5 Gründe gegen einen unbegrenzten „Familiennachzug“

Von 18. November 2017 Aktualisiert: 23. November 2017 20:04
Es gibt eine Reihe gewichtiger Gründe gegen den unbegrenzten Familiennachzug – hier fünf besonders wichtige Gründe. Ein Gastartikel von Joachim Jahnke.

Die Schlacht um Jamaika tobt vor allem um den bisher blockierten Familiennachzug für nur subsidiär geschützte Migranten.

Würde auch hier der Familiennachzug zugelassen, so erhöhte sich die Zahl der Migranten mit Recht auf Familiennachzug um nicht weniger als 60 % – keine Kleinigkeit also.

Es gibt gleich eine Reihe gewichtiger Gründe gegen den unbegrenzten Familiennachzug, von denen jedoch die Medien die meisten unterschlagen. Hier fünf besonders wichtige Gründe.

Je mehr Migranten sich eingerichtet haben, desto größer wird der Sog

Der erste Grund gegen den Zustrom von Familienangehörigen ist verhältnismäßig banal. Je mehr Migranten sich in Deutschland eingerichtet haben, umso größer ist der Sog dieser „Diaspora“ auf andere potenzielle Migranten der gleichen Herkunft, die noch in den Herkunftsländern ausharren.

Denn in solchen Diasporen in den Ausländervierteln der deutschen Großstädte kann man sich eher zu Hause fühlen, bekommt leichter Hilfe von Landsleuten, kann mit der eigenen Sprache und Kleidung durchkommen, findet als Muslim die passende Moschee und braucht sich zum Überleben weit weniger zu integrieren.

International bekannte Migrationsforscher, wie Paul Collier und Alexander Betts, haben diesen Zusammenhang längst erkannt und warnend beschrieben.

Können nun Migranten auch noch ihre Familienangehörigen nach Deutschland einreisen lassen – und das gefahrlos mit der Bahn oder dem Flugzeug (!) – so wird die Attraktion für neue Migranten, sich auf die Reise nach Deutschland zu machen, um dann auch ihre Familien nachzuholen, umso größer werden.

Die große Unbekannte: Wie viele wären es denn?

Der zweite Grund ist die große Unbekannte, um wie viele Familienangehörige es sich handeln würde, wenn alle bisherigen Beschränkungen aufgegeben würden.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts – gestützt auf die von den Botschaften in Syrien und dem Irak beantragten Visa – wurde bisher allein aus diesen zwei Ländern für 200.000 bis 300.000 weitere Immigranten der Familiennachzug beantragt.

Die Bundesregierung rechnete vor wenigen Monaten mit ca. 120 nachzugberechtigen Angehörigen für je 100 Zugewanderte. Bisher haben etwa 59 % der 1,2 Millionen Zuwanderer aus 2015 und 2016 Asyl oder subsidiären Schutz erhalten (Abb. 19563).

Etwas mehr als 21 % erhielten 2016 nur den subsidiären Schutz, bei dem der Familiennachzug bisher blockiert ist. Das wären etwas mehr als 300.000 zusätzliche Familiennachzüge allein für die Zuwanderer aus 2015 und 2016.

Aber es könnten auch weit mehr werden, wenn pro 100 Migranten mit subsidiärem Schutz mehr als 120 Angehörige nachzugsberechtigt würden. Wie glaubwürdig sind da Schätzungen von nur 50.000 bis 60.000 weiteren Migranten aus Familien der subsidiär Geschützten, wie sie beispielsweise der IAB-Migrationsforscher Herbert Brücker schätzt und wie sie von den „GRÜNEN“ vertreten werden?

Erfahrungen zeigen: Eine Großfamile wird Integrationshindernis

Der dritte Grund ist eine Umkehrung der von den „GRÜNEN“ und anderen Fürsprechern ständig gebetsmühlenhaftig verbreiteten angeblichen Weisheit, wonach die bei uns Angekommenen sich besser integrieren würden, wenn sie auch ihre Familien um sich hätten.

Alle Erfahrungen mit den türkischen Familien, als der größten Migrantengruppe in Deutschland, zeigt jedoch das Gegenteil.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Man bleibt eher unter sich und auch bei der türkischen Sprache in der Erziehung der Kinder, ja man schickt die Kinder nicht einmal in den deutschen Kindergarten. Die Familie wird damit zum Integrationshindernis.

Die Chancen am Arbeitsmarkt sind weniger gut

Der vierte Grund ist delikater. Wenn schon die bei uns seit 2015 aus dem Orient, Afghanistan und Afrika Angekommenen über durchschnittlich sehr wenig Schul- und meist keine Berufsbildung verfügen und damit überwiegend allenfalls zu sehr einfachen Berufsgruppen Zugang finden und in großem Umfang mindestens für lange Zeiten arbeitslos bleiben, so sind deren Eltern noch weniger durch die Bildungsgänge gekommen und außerdem inzwischen in einem Alter, wo oft selbst das Erlernen der deutschen Sprache zu einer hohen Hürde wird.

Immerhin waren nach den letzten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli dieses Jahres unter insgesamt rund 1,1 Mio. Angehörigen aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern nur knapp 0,17 Mio. oder 15,7 % in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (Abb. 19840).

Viele werden zeitlebens auf öffentliche Fürsorge angewiesen sein

Der fünfte Grund ergibt sich aus dem vierten. Ein hoher Anteil der nachziehenden Familienangehörigen wird zeitlebens auf öffentliche Fürsorge angewiesen sein und keinerlei Beitrag zu unserem Sozialversicherungssystem leisten können oder wollen.

Dabei wird die Belastung für Deutschland natürlich umso größer sein, je mehr Familiennachzug zugelassen wird. Zurzeit stehen keine verlässlichen Daten für die Kosten der Migration zur Verfügung.

Nach Berechnung des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen sollen durchschnittlich pro Flüchtling und Lebenszeit Kosten von 450.000 Euro anfallen.

In dieser Schätzung von Einnahmen und Ausgaben für den Staat und die sozialen Sicherungssysteme wird unterstellt, daß die aus den nicht-europäischen Asylländern zuwandernden Personen wegen des durchschnittlich schlechten schulischen und beruflichen Bildungsniveaus etwa sechs Jahre brauchen, um auf das Zahlungsprofil der bereits im Land lebenden Ausländer zu kommen – eine eventuell noch zu optimistische Annahme.

Je mehr ältere für den deutschen Arbeitsmarkt noch weniger geeignete Familienangehörige dazukommen, umso stärker müßten diese Kosten steigen.

Gleichzeitig würde bei unbegrenztem Familiennachzug für die sozial schwache einheimische Bevölkerung die Konkurrenz um preiswerten Wohnraum, gering qualifizierte Arbeitsplätze, bei Kita-Plätzen, im Gesundheitswesen und bei allen Sozialleistungen weiter erheblich zunehmen.

Auch in Schweden gibt es kein Recht auf Familiennachzug mehr

Angesichts der Millionen, die schon nach Europa gekommen sind und der vielen Millionen, die sich noch vor seinen Toren auf die illegale Einreise vorbereiten, haben jetzt selbst im klassischen Flüchtlingsland Schweden nur subsidiär schutzberechtigte Migranten kein Recht auf Familiennachzug mehr.

In Dänemark kann Familiennachzug erst nach 11 Jahren stattfinden.

Und in Frankreich hat das Parlament gerade einen Gesetzentwurf für ein härteres Einwanderungsrecht verabschiedet: Der Familiennachzug wird künftig durch Sprachtests und Speichelproben erheblich erschwert.

 

Dr. Joachim Jahnke ist Autor verschiedener Bücher zur Globalisierung, finanziellen, sozialen und Umweltfragen sowie Betreiber des Infoportals Deutschland & Globalisierung. Sein neustes Buch heißt Land unter: Noch vier Jahre Merkel.

Der Artikel erschien zuerst im aktuellen Rundbrief von Joachim Jahnke, dieser kann hier kostenlos bestellt werden. Zum Weiterlesen: Webseite jjahnke.net.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Epoch Times Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

Themen
Panorama
Newsticker