Die Journalistinnen Katerina Bakhvalova und Daria Chultsova, die im November verhaftet wurden, als sie über regierungsfeindliche Proteste berichteten, zeigen das V-Zeichen aus dem Käfig eines Angeklagten während ihres Prozesses in Minsk am 18. Februar 2021. - Die Journalisten wurden zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie illegale Demonstrationen organisiert haben sollen.Foto: STRINGER/AFP via Getty Images

Wegen regierungskritischen Protesten: Zwei Jahre Haft für zwei Journalistinnen in Belarus

Epoch Times18. Februar 2021 Aktualisiert: 18. Februar 2021 17:17
Wegen des Vorwurfs, Proteste gegen den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko organisiert zu haben, sind zwei Journalistinnen in Belarus zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Weil sie über regierungskritische Proteste berichtet haben, sind zwei Journalistinnen in Belarus zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ein Gericht verhängte am Donnerstag (18. Februar) die Haftstrafen gegen die beiden Fernseh-Reporterinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa. Die 27 und 23 Jahre alten Journalistinnen waren im November festgenommen worden, als sie von einem Appartement aus eine Protest-Kundgebung in Minsk filmten.

Zur Begründung für die Haftstrafen erklärte das Gericht, sie hätten mit ihrer Berichterstattung „Menschen zur Beteiligung an einer Massenveranstaltung angestiftet“ und „Gruppen-Aktionen, die in grobem Maße gegen die öffentliche Ordnung verstoßen“, organisiert.

Vor der Urteilsverkündung standen die beiden Reporterinnen im für die Angeklagten vorgesehenen Käfig im Gerichtssaal und spreizten die Finger zum Siegeszeichen.

Die im Exil lebende Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja pries die Journalistinnen für ihren Widerstandsgeist: „Ich weiß, dass wir nicht in einem Käfig leben werden. Wir werden Wahrheit und Frieden erreichen – Dank Jekaterina Andrejewa, Daria Tschulzowa und allen ehrlichen Journalisten.“ Jekaterina Andrejewa ist Bachwalowas Autorenname.

Der Fall der Reporterinnen hatte breite Kritik von Pressevertretern und Diplomaten westlicher Länder ausgelöst. Die US-Botschaft in Belarus sprach von „absurden“ Vorwürfen gegen die beiden Frauen.

Die Festnahme im November erfolgte, während die Reporterinnen für den Oppositionssender Belsat mit Sitz in Polen einen Protestmarsch für einen Demonstranten filmten, der nach Angaben der Opposition in den Händen der Sicherheitskräfte gestorben war.

„Ich habe diese Ereignisse live gezeigt. Dafür wurde ich unter erfundenen Vorwürfen ins Gefängnis geworfen“, sagte Bachwalowa dazu in ihrem Schlusswort vor Gericht.

Der Demonstrant Roman Bondarenko war an Gehirnschäden gestorben, nachdem er in Minsk festgenommen worden war. Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, er sei offenbar betrunken gewesen. Ein Arzt sagte der unabhängigen Nachrichtenwebsite Tut.by dagegen, bei der Autopsie sei keinerlei Alkohol in Bondarenkos Blut gefunden worden.

Die offiziell verkündete Wiederwahl des langjährigen belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko im August hatte in der früheren Sowjetrepublik Massenproteste ausgelöst. Die Opposition wirft dem seit 1994 regierenden Staatschef massiven Wahlbetrug vor.

Tausende Demonstranten wurden bei den Protesten festgenommen und teilweise in der Haft gefoltert, mindestens vier Menschen starben. Viele Oppositionspolitiker flohen ins Ausland. Wegen des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten verhängte die EU Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten und seine Vertrauten. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion