Artillerie auf der türkischen Seite zur Grenze nach Syrien in der Nähe von Akcakale in der Provinz Sanliurfa province am 8. Oktober 2019.Foto: BULENT KILIC/AFP via Getty Images

Türkischer Regierungsvertreter: Militäroffensive beginnt „in Kürze“ – USA drohen mit Zerstörung der Wirtschaft

Epoch Times9. Oktober 2019 Aktualisiert: 9. Oktober 2019 10:10
Die Türkei scheint entschlossen, gegen die Kurden in Nordsyrien eine Militäroffensive umzusetzen. US-Präsident Donald Trump zog Soldaten von Spezialeinheiten ins Landesinnere zurück und warnte Präsident Erdogan mit der Zerstörung der türkischen Wirtschaft, sollte Ankara zu weit gehen.

Die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien steht nach Angaben eines Regierungsvertreters unmittelbar bevor. Der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun schrieb am Dienstag in der „Washington Post“, Armeeeinheiten seines Landes würden die Grenze zu Syrien „in Kürze“ überschreiten. Kurdische Kämpfer hätten jetzt noch die Möglichkeit zum „Überlaufen“.

Die Türkei plant eine Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien. Diese waren für die USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) einer der wichtigsten Verbündeten.

Ankara stuft die YPG-Miliz wegen ihrer Nähe zur kurdischen Arbeiterpartei (PKK) hingegen als „Terrororganisation“ ein. Seit 2016 ist die Türkei bereits zwei Mal gegen die YPG-Miliz in Nordsyrien vorgegangen.

USA: „Kein grünes Licht“ für Einmarsch in Nordsyrien

Am Dienstag verstärkte die Türkei ihre Militärpräsenz in der Grenzregion weiter. Ein AFP-Reporter berichtete von einem Konvoi mit Dutzenden gepanzerten Fahrzeugen nahe der Stadt Akçakale in der Provinz Sanliurfa.

Die USA hatten zu Wochenbeginn bis zu 100 Soldaten von Spezialeinheiten aus Stellungen in Nordsyrien ins Landesinnere abgezogen und damit das Feld für eine türkische Militäroffensive geräumt. Trump messe dem „Schutz“ von US-Soldaten angesichts einer „möglichen Invasion“ der Türkei oberste Priorität bei, sagte ein Regierungsvertreter. Das brachte US-Präsident Donald Trump auch aus den eigenen Reihen den Vorwurf ein, die Kurden im Stich zu lassen. Dieser hatte die Türkei zur Zurückhaltung gegen die Kurden in Nordsyrien aufgerufen.

Sollte Ankara zu weit gehen, werde er die türkische Wirtschaft „zerstören“, drohte Trump am Montag im Online-Dienst Twitter. Später sagte der Präsident, der mit einem Abzug von US-Soldaten aus der Region scharfe Kritik auf sich gezogen hatte, das Vorgehen der Türkei müsse „human“ bleiben.

Auch der republikanische Senator Lindsey Graham rief die Türkei am Dienstag auf, die Militäroffensive abzublasen, und warnte vor einer „roten Linie“. Es gebe kein „grünes Licht“ für einen Einmarsch in Nordsyrien, schrieb Graham im Kurzbotschaftendienst Twitter. (afp/sm)


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