USA buhlen um Gunst der Türkei: Joe Bidens beinahe peinliche Rede

Gestern hielt US-Vizepräsident Joe Biden in Ankara eine Rede, in der er geradezu um die Gunst der Türkei buhlte. Er bezeichnete den Putschversuch als „Verrat“ und sicherte Hilfe bei der Auslieferung Gülens zu – dem von Erdogan behaupteten Drahtzieher. Die Kurden in Syrien forderte er zum Rückzug auf.
Titelbild
US-Vizepräsident Joe Biden und der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim bei ihrer Pressekonferenz in Ankara am 24. August.Foto: ADEM ALTAN/AFP/Getty Images
Epoch Times25. August 2016

Nachdem die Türkei wieder dicke Freundschaft mit Russland pflegt, stehen die USA offensichtlich unter Zugzwang. Die Rede von US-Vizepräsident Joe Biden gestern in Ankara war überaus entgegenkommend.

Biden bezeichnete den Putschversuch vom 15. Juli einen „Verrat“. Bezüglich der von der Türkei gewünschten Auslieferung von Fethullah Gülen sagte er: „Wir haben nicht die Absicht, einen Menschen zu schützen, der unserem Verbündeten schadet.“

Bei der Auslieferung Gülens müsse das rechtliche Prozedere eingehalten werden, weshalb es etwas dauern könne. Für die Wut der türkischen Bevölkerung habe man Verständnis.

Der Prediger Gülen ist ein Erzfeind Erdogans und lebt in den USA.  Er wird als Drahtzieher des Putschversuchs beschuldigt, streitet jedoch jegliche Beteiligung ab.

Rolle des CIA unklar

Jegliche Beteiligung am Putschversuch stritt auch Biden für die USA ab. Wörtlich sagte er: „Es gibt Gerüchte, wonach die USA Kenntnis von diesem Putschversuch gehabt haben soll. Dem ist nicht so. Wir würden dies unter keinen Umständen unterstützen. Diese hinterhältige Aktion würden wir niemals unterstützen.“

Die Türkei glaubt „sehr deutliche Hinweise“ auf eine Verwicklung des CIA zu besitzen, so die Deutschen Wirtschafts Nachrichten (DWN), die erwähnen, dass Biden gestern in Begleitung „einer ungewöhnlich großen Gruppe von Geheimdienstlern“ war.

Biden sagte in seiner Rede mehrfach Sätze wie: „Wir, als die Verbündeten des türkischen Volks, möchten sagen, dass wir die Türkei voll und ganz unterstützen.“ Er betonte: „Präsident Obama war eines der ersten Staatsoberhäupter, die die Türkei nach dem Putschversuch öffentlich unterstützte“. Wobei er trotzdem hinzufügte: „Als die Ereignisse stattfanden, waren wir uns nicht sicher, ob sie auch wirklich so stattfanden.“

Die Washington Post prognostizierte, Bidens Rede werde US-Präsident Barack Obama wieder Kritik einbringen, dass er zu freundlich mit autokratischen Herrschern umgehe. Doch eine Begleiterin Bidens räumte gegenüber der Zeitung ein, die USA hätten gar keine andere Wahl, als mit der Türkei intensiv zu kooperieren.

Die USA wollen die Türkei nicht in Richtung Moskau abdriften lassen, analysierten die DWN. Das Land sei als Nato-Staat und wegen der geographischen Lage für die USA unverzichtbar.

Biden: „Kurden müssen sich auf Ostseite des Euphrat zurückziehen“

Auch die lange von der Türkei geforderte Entscheidung der USA – „entweder wir oder die Kurden“ – zum Syrienkrieg fiel gestern: Joe Biden schlug sich klar auf die Seite der Türkei in dem er sagte, die Kurden müssten sich auf die Ostseite des Euphrat zurückziehen, oder sie würden die Unterstützung der USA verlieren. Die „Zeit“ berichtete. Ein Kurdenstaat direkt an der türkischen Grenze sei der Alptraum der Türkei, so das Medium.

(rf)

 



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