Studie in Österreich bestätigt: Flüchtlinge bevorzugen Wohnort Wien – der Sozialleistungen wegen

In Österreich hat eine Studie unter Migranten, die entweder als anerkannte Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte im Land bleiben durften, ein eindeutiges Ergebnis zutage gefördert: Ist es den Betroffenen erlaubt, ihren Aufenthaltsort frei zu wählen, entscheiden sie sich für jenen, der die höchsten Sozialleistungen bereithält. In Österreich ist dies die Bundeshauptstadt Wien.

Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, haben die Ökonomin Fanny Dellinger von der Universität Innsbruck und der Migrationsexperte Peter Huber Daten von Personen ausgewertet, die zwischen 2010 und 2018 als Asylsuchende nach Österreich gekommen waren. Insgesamt standen ihnen die Daten von etwa 20.000 Migranten zur Verfügung.

Wien gewährt Sozialleistungen in voller Höhe

Die Forscher legten ihren Fokus vor allem auf die Situation in Niederösterreich, wo die Landesregierung 2017 die gesetzliche Mindestsicherung von 837 auf 522 Euro gekürzt hatte. Der Effekt war eindeutig: Die Zahl der Flüchtlinge, die in die Bundeshauptstadt übersiedelten, stieg um 20 Prozent. Dies betraf vor allem die anerkannten – denn für sie gilt mit rechtskräftiger Zuerkennung ihres Staates keine Residenzpflicht mehr. Sie dürfen innerhalb des Bundesgebiets ihren Wohnort frei auswählen.

Aber auch subsidiär Schutzberechtigte zieht es nach Wien. Dort gibt es Sozialhilfe in vollem Umfang, während mehrere Bundesländer sich dazu entschlossen hatten, die Grundsicherung zu senken.

Integrationsministerin Susanne Raab warnte angesichts der Ergebnisse der Studie prompt vor möglichen negativen Folgen dieser Konzentration. So könne die Entwicklung der „weiteren Bildung von Parallelgesellschaften in Ballungsräumen“ Vorschub leisten.

Flüchtlinge steuern Wien an – dort ist jedoch Arbeitslosigkeit höher

Ziel verantwortungsvoller Politik müsse es sein, dass „Flüchtlinge dorthin gehen, wo sie Arbeit finden und nicht, wo die Sozialhilfe am höchsten ist“. Dies sei jedoch tendenziell nicht in Wien, wo die Arbeitslosenquote am höchsten ist, sondern der Westen Österreichs, wo unter anderem im Hotellerie- und Gastgewerbe der Arbeitskräftebedarf am höchsten ist.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen jene, die vor einigen Monaten auch eine Forschergruppe um den Princeton-Ökonomen Henrik Kleven in einer Untersuchung der Situation in Dänemark erzielt hatte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete damals über die Forscher am „National Bureau of Economic Research“ und ihre Arbeit.

Die Wahl fiel vor allem deshalb auf das skandinavische Land, weil dieses über einen stark ausgebauten Sozialstaat verfügt, in den vergangenen Jahren aber die Hürden für Nicht-EU-Bürger, diesen in Anspruch nehmen zu können, deutlich erhöht hat. Zudem hatten Regierungswechsel dabei auch zu kurzfristigen Kursänderungen geführt.

Ähnlicher Trend wie in Österreich zuvor in Dänemark festgestellt

Leistungskürzungen ab 2015 wurden zudem auch mittels mehrerer Inserate in libanesischen Zeitungen gegenüber dem potenziellen Zielpublikum kundgemacht.

Mit der Kürzung der Sozialleistungen für Nicht-EU-Ausländer im Jahr 2002, so die FAZ, sei die Nettoeinwanderung aus dieser Einwanderergruppe im Vergleich zu den durchschnittlichen jährlichen Migrationsbewegungen vor der Gesetzesänderung um 5.000 Personen im Jahr zurückgegangen. Der gegenteilige Effekt trat ein, nachdem eine Linksregierung diese wieder rückgängig gemacht hatte. Auch Verschärfungen bezüglich der Voraussetzungen für die Familienzusammenführung veranlassten viele Einwanderer, ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern.

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/ausland/studie-in-oesterreich-bestaetigt-fluechtlinge-bevorzugen-wohnort-wien-der-sozialleistungen-wegen-a3167833.html