das Heer einsetzte. Im Verlauf der Entwicklung hatte „der türkische Mufti-Kandidat gefälschte Zeugnisse aus Istanbul und der syrische Imam-Kandidat ist führender Muslimbruder“. 

Unterzeichnet ist der Offene Brief durch Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte, sowie Präsident der Initiative Liberaler Muslime Österreich. Er weist auf besorgniserregende Verdachtsfälle der letzten Zeit, die in den österreichischen Medien thematisiert wurden. Es ging um Rekruten des Bundesheeres, die wiederholt islamistische Gesten und Symboliken gezeigt hatten. Als Beispiel nannte Albayati den ausgestreckten Zeigefinger, ein IS-Symbol. Und… "Falsch verstandene und kontraproduktive Aktionen, wie etwa der Militärimam verhindern derartige Entwicklungen nicht – im Gegenteil!"

Gesten mit und ohne Folgen

In Österreich ist der Anteil muslimischer "Grundwehrdiener" bei etwa zehn Prozent, in Wien liegt der Anteil bei 25 Prozent. Im Juli gab es Ermittlungen, weil ein bosnischer Rekrut und ein Islamvertreter auf einem gemeinsamen Foto mit dem Wiener Militärkommandanten Kurt Wagner den ausgestreckten Zeigefinger zeigten, berichtete die österreichische Krone. Diese Geste werde auch von Salafisten bei der Koranverteilung verwendet. Sie symbolisiere den Glaubenssatz "Wir sind die einzig wahren Muslime" und soll Ungläubige vor Allah warnen, so die Zeitung.

Doch Brigadier Wagner stellte sich nach echter Soldatenkultur vor seinen Mann: Keine Gefahr. Auch gebe es speziell geschultes Personal. Der neue Militärimam Abdulmedzid Sijamhodzic erklärte die Geste als eine von allen Muslimen verwendete und von den Terroristen für ihre Zwecke missbrauchte Geste. Sie bedeute lediglich die Manifestation an den Glauben an einen einzigen Gott. Er, Sijamhodzic verurteile "jegliche Radikalisierung" und sehe seine Aufgabe darin, den Soldaten zu helfen, den "mittleren Weg" des Glaubens zu gehen.

Nur wenige Tage später ereignete sich ein neuer Fall. Ein junger türkischstämmiger Soldat posiert in Uniform und Sturmhaube mit einem STG 77-Sturmgewehr und der Zeigefingergeste für die Social Media. Das Foto versieht er mit den markanten Worten: "Klick Klack Headshot" und "Allah u Akbar!". In diesem Fall hatte es allerdings Konsequenzen. Die FPÖ stellte mit ihrem Vorsitzenden Hein-Christian Strache Anzeige. Das Verteidigungsministerium ging der Sache nach. (sm)

Foto: Facebook

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