22. Dezember in Paris: Polizist zieht seine Waffe – Festnahmen bei „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich

Epoch Times22. Dezember 2018 Aktualisiert: 23. Dezember 2018 9:03
Bei Protesten der „Gelbwesten“ in Frankreich hat es wieder Spannungen und Festnahmen gegeben. Es kam zu 109 Festnahmen, auch einer der Wortführer wurde verhaftet.

In Frankreich hat es am Samstag wieder an zahlreichen Orten Proteste der „Gelbwesten“ gegeben. Es gingen aber weniger Menschen auf die Straße als an den vergangenen Wochenenden, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. In Paris demonstrierten gegen 11 Uhr demnach rund 800 Menschen. Allein in der Hauptstadt Paris sollen 65 Menschen festgenommen worden sein, unter ihnen auch einer der Wortführer der Bewegung, Éric Drouet.

Ein französischer Polizist zog seine Waffe und richtete sie am Samstagabend (22. Dezember) auf eine Menge von Demonstranten, während die Demonstranten der „Gelbwesten“ in Richtung der Pariser Champs Elysees Avenue gingen. Ein von einem unabhängigen Journalisten gefilmtes Video zeigte den Polizisten, der seine Waffe herausnahm, während ein anderer versuchte, sein Motorrad vom Boden zu heben, und eine Schar von Demonstranten auf sie zukam.

 

Die Forderungen der „Gelbwesten“

Axel Retz schreibt aktuell: „Begonnen hat der Aufstand der ‚gelben Westen‘ mit einem Protest gegen die geplante Verteuerung der Treibstoffkosten, mittlerweile werden andere Themen ausgerollt, gegen die die Bevölkerung seit fünf Wochen auf die Straße geht:

  1. Gegen den sozialen Abstieg und Hungerlöhne, von denen die Arbeitnehmer nicht mehr leben können, während auf dem Arbeitsmarkt die Zahl der potenziellen Arbeitnehmer steigt, was dem Lohndruck Tür und Tor öffnet. Erst recht, da Robotik, ‚künstliche Intelligenz‘ und Digitalisierung den Bedarf an niedrig qualifizierten Arbeitnehmern massiv abfallen lassen werden.
  2. Gegen die von den sog. Eliten ohne irgendeine Legitimation an die EU-Kommission abgegebenen Kompetenzen, die ihrerseits keinerlei demokratische Legitimation hat.
  3. Gegen die aus Steuermitteln und den Sozialkassen finanzierte Massenmigration muslimischer Zuwanderer, die sich zu einem Großteil hier weder integrieren noch arbeiten wollen und dem westlichen Lebensmodell ablehnend bis feindlich gegenüberstehen.
  4. Gegen die abgehobene Art ihres aus der ‚Finanzelite‘ stammenden Präsidenten, der sich erst auf massiven Druck der Straße hin überhaupt für die Belange der Bürger zu interessieren scheint und nun mit finanziellen Erleichterungen wedelt, die selbst wieder aus Steuermitteln aufgebracht werden müssen.
  5. Gegen die Abschaffung der Demokratie, die sich Politik und Medien auf die Fahnen geschrieben zu haben scheinen.“

In Straßburg versammelten sich laut Regionalsender France Bleu Alsace rund 100 Menschen bei der Europabrücke, die nach Deutschland führt. Sicherheitskräfte nahmen sieben Menschen in Gewahrsam, ein Polizist wurde verletzt.

Behinderungen gab es demnach auch im äußersten Südwesten des Landes auf der Autobahn in der Nähe der Grenze zu Spanien, wie Franceinfo berichtete. Im südfranzösischen Perpignan sei ein 36 Jahre alter Autofahrer am Freitagabend tödlich verunglückt. Er war auf einen Lastwagen gefahren, der an einer Straßensperre der „Gelbwesten“ stand.

Am zurückliegenden Wochenende hatten rund 66.000 Menschen im ganzen Land protestiert. Die Regierung beschloss vor wenigen Tagen ein milliardenschweres Sozialpaket, um den Konflikt zu entschärfen. Seit Mitte November protestieren die „Gelbwesten“ gegen die Reformpolitik der Regierung – in der Hauptstadt Paris war es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. (dpa)

 


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