Ein Gendarm kontrolliert alle Autos die das Dorf Joyeux in der französischen Region Ain verlassen. Samstag den 18. Februar 2006. (AP Foto/Patrick Gardin)

Vogelgrippe erreicht Frankreich – Tests in Indien

Epoch Times19. Februar 2006 Aktualisiert: 19. Februar 2006 20:28
900.000 Nutztiere sollen gegen Vogelgrippe geimpft werden

Paris/Bombay – Die auch für den Menschen lebensbedrohliche Form der Vogelgrippe breitet sich in Europa und Asien weiter aus.

Nach ihrem Auftreten in Deutschland wiesen Experten am Wochenende erstmals auch in Frankreich den Erreger H5N1 bei einer toten Wildente nach. In Indien untersuchten Experten 30 Menschen auf den Verdacht von Vogelgrippe, nachdem das Virus erstmals bei Geflügel gefunden worden war. Entgegen ersten Berichten geht Indiens Regierung aber davon aus, dass sich noch kein Mensch mit der Tierseuche angesteckt hat.

In Europa erreichte die Vogelgrippe mit Frankreich den größten Geflügel-Produzenten des Kontinents. Wie eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Samstagabend bestätigte, hätten Experten in einer toten Wildente in der Nähe von Lyon den H5N1-Erreger nachgewiesen. „Das Virus ist zu 99 Prozent identisch mit dem Erreger asiatischen Ursprungs“, teilte das Ministerium in Paris mit. Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau sagte, rund 900.000 Nutztiere würden gegen Vogelgrippe geimpft. In 15 Fällen untersuchten Experten zudem weitere Wildvögel wegen des Verdachts auf Vogelgrippe.

Experten befürchten eine Pandemie mit Millionen von Opfern, sollte das H5N1-Virus in einem Patienten mutieren und dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar sein.

INDIEN – KEIN FALL DER VOGELGRIPPE BEIM MENSCHEN BESTÄTIGT

Wie das indische Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, stammten die 30 Patienten mit Vogelgrippe-Verdacht aus dem Bezirk Nandurbar im westlichen Bundesstaat Maharashtra. „Alle Patienten zeigten grippeähnliche Symptome und wir lassen nun ihre Blut- und Schleimproben auf Vogelgrippe untersuchen“, sagte ein hochrangiger Gesundheitsexperte von Maharashtra. In dem Bundesstaat waren in den vergangenen Tagen rund 50.000 Vögel verendet. Am Samstag war bekannt geworden, dass ein Teil dieser Vögel mit dem Virustyp H5N1 infiziert war. Mehr als 300.000 Hühner wurden daraufhin gekeult.

Bisher sei aber kein menschlicher Fall von Vogelgrippe in Indien bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Ein hochrangiger Behördenvertreter im westlichen Bundesstaat Gujarat hatte zuvor erklärt, ein 27-jähriger Besitzer eines Geflügelbetriebs sei vermutlich an der Vogelgrippe gestorben. Der tote Mann stamme aus dem benachbarten Maharashtra. „Erste Tests des Kriseneinsatz-Teams … weisen daraufhin, dass dieser Patient keinen Kontakt zu Geflügel hatte“, teilte daraufhin das Ministerium mit. Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt und hat sehr große Bestände an Hühnern.

Im Norden Spaniens testeten Veterinäre am Wochenende eine tote Wildente auf Vogelgrippe. Großbritannien erklärte, es sei nun wahrscheinlicher geworden, dass die Vogelgrippe auch das Königreich erreichen werde. Die Tierseuche trat auch erstmals in Ägypten auf. Am Sonntag schlossen die Behörden den Zoo in Kairo, um die Tiere vor der Seuche zu schützen. Augenzeugen berichteten jedoch bereits von toten und kranken Vögeln im Zoo. In Nigeria kämpften die Behörden unterdessen weiter gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe. Sie forderten die Bewohner des bevölkerungsreichsten Lands in Afrika auf, in den betroffenen Gebieten keine kranken Tiere zu essen. In Indonesien wurde am Samstag der 19. Todesfall des Landes gemeldet.

Das H5N1-Virus hat seit seinem Auftreten 2003 weltweit mehr als 170 Menschen infiziert; 93 von ihnen starben. Schätzungsweise zwei Millionen infizierte Vögel erlagen seitdem der Tierseuche oder wurden als Schutzmaßnahme gekeult. In Europa wollen die EU-Agrarminister am Montag über Konsequenzen nach den neuen Vogelgrippe-Fällen in ihren Mitgliedsländern beraten.

© Reuters 2006. Alle Rechte vorbehalten


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion