Bei einer Kundgebung in Basel wird die Flagge der in einigen Ländern verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gezeigt.Foto: Georgios Kefalas/KEYSTONE/dpa/dpa

Nach Unruhen in Wien: Türkei bestellt Österreichs Botschafter ein – PKK und nationalistische Türken attackieren sich

Epoch Times29. Juni 2020 Aktualisiert: 29. Juni 2020 23:35

Die türkische Regierung hat am Montag den österreichischen Botschafter in Ankara wegen angeblicher Kundgebungen von Anhängern militanter Kurden in Wien einbestellt. Wie das türkische Außenministerium mitteilte, wurde der österreichische Diplomat darüber informiert, dass es in Ankara „Bedenken wegen der Tatsache gibt, dass PKK-nahe Gruppen vier Tage hintereinander Kundgebungen organisieren durften“.

Zudem warf die Türkei Österreich vor, Sicherheitskräfte seien bei Demonstrationen in den vergangenen Tagen gewaltsam gegen türkische Jugendliche vorgegangen. Das Ministerium beschwerte sich auch über entstandene „Schäden an Unternehmen der türkischen Gemeinschaft“.

Österreich weist Vorwürfe der Türkei zurück

Österreich wies die Vorwürfe zurück. In Wien wurde auch der türkische Botschafter zu einem Gespräch ins Außenministerium gerufen. Der türkische Diplomat sei aufgefordert worden, „bei der Deeskalation der Situation zu helfen“ anstatt „Öl ins Feuer zu gießen“, hieß es. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg rief die Türkei auf, Demonstranten nicht als Unterstützer von Terrorgruppen zu bezeichnen.

Die österreichische Polizei hatte vergangene Woche in Wien versucht, Zusammenstöße zwischen pro-kurdischen Demonstranten und türkischen Nationalisten zu verhindern. Es kam zu Auseinandersetzungen, nach Informationen der Nachrichtenagentur APA gab es Verletzte, Festnahmen und Sachschäden.

Ankara erklärte, die Kundgebungen seien von der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) organisiert worden. Die Untergrundorganisation kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat und wird von Ankara und westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Wien sind angespannt, besonders nachdem europäische Länder, darunter Österreich, es der Regierungspartei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan 2017 nicht erlaubten, auf ihrem Boden Kundgebungen abzuhalten. (afp/er)


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