BKA-Fahndungsfotos von Jan MarsalekFoto: über dts Nachrichtenagentur

Vertrauter von Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek in Singapur festgenommen

Epoch Times1. September 2021 Aktualisiert: 1. September 2021 18:32

Ein Vertrauter des untergetauchten ehemaligen Wirecard-Vorstands Jan Marsalek ist laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in Singapur festgenommen worden. Der 46-jährige Brite Henry S. sitze dort nun „bis auf Weiteres“ im Gefängnis, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Er werde wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Wirecard-Vermögen gesucht. Der Geschäftsmann soll Marsalek demnach geholfen haben, hohe Millionenbeträge beiseite zu schaffen.

Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz 2020 angemeldet. Der Zahlungsdienstleister soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar. Die Wirecard-Chefetage soll über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln.

Der ehemalige Chef Markus Braun und zwei weitere Ex-Vorstände wurden im Juli 2020 festgenommen. Marsalek flüchtete, er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Braun äußerte sich im Mai über seinen Kommunikationsberater in der „Zeit“. Er will von dem milliardenschweren Betrug erst aus den Akten der Ermittler erfahren haben. Die Verantwortung schob er auf seinen früheren Geschäftspartner Marsalek.

Henry S. sei bereits am Montag festgenommen worden, berichtete die „Süddeutsche“ nun. Am Mittwoch sei er per Video von einem Bezirksgericht in Singapur angehört worden, wie die Zeitung unter Berufung auf die örtliche „The Straits Times“ berichtete. Demnach soll bereits eine Anklage gegen S. wegen Beihilfe zur Fälschung eines Dokuments vorliegen. S. solle die in Singapur ansässige Firma Citadelle 2016 angestiftet haben, eine Saldenbestätigung zu fälschen. Mit diesem Dokument sei Wirecard-Vermögen auf einem angeblichen Treuhandkonto vorgegaukelt worden. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion