Bei einer Parade zum Nationalfeiertag der USA nahe Chicago hat ein Schütze ein Blutbad angerichtet. Mindestens sechs Menschen sterben.
Bei einer Parade zum Nationalfeiertag der USA nahe Chicago hat ein Schütze ein Blutbad angerichtet. Mindestens sechs Menschen sterben.Foto: John J. Kim/Chicago Tribune via Zuma/dpa

USA: Verdächtiger nach tödlicher Attacke an Nationalfeiertag gefasst

Epoch Times5. Juli 2022 Aktualisiert: 5. Juli 2022 8:29
Etwas mehr als einen Monat ist das Massaker an einer Grundschule in Texas her, das die USA in ihren Grundfesten erschütterte. Nun eröffnet ein Schütze am Unabhängigkeitstag das Feuer auf eine Parade.

Nach der tödlichen Schusswaffenattacke bei einer Parade zum US-Nationalfeiertag nahe Chicago ist der Verdächtige gefasst worden. Der 22-Jährige sei nach einer kurzen Verfolgungsjagd mit dem Auto „ohne Zwischenfall“ festgenommen worden, sagte der Polizeichef der Stadt Highland Park, Lou Jogmen, am Montag (4. Juli).

Die Polizei hatte nach dem Blutbad mit sechs Toten unter Hochdruck und mit hunderten schwerbewaffneten Einsatzkräften nach dem Verdächtigen Robert Crimo gefahndet.

Wie die Behörden mitteilten, wurde der in einem silberfarbenen Fahrzeug flüchtige und als „sehr gefährlich“ eingestufte 22-Jährige dann von einem Polizisten gesehen. Er wurde nach einer kurzen Verfolgungsjagd am Montagabend gegen 18.30 Uhr Ortszeit festgenommen.

Mindestens sechs Menschen tot

Die Schusswaffenattacke während der Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag vom 4. Juli in Highland Park sorgte landesweit für Entsetzen. Bei der Attacke in dem wohlhabenden Vorort der Großstadt Chicago im Bundesstaat Illinois wurden mindestens sechs Menschen getötet. Rund 25 Menschen im Alter zwischen acht und 85 Jahren wurden durch Kugeln verletzt. Der Schütze hatte nach Polizeiangaben mit einem Gewehr von einem Dach eines Geschäftes aus das Feuer auf die Menschenmenge eröffnet.

„Alles deutet darauf hin, dass er diskret und sehr schwer zu sehen war“, sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden, Christopher Covelli. Der Angreifer habe offenbar die Zuschauer der Parade gezielt ins Visier genommen.

Stunden nach der Attacke gab die Polizei Crimos Identität bekannt und veröffentlichte ein Fahndungsfoto. Er wurde zunächst offiziell als „Person von Interesse“ bezeichnet, gewissermaßen eine Vorstufe zu einem Verdächtigen. Crimo bezeichnet sich selbst als Musiker und präsentiert sich im Netz mit dem Künstlernamen „Awake the Rapper“.

„Ich muss es einfach tun“

Er hatte laut US-Medien in der Vergangenheit auf Online-Plattformen gewalttätige Inhalte veröffentlicht. Darunter war laut der Zeitung „Chicago Tribune“ ein Video mit Zeichnungen eines Schützen und von Menschen, die erschossen werden, sowie eine Stimme, die sagte: „Ich muss es einfach tun“ und „Nichts kann mich stoppen, nicht einmal ich selbst“.

Die Schüsse hatten laut Polizei um 10.14 Uhr begonnen und Panik in der Kleinstadt am Ufer des Michigan-Sees ausgelöst, wo sich hunderte Menschen versammelt hatten, um den „Independence Day“ zu feiern. Viele Menschen hielten die Schüsse zunächst für Feuerwerk.

„Wir haben uns vorbereitet, die Straße entlangzumarschieren, als plötzlich Wellen von Menschen angefangen haben zu rennen“, sagte die Augenzeugin und Parade-Teilnehmerin Emily Prazak der Nachrichtenagentur AFP. „Direkt bevor das passiert ist, haben wir das ‚pop, pop, pop, pop, pop‘ gehört, und ich dachte, es ist Feuerwerk.“

US-Präsident Joe Biden zeigte sich „schockiert über die sinnlose Waffengewalt“. Er dankte den Einsatzkräften und erklärte, er bete für die Verletzten. Biden verwies außerdem auf eine kürzlich beschlossene leichte Verschärfung des Waffenrechts – ein Minimal-Kompromiss zwischen seinen Demokraten und den oppositionellen Republikanern – und betonte, es gebe noch „viel mehr Arbeit zu erledigen“. „Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben“, erklärte der Präsident.

In den USA hatte es in den vergangenen Wochen eine ganze Serie besonders blutiger Schusswaffenangriffe gegeben. Mitte Mai erschoss ein 18-Jähriger an einer Grundschule der texanischen Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen. Zehn Tage zuvor hatte ein 18-Jähriger in und vor einem Supermarkt in Buffalo im Bundesstaat New York aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Am Nationalfeiertag kam es auch in der Großstadt Philadelphia zu einem Schusswaffenvorfall. Dabei wurden laut US-Medien zwei Polizisten verletzt, die Hintergründe waren zunächst unklar. (afp/sza)



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