Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf mit ihren Äffchen in der Verfilmung von 1968.Foto: JACOB FORSELL/AFP/Getty Images

Schweden: Polizeieinsatz wegen Pippi-Langstrumpf-Hörspiel

Epoch Times8. November 2017
Als eine Kindergartengruppe in einer Bibliothek in Südschweden Pippi Langstrumpf anhörte, rückte die Polizei an.

Einem Pippi-Langstrumpf-Hörspiel zu lauschen kann unter Umständen dazu führen, dass die Polizei gerufen wird. So erst kürzlich geschehen in der südschwedischen Stadt Borås.

Wie die schwedische Boulevardzeitung „Expressen“ berichtet, hätte sich im September eine Kindergartengruppe Pippi Langstrumpf in einer Bibliothek angehört und dabei sei das Wort „Negerkönig“ gefallen. Da die Kinder unterschiedlicher ethnischer Herkunft waren, sei der Ausdruck eine Beleidigung gewesen, heißt es im Polizeibericht. Ein Besucher hätte deshalb die Polizei alarmiert.

Die Leiterin der Kindertagesstätte habe nicht gewusst, dass es in der Bibliothek Hörspiele gibt, die nicht kindgerecht seien, erklärte sie der Zeitung. Sie bedaure den Vorfall und wolle darauf achten, dass so etwas nicht noch einmal vorkomme.

Rechtliche Konsequenzen gibt es für die Bibliothek in Borås nicht. Der zuständige Richter lehnte eine polizeiliche Strafverfolgung ab. Trotzdem möchten die Verantwortlichen das Pippi-Langstrumpf-Original jetzt lieber aussortieren.

Auch deutscher Verlag ersetzte „Neger“ und „Zigeuner“

In Schweden wurden auf öffentlichen Druck hin viele Werke von Astrid Lindgren nachträglich geändert. Die Autorin hatte sich zu Lebzeiten sehr gegen eine Änderung ihrer Bücher gewehrt. In Deutschland ersetzte der Oetinger Verlag mit einer Erlaubnis von Lindgrens Erben (2009) die Wörter „Neger“ und „Zigeuner“ gegen andere Formulierungen.

So kam es, dass in „Pippi in der Südsee“ der Vater der Heldin nicht mehr „Negerkönig“ genannt wird, sondern „Südseekönig“. Lindgrens „Negersprache“ wurde zur „Taka-Tuka-Sprache“. Das Buch war in den 1940ern geschrieben worden.

(mcd)

Siehe auch:

Schweden: Bibliothek verbrannte Pippi Langstrumpf-Bücher aus ideologischen Gründen



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