Proteste in Madrid gegen Corona-Auflagen

Epoch Times27. September 2020 Aktualisiert: 27. September 2020 16:58

In Madrid haben am Sonntag hunderte Demonstranten gegen die Corona-Auflagen demonstriert, die über Teile der spanischen Hauptstadtregion verhängt wurden. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Regionalparlament im südlichen Stadtbezirk Vallecas und forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso. „Das sind keine Beschränkungen – das ist Aussonderung“, skandierten die Demonstranten. „Den Reichen erlegen sie keine Beschränkungen auf“ stand auf einem Spruchband.

In einer höchst umstrittenen Entscheidung hatte die Regionalregierung am 21. September strikte Corona-Auflagen für die rund 850.000 Bewohner von ärmeren Stadtvierteln vor allem im Süden der Hauptstadtregion verhängt. Von Montag an gelten die Auflagen für weitere 167.000 Einwohner, so dass mehr als eine Million Menschen betroffen sind.

Die Menschen dürfen ihre Wohnviertel nur noch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder für den Gang zum Arzt verlassen. Öffentliche Parks sind geschlossen, die Restaurants und Geschäfte müssen um 22.00 Uhr schließen.

Regionalpräsidentin Díaz Ayuso zog den Zorn der Betroffenen auf sich, weil sie deren Lebensweise für die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in ihren Bezirken verantwortlich machte. In den abgeriegelten Vierteln wurden zuletzt täglich mehr als tausend Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gezählt.

Landesweit wurden in Spanien seit Beginn der Pandemie mehr als 700.000 positiv Getestete und rund 31.000 Todesfälle die mit COVID-19 in Verbindung stehen sollen, registriert. Der Großraum Madrid gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen Europas. (afp/er)

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