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Mehr als 70 Menschen festgenommen

Syrien vor Besuch in Washington: Razzien gegen Terrormiliz IS

Kurz vor dem Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Washington verkündet das Innenministerium in Damaskus einen Schlag gegen die Terrormiliz IS. Der Zeitpunkt dürfte kein Zufall sein.

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Verkehr am Eingang von Daraya, einem Vorort von Damaskus, am 29. Oktober 2025. Der Wiederaufbau ist eine der größten Herausforderungen für die neuen islamistischen Machthaber in Syrien.

Foto: Louai Beshara/AFP via Getty Images

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Die Übergangsregierung in Syrien hat eine Operation der Sicherheitskräfte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchführen lassen. Wie der Sprecher des Innenministeriums in Damaskus laut der staatlichen Nachrichtenagentur „Sana“ mitteilte, kam es zu mehr als 60 Razzien in verschiedenen Teilen des Landes.
Dabei seien mehr als 70 Menschen festgenommen worden. Ein Mitglied der Terrormiliz sei getötet worden, ein Angehöriger der Sicherheitskräfte wurde verletzt.
Die Mitteilung kommt nur einen Tag vor dem Treffen des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit US-Präsident Donald Trump in Washington. Der geplante Besuch im Weißen Haus ist der erste eines syrischen Präsidenten überhaupt. Er traf am Wochenende in der US-Hauptstadt ein.
Erwartet wird, dass al-Scharaa dabei den Beitritt der syrischen Regierungstruppen in die US-geführten Allianz gegen den IS verkünden könnte. Die Mitteilung des syrischen Innenministeriums dürfte diesen Eindruck weiter verstärken.

Al-Scharaa will Syrien in die internationale Gemeinschaft integrieren

Der IS hatte 2014 in Syrien und im benachbarten Irak große Gebiete überrannt. Teilweise kontrollierte er etwa ein Drittel Syriens und 40 Prozent des Irak.
Die USA führten einen Einsatz zum Kampf gegen die Terrormiliz an. Sie gilt als militärisch besiegt, in beiden Ländern sind schätzungsweise noch rund 2.500 IS-Kämpfer aktiv, die auch Anschläge verüben.
Syrien war unter der Herrschaft von Ex-Machthaber Baschar al-Assad wegen des blutigen Bürgerkriegs jahrelang international isoliert. Anfang Dezember hatte eine Rebellenallianz unter Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham Assad gestürzt.
Anführer al-Scharaa führt das Land heute als Übergangspräsident. Ihm ist daran gelegen, Syrien wieder in die internationale Gemeinschaft zu integrieren, um insbesondere die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Die USA wollen das Land, das während der Assad-Herrschaft eng mit Moskau verbündet war, stärker an den Westen anbinden. (dpa/red)

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