Zhang Yuhua (M) mit den Beamten des US-Außenministeriums Tina Mufford (L) und Michael J. Cocciolone am 20. Juli 2020 dem 21. Jahrestag der Verfolgung von Falun Gong in China.Foto: Der Epoch Times zur Verfügung gestellt

US-Beamte besorgt wegen Chinas erzwungener Organentnahme an Falun Gong-Praktizierenden

Von 25. Juli 2020 Aktualisiert: 26. Juli 2020 9:34
Die USA haben sich klar gegen die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden in China ausgesprochen. Die Verfolgung der spirituellen Praxis durch die Kommunistische Partei dauert bereits 21 Jahre.

Die buddhistische Meditationspraxis Falun Gong wird seit 21 Jahren von der Kommunistischen Partei Chinas verfolgt. Am 20. Juli 1999 startete der damalige chinesische Führer Jiang Zemin die brutale Unterdrückung, die bis heute andauert.

Zum 21. Jahrestag der Verfolgung fand ein Treffen zwischen fünf Vertretern der spirituellen Praxis und Beamten des US-Außenministeriums statt. Der stellvertretende US-Außenminister Robert Destro und Sam Brownback, der allgemeine US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, nahmen an dem Treffen telefonisch teil. Die US-Beamten brachten insbesondere ihre Besorgnis über die laufende Praxis der erzwungenen Organentnahmen bei Falun Gong-Praktizierenden zum Ausdruck. Dies berichteten Falun Gong-Praktizierende, die den Inhalt der Diskussion kannten, der Epoch Times.

Londoner Volkstribunal: „erheblicher Umfang“

Im Juni 2019 kam ein unabhängiges Volkstribunal in London nach einer einjährigen Untersuchung zu dem Schluss, dass die erzwungene Organentnahme in China seit Jahren „in erheblichem Umfang“ stattfindet. Dabei seien Falun Gong-Praktizierende die Hauptquelle der Organe. In seinem endgültigen Urteil erklärte das Tribunal im März: „Dieses Menschenrechtsverbrechen findet noch immer statt.“ Das Tribunal stellte auch fest, dass wegen dieses „tragischen und unkontrollierten Handelns viele Menschen auf schreckliche und unnötige Weise gestorben sind“.

Der 20. Juli markierte den 21. Jahrestag des Beginns einer weitreichenden Unterdrückungskampagne des chinesischen Regimes gegen Falun Gong. Die Praxis, die auch Falun Dafa genannt wird, ist eine alte chinesische Disziplin mit meditativen Qigong-Übungen und einer moralischen Lehre. Im Mittelpunkt der Praxis stehen Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht.

Der Fall Zhang Yuhua

Auch Zhang Yuhua nahm an dem Treffen mit den US-Beamten teil. Zhang ist eine Falun Gong-Praktizierende, die ursprünglich aus der chinesischen Provinz Jiangsu stammt. Sie wurde wiederholt verhaftet und von der Polizei schikaniert, weil sie sich weigerte, ihrem Glauben abzuschwören.

Die 59-jährige Zhang ist ehemalige Dekanin der russischen Abteilung der Pädagogischen Universität Nanjing. Sie verbrachte über sieben Jahre im chinesischen Gefängnis, bevor ihr 2015 die Flucht in die USA gelang.

Zhang erinnerte sich daran, tagelang in einer Gefängniszelle stehen zu müssen, ohne jegliche Ruhe oder Schlaf. Ihr Körper schwoll durch die Qualen an zuerst ihre Füße und Beine, dann ihre Hände und Arme.

„Es ist nicht nur ein Tag, zwei Tage oder eine Woche. Sie lassen dich stehen, bis du zusammenbrichst“, sagte Zhang gegenüber der Epoch Times. Während dieser Zeit sei sie oft gestürzt und ohnmächtig geworden. Die längste Zeit, in der die Behörden sie zum Stehen gezwungen haben, betrug mehr als 50 Tage.

Zu ihrem Ehemann Ma Zhenyu habe sie schon seit 2018 keinen Kontakt mehr, fuhr Zhang fort. Er sei zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der einzige Grund: Er habe bezüglich Falun Gong sechs Briefe an chinesische kommunistische Führer geschrieben. Zuvor sei ihr Mann Ma bereits rund sieben Jahre im Gefängnis gesessen, sagte Zhang.

In einer Erklärung vom Mittwoch (22.7) forderte US-Außenminister Mike Pompeo die Kommunistische Partei Chinas auf, „ihren verwerflichen Missbrauch und die Misshandlung von Falun Gong-Praktizierenden unverzüglich einzustellen“. Die inhaftierten Praktizierenden, darunter Zhangs Ehemann, sollten sofort freigelassen und der Verbleib der Vermissten geklärt werden. „21 Jahre Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden sind viel zu lang. Sie muss aufhören“, betonte Pompeo.

Millionen Inhaftierte geschätzt

Ende der 1990er Jahre praktizierten nach damaligen offiziellen Schätzungen etwa 70 bis 100 Millionen Chinesen Falun Gong. Tausende sind seither durch Folter gestorben, berichtet „Minghui.org“. Die Website dokumentiert die Verfolgung von Falun Gong. Nach Schätzungen des Falun Dafa-Informationszentrums wurden Millionen Anhänger inhaftiert und Hunderttausende gefoltert. Ein Bericht auf  „Minghui“ zählte allein in der ersten Hälfte des Jahres 2020 mehr als 5.300 Fälle von Inhaftierung oder Belästigung.

Levi Browde, Exekutivdirektor des Falun Dafa-Informationszentrums in den USA, sagte: Pekings langwierige Verfolgungskampagne von Falun Gong habe es dem KP-Regime ermöglicht, einen systematischen Mechanismus zur Unterdrückung anderer religiöser Gruppen und Dissidenten, wie Uiguren, Hauschristen und Hongkonger, zu entwickeln. Damit werde eine Person nicht nur „gebrochen“, sondern auch dazu gezwungen, sich zur Kommunistischen Partei Chinas zu bekennen. „Sie haben diesen Prozess bei Falun Gong wirklich verfeinert“, sagte er.

Politiker erinnern an 21 Jahre Verfolgung

Am Tag des Treffens schrieb Brownback einen Tweet, in dem er sein Beileid für die in China unterdrückten Praktizierenden zum Ausdruck brachte. „Meine Gedanken sind heute bei den Falun Gong-Praktizierenden in China, die 21 Jahre lang unter der Verfolgung durch die Regierung der Volksrepublik China gelitten haben. Wir stehen ihnen solidarisch zur Seite, wenn sie wegen ihres Glaubens schikaniert, verhaftet, inhaftiert und brutal behandelt werden.“

In einem separaten Tweet beschrieb Brownback das private Treffen mit Falun Gong-Praktizierenden als „kraftvoll“. Er sei „von der Beharrlichkeit“ der Falun Gong-Praktizierenden „inspiriert“. Diese Leute seien trotz des Drucks des chinesischen Regimes, ihren Überzeugungen abzuschwören, standhaft geblieben.

Mehr als 30 US-amerikanische Gesetzgeber und Beamte haben Erklärungen abgegeben, in denen sie die 21-jährige Verfolgungskampagne verurteilten. Die Serie von Unterstützungen durch hochrangige US-Beamte, so Zhang, sei ein „Schlag“ für das chinesische Regime, das Falun Gong lange Zeit als seinen „obersten Feind“ betrachtet habe.

Die Haltung der USA werde wahrscheinlich weitere Handlungen durch andere Länder anregen, um Chinas Menschenrechtsverletzungen aufzudecken, sagte Zhang und nannte die Verurteilungen der Verfolgung einen „unaufhaltsamen Trend“.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalartikel: Trump Admin Officials Express Concern Over China’s Forced Organ Harvesting From Falun Gong Adherents


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