In der Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo"Foto: FRED DUFOUR/Getty Images

Zwölf Tote bei Anschlag auf Satire-Blatt „Charlie Hebdo“: „Wir werden den Propheten rächen“

Epoch Times7. Januar 2015 Aktualisiert: 7. Januar 2015 14:13

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar und sorgt seit Jahren immer wieder für Skandale. Die Redaktion veröffentlichte bereits 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen.

Im Jahr 2011 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris. Zuvor hatte „Charlie Hebdo“ zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht.

Die 1970 gegründete Satirezeitung ging aus dem von den Behörden verbotenen Vorgängerblatt "Hara-Kiri" hervor. Die Autoren und Zeichner scherten sich nie um politische Korrektheit, wenn sie ihre Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer ritten.

Das zwischen Ende 1981 und 1992 wegen Geldmangels vorübergehend eingestellte Blatt ist Stammgast vor den Gerichten des Landes. So gab es beispielsweise auch Klagen nach einer bitterbösen "Papst-Sonderausgabe".

Anschlag mit Kalaschnikows um den "Propheten" zu rächen

Heute ist es in der Redaktion der Satirezeitschrift zu einer tödliche Schießerei gekommen. Zwei vermummte Männer seien mit Kalaschnikows hineingestürmt und eröffneten das Feuer, heißt es. Es ist bereits von zwölf Toten die reden, zwei davon Polizisten. Vier Schwerverletzte sind ins Krankenhaus gebracht worden. 

Laut eines Augenzeugen riefen die Männer, die in der Redaktion um sich schossen, "Wir werden den Propheten rächen," berichtet "France info". 

Frankreichs Präsident Hollande ist bereits am Ort des Verbrechens, mitten in Paris. Nach seinem Eintreffen sagte er: "Elf Menschen sind gestorben, vier befinden sich in kritischem Zustand. Es wird noch ein paar Stunden dauern, bis wir das endgültige Ausmaß kennen." 

Hollande sagte auch, dass er sich mit seinen Ministern treffen werde, um über den Schutz von Bereichen zu beraten, die auch gefährdet sein könnten, berichtet Focus-Online.

Die französische Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Paris aus. 

Wie der Focus berichtet, zeigte der letzte Tweet, der vom offiziellen Account von "Charlie Hebdo" abgesetzt wurde, eine Zeichnung von IS-Führer Al Bagdadi. "Beste Grüße übrigens", lautete der Kommentar zu dem Post. Bislang ist nicht geklärt, ob es sich um Zufall, Absicht oder einen Hack handelt. (so/dpa)


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