Ein Polizei-Kontrollpunkt vor der Stadt Maungdaw in der Provinz Rakhine. 28. August 2017, Myanmar.Foto: STR/AFP/Getty Images

Zehntausende auf der Flucht: UN-Generalsekretär warnt vor humanitärer Katastrophe in Myanmar

Epoch Times2. September 2017 Aktualisiert: 2. September 2017 19:01
UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnt vor einer humanitären Katastrophe in Myanmar. Nach Kämpfen zwischen der Armee und den Rohingya-Rebellen im Westen des Landes fliehen zehntausende Menschen nach Bangladesh.

Angesichts eskalierender Kämpfe zwischen Armee und Rebellen im Westen von Myanmar hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor einer humanitären Katastrophe gewarnt.

Nach dem Tod von fast 400 Menschen binnen einer Woche rief Guterres die Sicherheitskräfte des Landes zur Zurückhaltung auf. Wegen der Gewalt in der Region stellte das Welternährungsprogramm (WFP) am Samstag seine Hilfe für den Bundesstaat Rakhine vorerst ein. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht.

Armee: 370 Terroristen wurden getötet

Guterres zeigte sich „zutiefst besorgt über Berichte von Exzessen“ bei Einsätzen von Sicherheitskräften des südostasiatischen Landes in Rakhine. Die Armee hatte zuvor mitgeteilt, bei Kämpfen seien innerhalb einer Woche 370 Terroristen getötet worden. Zudem seien 15 Sicherheitskräfte und 14 Zivilisten ums Leben gekommen.

Berichte von Flüchtlingen aus der Region deuten darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl wesentlich höher liegt. Das Gebiet ist für Reporter verboten, doch gibt es Zeugenberichte über Massentötungen durch beide Konfliktparteien und niedergebrannte Dörfer.

Das Welternährungsprogramm erklärte am Samstag, wegen der unsicheren Lage in der Region könne es vorerst keine Nahrungsmittellieferungen mehr verteilen. Betroffen seien rund 250.000 Flüchtlinge. Die Behörden des Landes verdächtigen Hilfsorganisationen immer wieder, auf der Seite der Rohingya-Rebellen zu stehen.

Rohingya-Rebellen griffen Polizei- und Armeeposten an

Der Konflikt in Myanmars westlichem Bundesstaat Rakhine war vor einer Woche erneut eskaliert, nachdem Rohingya-Rebellen Polizei- und Armeeposten im Norden der Provinz angegriffen hatten.

Nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR flohen seither fast 60.000 Menschen aus Rakhine ins benachbarte Bangladesch, dutzende ertranken in einem Grenzfluss. Am Freitag saßen nach UN-Angaben noch rund 20.000 Rohingya an der Grenze zu Bangladesch fest, weil das Land seine Grenze schloß.

(afp/as)

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