Ende Juli 2026 beginnt das formelle Wahlverfahren
Stellenausschreibung: Suche für Nachfolger von UN-Generalsekretär Guterrez beginnt
Bei der UN hat die Suche nach einem Nachfolger von António Guterres begonnen. Alle 193 Mitgliedsstaaten können geeignete Kandidaten nominieren. Was sind die Anforderungen?

UN-Generalsekretär António Guterres bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung.
Foto: Michael Kappeler/dpa
Bei den Vereinten Nationen in New York hat der Auswahlprozess für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres ab 2027 begonnen. Alle 193 Mitgliedsstaaten wurden in einem Schreiben aufgerufen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für das politisch einflussreichste Amt der UN zu nominieren.
Gesucht werde eine Person mit umfassenden Erfahrungen in der Diplomatie und den internationalen Beziehungen sowie guten Sprachkenntnissen.
„Das Amt des Generalsekretärs ist von großer Bedeutung und erfordert ein Höchstmaß an Effizienz, Kompetenz und Integrität sowie ein festes Bekenntnis zu den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen“, heißt es in dem Schreiben der Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, und des amtierenden Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats, Michael Imran Kanu.
Michelle Bachelet, Rafael Grossi, Rebeca Grynspan
Im Gespräch sind bislang die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, der argentinische Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, sowie die derzeitige Chefin der UN-Organisation für Handel und Entwicklung, Rebeca Grynspan aus Costa Rica.
Kandidaten müssen von einem Staat oder einer Gruppe von Staaten vorgeschlagen werden und dabei eine Vision für ihre Kandidatur sowie eine Liste ihrer Finanzierungsquellen vorlegen.
Die Mitgliedstaaten sollten dem Schreiben zufolge insbesondere „die Nominierung von Frauen ernsthaft in Betracht zu ziehen“. Bislang hat noch keine Frau den höchsten UN-Posten bekleidet.
Zudem solle auf „regionale Vielfalt“ geachtet werden, hieß es weiter. In der 80-jährigen Geschichte der UN wurde bei der Vergabe des Spitzenamts meist einer geografischen Rotation gefolgt. Demnach wäre dieses Mal Lateinamerika an der Reihe.
Öffentliche Befragung
Nach erfolgter Nominierung werden die Kandidaten einer öffentlichen Befragung unterzogen. Dies ist Teil eines Transparenzverfahrens, das 2016 eingeführt wurde.
Ende Juli 2026 beginnt das formelle Wahlverfahren im UN-Sicherheitsrat. Die fünf ständigen Ratsmitglieder USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich haben dabei ein Vetorecht.
Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Guterres‘ Mandat läuft am 31. Dezember 2026 ab. (afp/red)
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