Mitglieder der Terrormiliz Al-Qaeda und Al-Nusra-Front sitzen auf einem MiG-21 Jet, den sie im Kampf gegen syrische Regierungstruppen eroberten.Foto: OMAR HAJ KADOUR/Getty Images

Russland fliegt gegen IS, Türkei und Golfstaaten unterstützen andere Rebellen

Epoch Times6. Oktober 2015 Aktualisiert: 6. Oktober 2015 12:36
Seitdem russische Kampfflugzeuge Luftangriffen auf den IS und andere islamistische Gruppen in Syrien fliegen, kommt Bewegung ins große Syrien-Pokerspiel. Einige Staaten scheinen nun Karten ausspielen zu müssen, die sie bisher nicht bereit waren zu zeigen. Zu groß ist die Sorge um die eigenen Interessen in der Region.

Vorausgegangen waren russische Erfolgsmeldungen am Samstag, nach denen die Infrastruktur des IS erfolgreich getroffen wurde. Daraufhin berichtete das Wall Street Journal, dass auch der Iran Truppen für Syrien mobilisiert haben soll, um die Gunst der Stunde im Schatten Russlands zu nutzen und das Assad-Regime und die eigene Präsenz in der Region weiter zu stützen. Experten glauben, dass der Iran bereits  etwa 7.000 Mitglieder der Revolutionsgarden und paramilitärische Freiwillige in Syrien hat.

Gleichzeitig macht sich die US-geführte Unterstützerfront für sogenannte gemäßigte islamistische Rebellenarmeen auf den Weg, ihre Protegés noch stärker militärisch zu unterstützen. Mit im Boot sitzen auch jene Golfstaaten, die sich aus der europaweiten Flüchtlingskrise trotz ihrer geografischen Nähe und religiösen Verbrüderung weitgehend heraushalten: Katar, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Hinzu kommt noch Flüchtlingsschleusenwärter Türkei. Und während für Europa reichlich Ablenkung organisiert wurde, werden unter dem Tisch noch schnell ein paar Karten ausgetauscht.

Wen wundert es noch, dass kürzlich auch das Thema Menschenrechtsverletzungen im Jemen durch Saudi Arabien vom Tisch des UN-Menschenrechtsrates verschwand, wie die New York Times schrieb. Auch die Türkei ist aufgeschreckt. Deren Hauptziel ist wohl der Kampf gegen die Kurden. Dass sie dafür mit islamistischen Gruppen, wie dem syrischen Al Kaida-Ableger al-Nusra-Front und anderen islamischen Milizen paktieren, spielt im großen Politpoker auch schon keine Rolle mehr. Auch wenn Syrien unter Assad weit weg von einer Demokratie gewesen sei, sei das Land doch stabil gewesen, berichteten die Deutschen Wirtschafts Nachrichten (DWN) und verweisen auf Parallelen zu Saudi Arabien und die Türkei hin.

Russland jedenfalls scheint gewillt zu sein, die Sache zu Ende zu bringen und gegebenenfalls in noch größerem Ausmaß in die Schlacht einzugreifen. Es bleibt abzuwarten, wer als erster aus der Deckung herausspringt und moderne Waffen an die Rebellenarmeen liefert. Dies alles ist noch weit weg davon, eine gemeinsame Front gegen den IS zu bilden. Doch scheinen diejenigen, welche die Kämpfe der verschiedenen islamischen Gruppen provozieren, finanzieren und zu lenken versuchen zumindest primär nicht an diesem Ziel zu arbeiten. Und je stärker Russland den Unruhe-Joker IS bedrängt und destabilisiert, desto weniger wird es diese Herren auf den Sitzen halten. (sm)

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