Vladimir PutinFoto: KIRILL KUDRYAVTSEV/Getty Images

Vladimir Putin: „Kampfhandlungen einstellen und mit dem Wiederaufbau beginnen“

Epoch Times1. September 2014 Aktualisiert: 1. September 2014 6:25

Der russische Präsident Vladimir Putin hat Kiew aufgerufen, mit wichtigen Gesprächen über eine Deeskalation der Krise im Osten der Ukraine zu beginnen. Putin sagte, dass es eine Illusion wäre zu erwarten, dass die Rebellen in der Ostukraine in aller Ruhe zusehen wie ihre Häuser zerstört werden, berichtet Russia Today. 

"Wir haben einem Plan zugestimmt den man jetzt umsetzten muss", sagte Putin in einem Interview mit dem Staatsfernsehen und fügte hinzu: "Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen – nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine."

Die Verhandlungen über einen Friedensprozess und "die gesetzlichen Interessen der dort lebenden Menschen zu schützen", stehen an erster Stelle dieses Plans, so Putin.   

Der russische Präsident sagte auch, dass die Hauptursache der heutigen Krise der Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch durch die Maidan Bewegung im Februar gewesen wäre und dass solche Fehler in der Zukunft vermieden werden sollten.

"Kampfhandlungen einstellen und mit dem Wiederaufbau beginnen"

Putin rief Kiew dazu auf, über den bevorstehenden Herbst und Winter und die damit verbundene Heizperiode nachzudenken. Die verwüstete Infrastruktur im Südosten des Landes erfordert einen raschen und umfassenden Wiederaufbau, ansonsten würden die Menschen dort wahrscheinlich erfrieren, so Putin. 

Er fügte hinzu: "Es scheint, als ob sich nur Russland darum kümmern würde. Die erste und wichtigste Bedingung ist, alle Kampfhandlungen zu beenden und mit dem Wiederaufbau der Infrastruktur für die kalte Jahreszeit zu beginnen."

Putin sagte, dass die Lösung der Ukraine-Krise jetzt vor allem von Kiew abhängen würde. Wann die Krise in der Ukraine beendet werden könnte wäre, so Putin, ungewiss. 

"Rebellen werden nicht geduldig auf versprochene Gespräche warten"

Weiters sagte Putin, dass sich durch die kommenden ukrainischen Parlamentswahlen die Zukunft des Landes weisen wird. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko entließ das ukrainische Parlament am 25. August. Neue Parlamentswahlen werden am 26. Oktober statt finden. 

"Alle Teilnehmer im Wahlkampf wollen zeigen wie cool sie sind", sagte Putin, berichtet RT. "Jeder will zeigen, dass er ein starker Mann oder sie eine starke Frau ist. Und während sich der politische Kampf verschärft, ist es schwer zu erwarten, dass jemand eine friedliche Lösung anstatt einer militärischen fordert." 

Zur gleichen Zeit sei es eine Illusion zu erwarten, dass die Rebellen einfach geduldig dasitzen und darauf warten, wann die versprochenen Gespräche endlich beginnen werden, sagte Putin. Vor allem wenn sie sehen, dass "Städte und Gemeinden im Südosten der Ukraine zerbombt und mit direktem Feuerangriff beschossen werden." 

Schwierig für die EU zum russischen Markt zurückkehren 

Putin rief die EU dazu auf, einmal genauer über die Situation nachzudenken. Er bezog sich damit auf die neuen angedrohten Sanktionen gegen Russland.

"Was sind die so genannten europäischen Werte? Die Unterstützung für einen bewaffneten Staatsstreich und die Unterdrückung von Gegnern mit Streitkräften – also sind das die ‚europäischen Werte‘? Ich glaube, dass unsere Kolleginnen und Kollegen an ihre eigenen Ideale erinnert werden müssen", sagte der Präsident. 

Nach den verhängten Sanktionen vom Westen ergriff Russland Gegenmaßnahmen und sanktionierte bestimmten Lebensmittelimporte aus den USA, der EU und anderen Ländern. Putin glaubt, dass es durch die Sanktionen für die europäischen Länder schwer werden wird, wieder zum russischen Markt zurückzufinden, berichtet RT. Er erwartet, dass neue Importeure aus Lateinamerika, China und Russlands östliche Nachbarn den Markt im Laufe des Jahres sichern werden. Danach würde es "sehr schwierig, fast unmöglich" werden für die EU wieder in den russischen Markt einzusteigen, fügte Putin hinzu. (so) 

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