Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (R) und Aydin Ozoguz, Staatssekretärin für Migration, Flüchtlinge und Integration (L) im Camp ZaatariFoto: KHALIL MAZRAAWI/AFP/Getty Image

Sigmar Gabriel: „USA nicht unmaßgeblich Mitverursacher der Flüchtlingskrisen“

Epoch Times22. September 2015 Aktualisiert: 22. September 2015 15:02
Nach dem Besuch von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im größten Flüchtlingslager von Jordanien forderte dieser die USA auf, mehr Geld für das Hilfsprogramm der Vereinten Nationen bereitzustellen. Denn: "Die USA sind nicht unmaßgeblich Mitverursacher der Flüchtlingskrisen". Die EU selbst wolle 1,5 Milliarden Euro geben.

"Die USA sind nicht unmaßgeblich Mitverursacher der Flüchtlingskrisen hier, beispielsweise im Irak." Das war der Wortlaut des Satzes, den Gabriel laut Focus sagte, nachdem er das Lager Zaatarii Jordanien besucht hatte. 

Im Lager Zaatari leben 80.000 Menschen, die meisten aus Syrien. Gabriel will auch mit dem jordanischen König Abdullah II. über die katastrophale Lage der insgesamt 630.000 Flüchtlinge im Land sprechen. "Die Nahrungshilfe für über 200.000 Menschen musste eingestellt werden", so Gabriel. Er sprach von einem drohenden „Exodus“ und dass dieser eigentlich schon begonnen habe. Um nicht zu verhungern, machen sich die Menschen auf die Reise Richtung Europa.

Der „Exodus“ hat schon begonnen

Um dies zu verhindern hatte erst letzte Woche der ungarische Ministerpräsident Orban eine Vor-Ort-Lösung der Flüchtlingskrise durch massive finanzielle Zuwendungen vorgeschlagen. Ebenso sah es der Gouverneur der nordirakischen Provinz Dohuk und Beherberger von einer Million Flüchtlingen: "Wenn wir nur zehn Prozent der Gelder hätten, die ihr für die Unterbringung der Flüchtlinge in Deutschland aufwendet, dann könnten wir die Lebensumstände hier so verbessern, dass niemand nach Europa emigrieren muss".

Tränen über hoffnungslose Lage

Gabriel sprach in dem Lager mit einer sechsköpfigen Familie, die nach Raketenangriffen auf die südwestsyrische Provinz Daraa 2014 nach Jordanien geflohen war. Hier lebt die Familie in einer Container-Siedlung der UN. Bei dem Angriff verlor der Vater einen Unterschenkel und einer seiner Söhne beide Beine, ein Auge und vier Finger, berichtete der "Focus".

Nach dem viertelstündigen Gespräch hatte Sigmar Gabriel mit seiner Fassung zu kämpfen. Er hatte Tränen in den Augen, als er sagte: „Manche Familien muss man eigentlich hier herausholen. Es gibt keine Chance für die, hier am Leben zu bleiben." Gabriel versucht nun, mit Hilfe der UN-Flüchtlingshilfe, die Familie nach Deutschland zu holen: „Let’s try. Wir werden versuchen, Hilfe zu organisieren." (Quelle: ZDF). (sm)

Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien, Sept. 2015


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