150 Kilo Sprengstoff sichergestellt: „Gefährliche Pyrotechnik“ – Zwei Deutsche verhaftet

Von 7. Januar 2017 Aktualisiert: 7. Januar 2017 18:43
Rund 110 Kilo Explosivmaterial wurden am Freitag aus dem Haus eines 18-Jährigen in Rheinland-Pfalz abtransportiert. Gegen ihn und einen 24-jährigen wird nun ermittelt. Auch dieser besaß 45 Kilo illegale Pyrotechnik. Beide wurden schon vor Silvester verhaftet.

Am Freitag wurden im westpfälzischen Lauterecken rund 110 Kilo „pyrotechnisches Explosivmaterial“ aus dem Haus eines 18-Jährigen abtransportiert. Die Polizei sperrte einen Umkreis von 100 Metern um das Haus. 87 Anwohner mussten zeitweilig ihre Häuser verlassen. Die „Bildzeitung“ berichtete.

Das sichergestellte Material seien „illegale Böller, selbst hergestellte Pyrotechnik, hochgefährliche Feuerwerkskörper aller Art“ gewesen, so das Medium. Schon am Dienstag war das Lager gefunden worden. Am Freitag wurde es unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen abtransportiert.  Das Material wurde auf ein nahes Bundeswehr-Gelände gebracht.

Polizei ermittelt wegen staatsgefährdender Gewalttat

Ermittler prüfen nun, ob der festgenommene 18-Jährige mit einem 24-Jährigen aus NRW einen Sprengstoffanschlag in Kaiserslautern plante. Beide sitzen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in U-Haft, bestreiten aber die Vorwürfe. Den Umgang mit illegalem Feuerwerk bezeichnen sie als ihre „Freizeitbeschäftigung“ und geben an, in einer entsprechenden pyrotechnischen Szene aktiv zu sein, so die „Junge Welt“. Ihr Plan sei ein – wenn auch illegales – Silvesterfeuerwerk gewesen, sagten sie in der Vernehmung. Bei den Ermittlungen wird geprüft, ob die beiden Deutschen einer rechtsextremen Gruppierung angehören. Ein islamistischer Hintergrund werde ausgeschlossen, so Behörden laut „Bild“. Die Polizei Kaiserslautern richtete eine SoKo ein.

Verhaftungen bereits am 30.12.

Ein Teil des Sprengstoffs war laut „Junge Welt“ bereits am 27. Dezember entdeckt worden – 45 Kilo fand man in NRW. Verhaftet wurden die beiden jungen Männer am 30. Dezember. Die übrigen 110 Kilo wurde im Laufe der Ermittlungen am Dienstag in Rheinland-Pfalz gefunden. Laut Polizei bestand das Lager in Lauterecken nicht nur aus Pyrotechnik, sondern auch aus Ausgangsubstanzen zur Herstellung solchen Materials. Diese sollen teils illegal erworben und teils selbst hergestellt worden sein.

Die Behörden sagten laut „Junge Welt“ außerdem, dass sie vor der ersten Durchsuchung einen Hinweis erhalten hatten, dass unter anderem die beiden Beschuldigten für die Silvesternacht in Kaiserslautern eine Explosion geplant haben sollen.

Kaiserlauterner Schaufenster an Silvester gesprengt

Ein Leser des „SWR“ wies in der Kommentarfunktion darauf hin, dass es in Kaiserslautern an Silvester eine Explosion mit hohem Sachschaden gab: Dort wurde durch die Druckwelle und herumfliegende Splitter eines in einem Mülleimer detonierenden „Böllers“ mehrere Schaufensterscheiben eines Drogeriemarktes schwer beschädigt. Der Sachschaden wurde auf rund 10.000 Euro geschätzt. Polizeibericht siehe hier.

„Ich habe jetzt keine Ahnung von Pyrotechnik, aber welcher legale Böller soll das denn schaffen?“, fragte Alex aus K. dazu.

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