Migration am Ärmelkanal
Paris begrüßt geplante Verschärfung von britischer Einwanderungspolitik
London verschärft seine Asylpolitik – Frankreich begrüßt das Vorhaben. Dass so viele die Fahrt über den Ärmelkanal wagen, liegt auch an den bisherigen Aufnahmebedingungen, sagt der französische Außenminister.

Die Überfahrt in einfachen Schlauchbooten ist lebensgefährlich.
Foto: Bernard Barron/AFP/dpa
Frankreich hat die von der britischen Regierung angekündigte Verschärfung der Asylregeln im Vereinigten Königreich begrüßt. Damit sei London den Forderungen anderer europäischer Länder nachgekommen, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Sonntag.
Dass so viele Migranten die gefährliche Überfahrt von Frankreich über den Ärmelkanal wagten, liege auch an den „weniger strengen“ Asylregeln in Großbritannien.
Die „automatischen Hilfen“ fallen
„Es überrascht mich nicht, dass die britische Regierung die Bedingungen für die Aufnahme von Flüchtlingen gewissermaßen verschärft, denn genau das hatten auch die europäischen Länder von der britischen Regierung erwartet“, sagte Barrot französischen Medien.
Wenn so viele Menschen „verzweifelt hoffen, unter Lebensgefahr den Ärmelkanal zu überqueren, um nach Großbritannien zu gelangen, dann liegt das insbesondere daran, dass die Aufnahmebedingungen dort weniger streng sind“.
Das britische Innenministerium will mit einer drastischen Verschärfung der Asylpolitik die Zahl der in Großbritannien ankommenden Migranten senken. Unter anderem sollen „automatische“ Hilfen für Asylbewerber, wie Unterbringung und Geld, abgeschafft werden.
Außerdem soll die Dauer des Flüchtlingsstatus von bislang fünf Jahren auf 30 Monate verkürzt werden. Migranten sollen gezwungen werden, in ihr Herkunftsland zurückzukehren, sobald dieses als sicher eingestuft wird.
Größte Asylreform der jüngeren Geschichte
Das britische Innenministerium sprach von der größten Asylreform in der jüngeren Geschichte des Landes. „Dieses Land hat eine stolze Tradition, diejenigen willkommen zu heißen, die vor Gefahr fliehen“, erklärte Innenministerin Shabana Mahmood.
„Aber diese Großzügigkeit zieht illegale Einwanderer über den Ärmelkanal an.“ So würden Menschen Europa durch „sichere Länder“ durchqueren und sich dann von Frankreich aus über den Ärmelkanal auf den Weg nach Großbritannien machen.
Die Regierung von Premierminister Keir Starmer steht angesichts schlechter Umfragewerte massiv unter Druck, die Zahl der Einwanderer zu senken. Vorbild dafür ist Dänemark. (afp/red)
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