Strache unter Drogen gesetzt? Vollständiges Ibiza-Video liegt vor und soll auch Vorgeschichte zeigen

Von 28. Mai 2020 Aktualisiert: 28. Mai 2020 13:08
Wie die „Soko Ibiza“ bestätigt, sind deren Ermittler in den Besitz des vollständigen Videomaterials vom Sommer 2017 gelangt. Österreichs Ex-Vizekanzler HC Strache erwartet nun seine Rehabilitierung. Die Suche nach zwei mutmaßlichen Mitwissern geht weiter.

Paukenschlag in Österreich: In der „Ibiza-Affäre“ konnte Berichten von „oe24“ zufolge das vollständige Filmmaterial von Ermittlern des österreichischen BKA sichergestellt werden und soll nun ausgewertet werden. Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache äußert Genugtuung über den Coup der Ermittler und verspricht sich Entlastung. Der Unternehmer und Detektiv Prof. Gert Schmidt, der seit der Veröffentlichung des Videos zu dessen Hintergründen recherchiert, hält es für möglich, dass das Material brisante Details ans Tageslicht bringt.

Höbart: Strache jetzt schon „voll rehabilitiert“

Strache erklärte gegenüber der Zeitung, er sei „sehr froh, dass nun das gesamte Filmmaterial den Ermittlern vorliegt und nicht nur ein seltsamer Zusammenschnitt von wenigen Minuten“. Er erwarte sich von dem 12-stündigen Material den Beweis dafür, dass er während des inszenierten und illegal aufgenommenen Treffens mit einer angeblichen russischen Oligarchennichte auf der Ferieninsel nichts strafrechtlich Relevantes gesagt habe.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss könne nach Durchsicht des gesamten Materials feststellen, dass die an der Veröffentlichung eines geschnittenen Videos beteiligten Journalisten der „Süddeutschen“ in manipulativer Weise einzelne Sequenzen zusammengeschnitten hätten. Der Generalsekretär des Teams HC Strache, Christian Höbart, sieht den ehemaligen Vizekanzler jetzt schon als „voll rehabilitiert“. Er fordert: „Jetzt muss das kriminelle Netzwerk der Video-Produzenten vor Gericht gestellt werden.“

Die NEOS-Abgeordnete zum Nationalrat, Stephanie Krisper, forderte gegenüber „oe24“ bereits die Übergabe des Ibiza-Videos an den Untersuchungsausschuss, der kommende Woche startet. Sie kündigte an, dieses Thema beim Termin mit Justizministerin ­Alma Zadić am kommenden Freitag (29.5.) anzusprechen.

IT-Fachmann soll Codes verraten haben

Der Chef der „Soko Ibiza“, in der 13 Kriminalbeamte daran arbeiten, die Beteiligten an der Video-Falle auszuforschen und dingfest zu machen, erklärte: Die Ermittler hätten in den ersten 365 Tagen ihrer Tätigkeit 55 Hausdurchsuchungen durchgeführt, 259 Vernehmungen von Verdächtigen und Zeugen vorgenommen, 15 Personen langfristig überwacht und 48 Observationen durchgeführt. Zudem hätten sie 34 Terabyte an Daten sichergestellt.

Ende April soll es den Beamten gelungen sein, über einen Mittelsmann an das Video heranzukommen. Gert Schmidt, der über die Seite „EU-Infothek“ selbst seit einem Jahr die Ergebnisse seiner Nachforschungen präsentiert, spricht in einem Interview mit „oe24“- Chef Wolfgang Fellner davon, dass ein IT-Experte aus dem Umfeld eines der Haupttatverdächtigen gegenüber dem BKA reinen Tisch gemacht und die Codes und Zugänge genannt hätte. Diese hätten sich in einem baltischen Staat auf einem Cloudserver befunden.

Bei dem Haupttatverdächtigen handele es sich um den als „Detektiv“ firmierenden Julian H., der neben dem Wiener Anwalt M. und dem früheren Strache-Leibwächter Oliver R. die logistische Drehscheibe der Ibiza-Aktion gebildet haben soll. H. soll mittlerweile untergetaucht sein. An mehreren Meldeadressen war er für Ermittler und Journalisten nicht auffindbar, schilderte Schmidt. Zuvor soll er bei deutschen Behörden um besondere Schutzmaßnahmen angesucht haben, da ihm „rechtsextreme Kreise“ nach dem Leben trachteten. Die Behörden hätten dies mangels belastbarer Hinweise abgelehnt.

Lockvogel aus dem Escort-Milieu und mittlerweile tot?

Der IT-Experte habe lange Zeit als rechte Hand von H. fungiert und soll von diesem auch mit Kokain versorgt worden sein. Gegen H. besteht ein internationaler Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft Wien wirft ihm unter anderem Suchtgifthandel, Erpressung und Missbrauch von Tonaufnahmen vor.

Zudem hat die „Soko Ibiza“ weitere Bildaufnahmen der angeblichen Oligarchennichte veröffentlicht, die sich als „Aljona Makarow“ vorgestellt hatte. Gegen sie besteht ein EU-weites Ausforschungsansuchen, da sie zumindest als wichtige Zeugin gilt.

Wo sie ist, ist ebenfalls unklar. Auch ist ihre Identität ungeklärt. Schmidt vermutet, dass es sich bei ihr um eine Person aus dem Escort-Milieu handelt. H. verkehre häufig dort, habe mehrfach Frauen aus Escort-Diensten beim Treffen mit Geschäftspartnern mitgeführt und sogar auf Treffen in einem Penthouse im 22. Wiener Gemeindebezirk präsentiert, wo auch Mitarbeiter des österreichischen Verfassungsschutzes (BVT) verkehrt hätten. Es sei nicht sicher, meint Schmidt, ob die angebliche Oligarchennichte überhaupt noch lebe – immerhin sei sie eine potenzielle Kronzeugin.

Soko-Ibiza-Chef Andreas Holzer geht auf der Basis ihm vorliegender Zeugenaussagen davon aus, dass die Betreffende unter 30 Jahre alt sei, ungarische Wurzeln habe, aber derzeit „irgendwo in Riga, Lettland“ lebe.

Team hinter Ibiza wollte „nichts dem Zufall überlassen“

Schmidt deutete in seinem Interview mit Fellner an, das nunmehr aufgetauchte Videomaterial könne auch Licht ins Dunkel bezüglich der Frage bringen, wer in besagtem Auftritt in Ibiza „Regie geführt“ habe. Er hält es für durchaus denkbar, dass Strache am Drehort bewusstseinsverändernde Substanzen in ein Getränk gemischt oder anderweitig verabreicht worden sein konnten.

„Hier wurde nichts einfach dem Zufall überlassen“, erklärte der Aufdecker. Es sei nicht davon auszugehen, dass man all das Geld und den Aufwand investiert hätte, um den Verlauf des Gesprächs einfach nur abzuwarten. Zudem sei es, auch wenn man „Balzverhalten“ in Gegenwart des Lockvogels vonseiten der anwesenden Politiker HC Strache und Johann Gudenus mit veranschlagen müsse, nicht davon auszugehen, dass diese auch in leicht angeheitertem Zustand einer ihnen kaum bekannten Person umgehend weitreichende Interna über Staatsangelegenheiten anvertrauen würden.

Holzer hingegen geht nicht davon aus, dass das Material neue Hinweise auf noch nicht bekannte Straftaten liefern würde.

Schmidt: „Finanzier wollte Strache aus geschäftlichen Gründen loswerden“

Schmidt ist aufgrund seiner bisherigen Recherchen zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich bei der Ibiza-Inszenierung tatsächlich um eine Eigenproduktion des Teams um den früheren Strache-Chauffeur, Anwalt M. und Detektiv H. gehandelt habe. Es gebe keinen Hinweis auf weitere Hintermänner der Produktion selbst.

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Allerdings gebe es Hinweise, dass, nachdem das Team bei mehreren politischen Gegnern Straches abgeblitzt war, unter anderem beim Industriellen Hans-Peter Haselsteiner, den M. gelegentlich als Anwalt vertreten habe, mindestens ein Finanzier die 600.000 Euro in Krügerrandmünzen beigestellt habe, die das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) für das Material bezahlt habe. Anschließend sei es von dort an die Journalisten gelangt.

Bei dem Finanzier soll es sich um jemanden gehandelt haben, der ein eigenes geschäftliches Interesse daran gehabt habe, die österreichische Regierung vorzeitig zu Fall zu bringen. Diese hätte gesetzgeberische Vorhaben ins Auge gefasst, die den Expansionszielen des Betreffenden zuwidergelaufen wären.

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