Zahlreiche Tote bei Auseinandersetzungen nach Wahlen in Togo

Epoch Times28. April 2005 Aktualisiert: 28. April 2005 17:39

Lome – Nach den umstrittenen Wahlen im westafrikanischen Togo sind bei Zusammenstößen rivalisierender Gruppen mehrere Menschen getötet worden und zahlreiche weitere verletzt worden.

„Bislang haben wir neun Tote gezählt, davon acht Nigerianer, die zusammengeschlagen und dann bei lebendigen Leibe verbrannt wurden“, sagte Innenminister Katari Foli-Bazi am Mittwoch, nachdem er sich in der Hauptstadt Lome ein Bild verschafft hatte. Zudem sei ein Polizist mit einer Machete getötet worden. Ärzte in einem Krankenhaus von Lome sagten, sie hätten von mindestens 50 Getöteten und mehr als 100 Verletzten gehört. Mehr als 1000 Menschen seien bereits in die Nachbarländer Benin und Ghana geflohen. Die USA riefen zu einem Ende der Gewalt in der ehemaligen französischen Kolonie auf.

Die Unruhen hatten begonnen, nachdem der bei den Wahlen am Sonntag unterlegene Oppositionskandidat Emmanuel Akitani-Bob sich selbst zum Sieger erklärt hatte.

Augenzeugen berichteten, junge Männer seien Macheten schwingend durch die Straßen gezogen. Sicherheitskräfte hätten Gummigeschosse eingesetzt, zahlreiche Barrikaden seien von Aufständischen in Brand gesetzt worden. Auch in der Stadt Aneho, knapp 50 Kilometer östlich von Lome, berichteten Augenzeugen über Angriffe von jungen Männern auf Regierungsgebäude und angezündete Fahrzeuge. Mehrere Menschen seien getötet worden.

Der ehemalige Machthaber in Togo, Gnassingbe Eyadema, war Anfang Februar nach 38 Jahren im Amt gestorben. Mit den Wahlen am vergangenen Sonntag sollte ein neuer Staatschef gewählt werden. Bei der Wahl hatte nach offiziellen Angaben der Sohn des jüngst gestorbenen Machthabers, Faure Gnassingbe, 60,22 Prozent der Stimmen erhalten, Akitani-Bob 38,19 Prozent. Nach der Wahl hatte sich Akitani-Bob zum Sieger erklärt und seine Anhänger aufgefordert, ihn notfalls unter Hingabe ihres Lebens zu unterstützen.

Alle beteiligten Parteien haben sich gegenseitig Fälschungen und Einschüchterungen bei der Wahl vorgeworfen. Die USA erklärten am Mittwoch, es habe zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben.


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