Taliban-Sprecher Zabihullah Mudschahid (L) bei der ersten Pressekonferenz in Kabul am 17. August 2021 nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan.Foto: HOSHANG HASHIMI/AFP via Getty Images

Taliban: Schulbesuch für Mädchen nur bei „sicherer Umgebung“

Epoch Times19. September 2021 Aktualisiert: 19. September 2021 15:48

Die Taliban machen angebliche Sicherheitsbedenken dafür verantwortlich, dass sie Mädchen ab dem siebten Schuljahr den Schulbesuch verwehren. „Wir sind nicht gegen Schulbildung für Mädchen, aber wir arbeiten noch an den Mechanismen, wie der Schulbesuch möglich sein kann“, sagte Taliban-Sprecher Zabiullah Mudschahid dem „Spiegel“. Man müsse sicheren Transport und eine sichere Umgebung garantieren.

Das sei unter der vorigen Regierung nicht gegeben gewesen. Kriterien für sichere Bedingungen nannte Mudschahid auf Nachfrage nicht. Er sagte lediglich, Rechtsgelehrte sollten ein umfassendes Gutachten zu der Frage einer sicheren Umgebung für Frauen und Mädchen bei Bildung und Berufstätigkeit erstellen. Dieses Gutachten solle die Basis für weitere Schritte sein. Völlig offen ist allerdings der Zeitpunkt, zu dem das Gutachten vorliegen wird. Laut Mudschahid gibt es bislang noch nicht einmal das Gremium, welches es erarbeiten soll.

Die Taliban hatten im August angesichts des angekündigten Abzugs der internationalen Truppen die vorherige Regierung in Afghanistan abgelöst und die Macht übernommen. Jüngst untersagten die neuen Machthaber Mädchen ab dem siebten Schuljahr den Schulbesuch – entgegen vorheriger Zusagen, wonach auch Mädchen unter dem neuen Regime vollständige Bildungschancen bekommen sollten. Mudschahid bestritt gegenüber dem „Spiegel“, dass Menschen wie Ingenieure oder Finanzfachleute Afghanistan aus Angst vor den Taliban verlassen.

Er machte die USA dafür verantwortlich, die erst Chaos geschaffen und Menschen dann zum Weggang ermutigt hätten. „Wir haben niemanden misshandelt oder ins Gefängnis geworfen von jenen, die früher mit Ausländern arbeiteten“, sagte er. Mudschahid gab zu, dass Taliban-Kämpfer Häuser durchsuchten. Sie seien angehalten, nicht die allgemeine Amnestie zu verletzen. „Wenn sich die Unschuld der Leute herausstellt, werden sie wieder entlassen.“

Laut Mudschahid sehen die Taliban aber keinen Grund, Schutz vor Verfolgung durch das neue Regime zu gewährleisten. „Warum sollten wir Menschen Schutz garantieren müssen? Es ist unser Land, es ist doch nicht nötig, Menschen Sicherheitsgarantien zu geben.“ (dts/oz)



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