Preisgekrönter Kurzfilm erklärt Chinas „Verfolgung von Falun Gong“ in 10 Minuten (+Video)

Von 22. Januar 2016 Aktualisiert: 23. Mai 2019 22:31
Wie erzählt man eine große Geschichte ganz klein für die Socialmedia? Einer neuen 10-Minuten-Doku gelingt es, die 16 Jahre andauernde Verfolgung von Falun Gong in China zu erzählen. Mit erschütternden Zeugeninterviews und allem was dazu gehört. Der Wachrüttler zu Chinas politischem Tabu-Thema Nr. 1 räumt nun Filmpreise ab ...

Eine friedliche spirituelle Disziplin wird in China populär und zieht damit nichts ahnend den Zorn der chinesischen Kommunistischen Partei auf sich. Eine Unterdrückungskampagne beginnt und Millionen chinesische Bürger werden plötzlich zu Opfern von Gehirnwäsche, Folter, Zwangsarbeit und sogar zu lebenden Organbänken.

Die Geschichte, der all zu wenig bekannten Verfolgung von Falun Gong, begann im Jahre 1999 und würde auch den Mainstream erreichen – wenn es eine Möglichkeit gebe, diese 16-jährige Verfolgung mit all ihren schmerzhaften Hintergründen und tragischen Schicksalen in ein Format zu packen, das dem jetzigen Smartphone-Zeitalter entspricht.

Dies dachten sich zwei freischaffende Filmemacher aus New York City bevor sie das Filmprojekt starteten. Für sie gab es nur eine Lösung viele Menschen auf diese Verfolgung aufmerksam zu machen: Einen 10-minütigen Dokumentarfilm produzieren.

Titel des Films: „Die Verfolgung von Falun Gong“. Die Kurzdoku wurde am 19. Januar in Nordamerika online gestellt. Davor wurde der Clip auf mehreren Filmfestivals gezeigt und löste viele positive Reaktionen aus. Er gewann bereits mehrere Auszeichungen.

Die beiden Filmemacher, Mathias Magnason aus Schweden und Paulio Shakespeare aus Neuseeland, trafen im Jahre 2010 in New York. Gemeinsam arbeiteten sie an verschiedenen Projekten, bevor sie sich dazu entschlossen diesen Film zu produzieren.

Mathias Magnason (L) und Paulio Shakespeare.Mathias Magnason (L) und Paulio Shakespeare.Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Paulio Shakespeare

Die Geschichte über Falun Gong „wird von den Medien zu wenig beachtet. Es betrifft so viele Menschen, deren Familien auseinander gerissen und deren Leben zerstört wurden. Ich konnte mich nicht davon abwenden“, sagte Magnason, der Regisseur des Films. Er fügte hinzu: „Bevor wir dieses Projekt realisierten gab es keinen Kurzfilm der die umfassende Geschichte über Falun Gong zeigte. Es gab keinen Film über die Verfolgung, den sich die Leute in einer Kaffeepause oder zwischen zwei Meetings anschauen konnten.“

Einen 10-minütigen Film zu drehen, der die ganze Geschichte über Falun Gong glaubwürdig wiedergeben würde, stellte Magnason und Shakespeare vor eine große Herausforderung. Deshalb entschieden sie sich dazu, die Dokumentation auf Interviews von Augenzeugen und Überlebenden der Verfolgung aufzubauen. Hinzu kamen authentische Archivaufnahmen aus China.

„Wir haben nach Menschen gesucht die in der Zeit während der Verbreitung von Falun Gong und später während der Verfolgung in China dabei waren,“ erzählt Magnason. „Wir wollten, dass es ihre Geschichte wird und nicht die von irgendeinem ‚Experten'“.

Falun Gong-Praktizierende geben nur ungern Interviews

Der Kurzfilm über Falun Gong war ein Nebenprojekt der beiden Filmemacher, die stets einen vollen Terminkalender haben. Alle Puzzleteile für diese 10-minütige Dokumentation zusammenzufügen erwies sich als mühseliger Prozess.

„Sobald wir ein Zeitfenster fanden um an dem Film zu arbeiten, brauchten wir jedes mal einige Stunden geistige Vorbereitungszeit um das Projekt wirklich vorwärts bringen zu können“, erzählt Shakespeare über den Prozess.

Und solch ein Fenster in dem beide Filmemacher Zeit hatten, gab es nur selten. Oft nur alle zwei Wochen, oder einmal im Monat.

Dies war aber nicht die einzige Hürde die Magnason und Shakespeare zu überwinden hatten: Es erwies sich auch als äußerst schwierig Interviewpartner zu finden, die bereit waren vor laufender Kamera ihre Erlebnisse in den chinesischen Folterlagern wieder zu geben. Viele chinesische Falun Gong-Praktizierende sind Kamerascheu – und das aus gutem Grund.

„Es gab schon viele Fälle bei denen chinesischen Falun Gong-Praktizierenden, die jetzt in den Vereinigten Staaten leben, körperliche Gewalt zugefügt wurde oder sie psychisch unter Druck gesetzt wurden, wenn sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gehen wollten,“ sagt Magnason. Darüber hinaus würden diejenigen die noch Familien in China haben diese nicht gefährden wollen. „Die Verfolgung ist noch im Gange, sie könnte jeden treffen,“ so der Regisseur.

Trotzdem gelang es den Filmemachern etwa 20 Personen zu interviewen: Westliche und chinesische Falun Gong-Praktizierende, Journalisten, Experten und einen Vertreter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York. Davon sind vierzehn Interviews in dem Film zu sehen.

Berührend und inspirierend zugleich

Für die Filmemacher war es gleichzeitig eine erschütternde und eine inspirierende Erfahrung mit den Verfolgten über ihre Geschichten zu sprechen.

„Während der Interviews bemerkten wir, dass Falun Gong-Praktizierende nur eine Stück Papier unterschreiben müssen, auf dem steht, dass sie auf das Praktizieren verzichten. Mit dieser Unterschrift wären die Folterungen und Misshandlungen sofort beendet und sie würden aus dem Gefängnis entlassen werden“, erzählt Shakespeare.

„Aber“, so der Filmemacher weiter, „weil diese Menschen etwas erlebten, was ich ein Gesundheitswunder nennen würde, und darüber hinaus tiefe spirituelle Erfahrungen machten, entschieden sie sich dafür, nicht gegen ihr Gewissen zu handeln und unterschrieben die Verzichtserklärung nicht.“

Eisige Kulisse der Stadt vermittelt tragische Schicksale

Das Interview mit dem Geschichtsprofessor Er Haiying blieb dem Regisseur Magnason besonders in Erinnerung. Wegen dem Praktizieren von Falun Gong wurden seine Mutter, seine Schwester und sein Bruder festgenommen und ins Gefängnis oder ins Arbeitslager geschickt.

„Im Grunde genommen wurde meine Familie auseinander gerissen“, sagt Er Haiying in dem Film. „Als meine Familie auseinander gerissen wurde, fühlte ich mich im Inneren auch auseinander gerissen.“

Es herrschte ein eisiger Schneesturm in Manhattan als Shakespeare mit Hu Zhiming, einem Überlebenden eines chinesischen Arbeitslagers, durch die Stadt ging. Während der Dreharbeiten mit der Falun Gong-Praktizierenden Pan Qi war der Hudson River mit Eisschichten bedeckt. Pan Qi ist eine Überlebende des berüchtigten Masanjia Arbeitslager. Sie wurde schwer gefoltert. Die Kulisse half dabei „diese Kälte einzufangen die diese Menschen erlebten und die wir versuchten in dem Film wieder zu geben“, sagt Shakespeare.

Paulio Shakespeare bei den Dreharbeiten für "Die Verfolgung von Falun Gong" mit der Falun Gong-Praktizierenden Pan Qi am Hudson River in New York.Paulio Shakespeare bei den Dreharbeiten für „Die Verfolgung von Falun Gong“ mit der Falun Gong-Praktizierenden Pan Qi am Hudson River in New York.Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Paulio Shakespeare

Publikum zu Tränen gerührt

Nachdem Magnason und Shakespeare den Kurzfilm „Die Verfolgung von Falun Gong“ in 2015 fertig hatten, begannen sie Privatvorführungen zu organisieren. „Die Leute haben geweint; die Geschichte hat sie sehr berührt,“ erinnert sich Magnason.

Ermutigt von diesen Erfahrungen, reichten die Filmemacher die kurze Dokumentation bei Filmfestivals ein. Der Film wurde gleich mit mehreren Awards ausgezeichnet.

Das Ziel von Magnason und Shakespeare war es, für all jede „die sich keine einstündige Dokumentation ansehen wollen, einen Kurzfilm zu machen um einen Einblick in eine der katastrophalsten und verschwiegensten Geschichten unserer Zeit zu schaffen,“ erklärt Magnason.

Er fügte hinzu: „Es ist eine der wichtigsten Geschichten der neueren Zeit“.

Mehr Hintergründe zu Falun Gong finden Sie hier: 

20. Juli: 16 Jahre Verfolgung von Falun Gong in China: Die Frage nach dem Warum?

Wir reden vom Holocaust – Warum nicht vom Völkermord in China?

Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China: UN-Anti-Folter-Komitee fordert Untersuchung

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