Das "Zukunftteam" von Armin Laschet.Foto: Christian Marquardt - Pool/Getty Images

Wahlforscher sehen Laschets „Zukunftsteam“ nicht als Gamechanger

Epoch Times3. September 2021 Aktualisiert: 3. September 2021 17:49

Das Wahlkampfteam von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet wird nach Einschätzung des Meinungsforschers Peter Matuschek kaum eine Trendwende in den Umfragen bewirken. CSU-Chef Markus Söder steht nach wie vor hinter dem Kanzlerkandidat.

„Ich halte das Timing wirklich für sehr spät“, sagte der Leiter der Abteilung Politik- und Sozialforschung bei Forsa der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Er hielt zudem den Bekanntheitsgrad der meisten Teammitglieder für zu gering. „Dass es ein Zugpferd werden kann, bezweifele ich.“

Drei Wochen vor der Bundestagswahl hatte Laschet angesichts schlechter Umfragewerte am Freitag ein achtköpfiges „Zukunftsteam“ vorgestellt, das ihm im Wahlkampf zur Seite steht. Bekanntestes Mitglied ist der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Viele andere Mitglieder sind aber der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt.

Matuschek: Ein „schwacher Kandidat“ braucht ein Team

„Es ist ein Lehrbuchsatz aus jedem Wahlkampfhandbuch, dass man ein Team braucht, wenn man einen schwachen Kandidaten hat“, sagte Matuschek. „Das kommt natürlich jetzt relativ spät. Und es sieht so aus, als ob man das Laschet aufzwingen musste. Jetzt muss man sehen, wie viele Leute die Menschen in dem Team überhaupt kennen.“

„Die Erfahrungen mit unpolitischen Experten zeigen, das kann ein paar Punkte Aufmerksamkeit bringen“, sagte ein Wahlforscher. „Sinnvoller wäre es vermutlich, wenn man Personen hätte, die schon bekannt sind und eine gewisse Zugkraft haben.“

„Wenn man in die vergangenen Wahljahre schaut, sieht man, dass es natürlich immer noch Bewegung gegeben hat“, sagte Matuschek mit Blick auf die letzten Wochen vor der Wahl. „Bis auf das Ausnahmewahljahr 2005 war es aber so, dass sich die Schwankungen meist im Bereich von zwei bis drei Prozent pro Partei bewegt haben.“

Im jüngsten ZDF-Politbarometer vom Freitag lag die Union mit 22 Prozent drei Zähler hinter der SPD. Im ARD-„Deutschlandtrend“ vom Donnerstag betrug der Abstand zu den Sozialdemokraten mit ihrem Kandidaten Olaf Scholz sogar fünf Prozentpunkte.

Matuschek verwies zum Zeitpunkt der Vorstellung des Zukunftsteams auch darauf, dass dieses Jahr ein Rekord bei der Briefwahlbeteiligung erwartet wird. „Und diejenigen, die schon Briefwahl gemacht haben, haben sich ja bereits entschieden“, sagte er. „Das heißt, der Kuchen, der in den nächsten Wochen zu verteilen ist, wird nun immer kleiner.“

Söder nennt Umfragewerte der Union „alarmierend“

CSU-Chef Markus Söder hat die aktuellen Umfragewerte der Union als „alarmierend“ bezeichnet. Dies gelte sowohl mit Blick auf den Trend der Umfragen als auch auf die für die Union prognostizierten Werte, sagte Söder am Freitag im Anschluss an eine Sitzung des CSU-Vorstands in München. Die Aufgabe der verbleibenden Zeit bis zur Bundestagswahl sei es, diesen Trend zu brechen.

Wie Söder sagte, sprach der CSU-Vorstand Unionskanzlerkandidat Armin Laschet „Solidarität und hundertprozentige Rückendeckung“ aus. Wie Laschet derzeit dargestellt werde, finde er „ausdrücklich unfair“, sagte Söder. „Er ist ein starker Ministerpräsident, er ist aus meiner Sicht ein überzeugender Kanzlerkandidat.“

Söder sagte, die Union wolle nun beim am Freitag kommender Woche beginnenden CSU-Parteitag und dann beim nächsten Triell der Kanzlerkandidaten am Sonntag in einer Woche die Stimmung umkehren. „Es gibt eine Menge zu tun – und ja, die Zeit wird knapp“, sagte Söder.

Warnung vor Linksbündnis

Neben der Motivation der Wahlkämpfer sei es nun wichtig, nicht aufzugeben. Söder warnte erneut vor einer linken Bundesregierung. „Es geht nicht um rote Socken 2.0, sondern um die Folgen eines Linksbündnisses“, schrieb er am Freitagnachmittag auf Twitter. „Das sind höhere Steuern und eine höhere Arbeitslosigkeit“, so Bayerns Ministerpräsident.

Die politische Linke sei „eine Gefahr für die innere und äußere Sicherheit“. Sie wolle „Verfassungsschutz und Bundeswehr schwächen“, warnte der Christsoziale. Er rief die kommende Woche als „möglicherweise entscheidend“ aus: „Beim nächsten Triell wird Armin Laschet noch einmal überzeugen“, zeigte er sich überzeugt. „Er hat aus meiner Sicht schon das erste Triell gewonnen.“

Und beim CSU-Parteitag werde man dann „ein Signal der Geschlossenheit und des Angriffs setzen“, so der CSU-Vorsitzende. (afp/dts/dl)



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