Friedensmarsch in Richtung KiewFoto: Youtube/Screenshot

Willy Wimmer: Riesiger Friedensmarsch in der Ukraine – Zehntausende Pilger demonstrieren gegen Kriegspolitik und Verarmung

Epoch Times14. Juli 2016 Aktualisiert: 14. Juli 2016 20:42
In der Ukraine startete ein Friedensmarsch an dem sich bereits Zehntausende Menschen beteiligen. Und es werden immer mehr. Das Ziel ist Kiew. Die Pilger wollen friedlich gegen die miserable Lage im Land demonstrieren.

Eine Pilger-Scharr hat sich aus drei Richtungen nach Kiew aufgemacht, um friedlich gegen die miserablen Lebensumstände, den Krieg und die Regierung der Ukraine zu demonstrieren.

Der Zug, der aus dem Westen auf Kiew zuwandert, startete vom Heiligen Himmelfahrtskloster in Potschajiw in der Oblast Tarnopil aus. Am Auszug aus dem Kloster beteiligten sich mindestens 5.000 Gläubige. Als die Prozession die erste Etappe erreichte, waren es schon Zehntausend Pilger, die im Namen von Liebe, Frieden und Gebet nach Kiew ziehen.

https://www.youtube.com/watch?v=h1H7gaIYbxk

Willy Wimmer kommentiert die bislang verfügbaren Informationen und Bilder:

Mit den Bildern aus der Ukraine wird das ganze Dilemma in Europa deutlich. In der Ukraine haben die Kirchen den Menschen noch etwas zu sagen und die Menschen lassen sich nicht alles durch die Regierenden bieten. Die Menschen wollen Frieden und sie gehen dafür nicht nur auf die Straßen.

Sie pilgern über Hunderte von Kilometern und nehmen damit unglaubliche Strapazen auf sich. Der damit deutlich werdende Aufschrei der Menschen gegen die gegenwärtigen Verhältnisse ist so dramatisch, dass weder die Staatsgewalt noch die rechtsfaschistischen Kräfte es wagen, sich den Pilgern in den Weg zu stellen.

Wo sind bei uns die Pilgerzüge, die sich den Kriegstreibern in den Weg stellen, und wo die Kirchen, deren Priester den Menschen noch etwas zu sagen haben?

Die Bilder könnten gegensätzlicher nicht sein.

Der Westen, der hinter dem schlimmen Schicksal der Ukraine steht und alles dort letztlich zu verantworten hat, glänzt durch Militärmanöver und dramatisches Säbelrasseln. Dagegen zeigen die Menschen in einem tiefgläubigen Land mit ihren Friedenszügen, was der christliche Glaube für ein Volk bewirken kann.

Wir im Westen sollten uns nicht täuschen, was die tatsächliche Lage in der Ukraine anbelangt. Dabei ist es geradezu unglaublich, dass die Pilgerzüge im Westen der Ukraine ihren Ausgang genommen haben. In dem Teil der Ukraine, der schon dem Bilde nach an das alte Österreich erinnert und der bislang nach Westen oder in die Eigenstaatlichkeit strebte.

Wer in den letzten Jahren nach dem westlich unterstützten Putsch gegen die legitime Regierung in Kiew angenommen hatte, dass es keine staatliche Kooperation mit den alten faschistischen Strukturen in diesem Lande geben würde, sah sich enttäuscht.

Die Europäische Union hatte nicht das Geringste dagegen einzuwenden, riesige Finanzströme dem „Rechten Sektor“ zugutekommen zu lassen, solange sich diese Kräfte gegen den Russisch sprechenden Teil der Ukraine oder Russland selbst einsetzen ließen.

Der deutsche Widersinn kam dabei besonders deutlich zu Tage. Hier wurde der Verbotsantrag gegen die NPD beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Und deutsches Regierungsgeld stärkte die „Asow-“ und sonstigen Bataillone im Kampf gegen alles das, was „russisch“ war und ist.

Die Pilgerzüge haben nichts von dem an sich, was in den letzten Jahren die Wiege des russischen Volkes in Europa so auseinandergetrieben hatte. Man muss sich in beiden Ländern nur einmal die Mehrzahl der Ehepaare ansehen, um eines feststellen zu können: Russen heiraten Ukrainer und umgekehrt. Hier haben nach dem Zerfall der Sowjetunion jene westlichen Kräfte angesetzt, die schon vor dem Ersten Weltkrieg über das Council on Foreign Relations aus Chicago alles unternommen haben, die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie auseinander zu jagen.

Das für Mitteleuropa so desaströse amerikanische Modell wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht nur in der Ukraine umgesetzt. Russland ist jetzt das Ziel. Dagegen stehen die Menschen in der Ukraine auf. Sie wollen sich ihre Mitmenschlichkeit nicht auch noch nehmen lassen. Und es ist das christliche Kreuz, das ihre Friedenspilgerzüge bestimmt.

https://www.youtube.com/watch?v=dQgCDL9I1EQ

https://www.youtube.com/watch?v=L3fMVAYgfkU

In einigen Medien heißt es, dass der russische Präsident Wladimir Putin hinter dieser „Provokation“ stecke und der ganze Zug aus Putin-Agenten, pro-russischen Separatisten, Terroristen usw. bestehe. Die Organisatoren heißen „Agitatoren“ und die Teilnehmer „Lakaien“. Die Demonstranten haben Zelte und Verpflegung was für verschiedene Medien ein Beleg dafür ist, dass das ganze eine geschauspielerte Veranstaltung sei. Es ist anzunehmen, dass in den westlichen Medien eher wenig über den Friedensmarsch berichtet wird. (so)


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